Mittwoch, 12. Juni 2013


Abt. Ozeanversauerung - heute: Bye bye Austern


Schau sie Dir gut an:

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Aus dem Nordwestpazifik kommen schlechte Nachrichten! Die langsam, aber messbar, steigende CO2-Konzentration in der Luft macht ihnen zu schaffen.

Mehr CO2 in der Luft, heisst auch: Mehr gelöstes CO2 in den Ozeanen. Das bedeutet: Das Meerwasser wird saurer. Nicht essigmässig sauer. Aber ganz ganz wenig saurer reicht schon, um den Austern das Leben schwer zu machen:

Sobald die Austerneier befruchtet sind, beginnt die Austernlarve sofort damit, ihre Kalkschale zu bauen. Den Kalk (genauer: das Kalzium) dazu holt sie aus dem Wasser. Die Energie für die Arbeit, daraus eine Schale zu bauen, bezieht sie während der ersten 48 Stunden ihres Lebens nur und ausschliesslich aus dem Eidotter. Denn sie kann keine andere Nahrung aufnehmen, weil sie die Verdauungs- und Fangorgane noch nicht entwickelt hat.

In schon nur ganz leicht saurerem Wasser ist es für die Austernlarven, laut einer neuen Studie (Pressemitteilung NSF), offenbar viel anstrengender, den Kalk für ihre Schale zu bilden. Das heisst, sie brauchen die "Dotterbatterie" schneller auf. Möglicherweise schon bevor sie soweit entwickelt sind, dass sie aus dem Umgebungswasser Nahrung aufnehmen können für das weitere Wachstum. Sie verhungern im Larvenstadium.

George Waldbusser von der Oregon State University (OSU):

They must build their first shell quickly on a limited amount of energy – and along with the shell comes the organ to capture external food more effectively. It becomes a death race of sorts. Can the oyster build its shell quickly enough to allow its feeding mechanisms to develop before it runs out of energy from the egg?

Die kommerzielle Austernlarvenzucht an der US-Westküste, in Oregon, ist wegen der Ozeanversauerung offenbar in den vegangenen Jahren kollabiert (siehe auch "The great oyster crash"). 2009 noch feierte dieses Promovideo die dortige Larvenzucht als Erfolgsgeschichte (mit Rückschlägen, von denen man sich aber erholt habe):

Diese Larvenzucht versorgt Austernzüchter von Kanada bis nach Südamerika mit ihren Larven, die diese dann weiter wachsen lassen bis zum essbaren Stadium. Wenn die Larvenzucht einbricht wegen der Ozeanversauerung, pflanzt sich das Problem drum weitherum fort.

Dass die Ozeanversauerung an der US-Westküste heute so heftige Auswirkungen zeigt, hat laut Waldbusser auch mit dem Raubbau an den Austernriffen dort zu tun. Wo's weniger Austernriffe hat, fehlen die Schalen der toten Tiere als Puffer. Darum schlägt Waldbusser als ein Mittel gegen die lokalen Folgen der Ozeanversauerung vor: mit ausgewachsenen Tieren neue Austernbänke aufbauen.


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