Dienstag, 11. Juni 2013


Abt. abwimmelnde Mediensprecher - heute: beim BAG


Anliegen: Das Bundesamt für Gesundheit sagt von sich auf seiner Website, es gebe Auskunft über

EMF von Geräten wie Handy, Schnurlostelefon, Mikrowellenherde, WLAN etc. und entsprechende Vorsorgemassnahmen.
Darum hätt ich gerne eine Stellungnahme zur RF-Exposition, die Google Glass seine NutzerInnen aussetzt via seinen WLAN-Teil. Das sind die relevanten Zitate aus dem entsprechenden Mailverkehr der letzten 24 Stunden. Viel Vergnügen:

1. Anfrage ans BAG

Sehr geehrte Damen und Heren,

In der aktuellen Ausgabe der Computerzeitschrift c't ist diese "Durchsicht" des Produktes "Google Glass" zu finden:

Google Glass in c't

Daraus wird ersichtlich, dass in den Brillenrahmen, ziemlich genau auf Höhe der Schläfe, ein WLAN- und ein Bluetooth-Modul eingebaut sind. Gibt es zu dieser Art Exposition von Ihrer Seite bereits eine Stellungnahme oder ist eine in Vorbereitung oder gibt es Präzedenzfälle, die Sie mir nennen könnten?

1. Antwort des BAG

Besten Dank für Ihre Anfrage. Für Fragen rund um die „Google-Brille“, die ja noch gar nicht auf dem Markt ist, wäre das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) zuständig. Dies, weil das BAKOM für Funk-Anwendungen zuständig ist und um eine solche scheint es sich bei der genannten Brille zu handeln.

2. Anfrage ans BAG

Vielleicht war meine Frage nicht klar genug formuliert:

Gemäss dem Dokument "SAR Report" vom 15. April 2013, Seite 21, beträgt der SAR-Wert von Google Glass 1,42. Das Dokument finden Sie hier.

1,42 W/kg ist, verglichen mit aktuellen Mobiltelephonen, ein relativ hoher Wert.

Google Glass ist eines der wenigen Geräte, wenn nicht das einzige, das beabsichtigt, einen WLAN-Sender - vermutlich über Stunden - direkt an der Schläfe der Benutzerin / des Benutzers zu platzieren.

Gemäss dieser Seite gibt das BAG Auskunft über:

EMF von Geräten wie Handy, Schnurlostelefon, Mikrowellenherde, WLAN etc. und entsprechende Vorsorgemassnahmen.
Darum scheint mir das BAG die Stelle zu sein, die sich äussern sollte zur absehbaren Exposition durch Google Glass, und nicht das Bakom.

Meine konkrete Frage:

Wie stellt sich das BAG zur neuartigen Exposition durch einen WLAN-Sender (direkt an der Schläfe; über Stunden), die von Google Glass ausgehen wird?

Ich bin Ihnen dankbar für eine zitierfähige Antwort, die ich in einem allfälligen Artikel zum Thema verwenden könnte.

2. Antwort des BAG

Drahtlose Telekommunikationsgeräte übertragen ihre Daten mit Hilfe hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung. Falls solche Geräte nahe am oder auf dem Körper getragen werden, kann ein Teil der Strahlung in das Körpergewebe eindringen. Mass dafür ist die spezifische Absorptionsrate SAR (in Watt/kg). Sie gibt an, welche Strahlungsleistung (Watt) vom menschlichen Körper (kg) aufgenommen wird. Der Grenzwert der SAR für den Kopf liegt in Europa bei 2 Watt/kg. Massgebend für die Beurteilung sind in Europa diejenigen 10 Gramm des Körpergewebes, in denen der höchste SAR-Wert auftritt. Gemäss den von Ihnen zur Verfügung gestellten Unterlagen beträgt der höchste, auf eine 10 Gramm-Probe bezogene SAR-Wert 0.376 W/kg, was im Bereich eines strahlungsarmen Handys liegt.

3. Anfrage ans BAG:

Können Sie mir bitte präzisieren, wo sie die Zahl 0,376 W/kg gefunden haben, resp. wie Sie sie errechnet haben? Im SAR-Report vom 15.4.2013 (google-glass-fcc-4-15-2013 (application/download, 649 KB) ) lese ich auf Seite 5 von einem 1-g SAR von 1.42W/kg.

3. Antwort des BAG:

Sie haben uns verschiedene Dokumente mit verschiedenen Werten geschickt, wir beziehen uns auf das Dokument, in dem die Werte vorkommen, auf die sich unsere Antwort bezieht.

De facto hatte ich dem BAG nicht "verschiedene Dokumente", sondern einen Link zu dieser Seite geschickt,

4. Anfrage ans BAG

Hätten Sie bitte die Freundlichkeit, mir genau zu sagen, wie das Dokument heisst (der Filename oder der Dokumenttitel auf dem Deckblatt oder die URL zu dem Dokument), worin Sie den Wert gelesen haben?

4. Antwort steht noch aus.

Zwischenfazit: Google nennt für Glass einen SAR von 1,42 W/kg, das BAG findet irgendwo in den FCC-Dokumenten einen von 0,376 W/kg, aber kann mir bis hierhin nicht die Stelle nennen, wo er steht oder wie das Bundesamt allenfalls die 0,376 aus den 1,42 errechnet hat.

Nachtrag 12.6., 10:30

4. Antwort BAG

Im Dokument https://apps.fcc.gov/eas/GetApplicationAttachment.html?id=1910692 komme der Wert 0,376 W/kg (10g) vor.

Fazit:

Der Link in der BAG-Antwort funktioniert zwar nicht, aber aus der Zahl am Schluss der URL ist herauszupopeln, dass dieses Dokument gemeint sein muss: SAR-plots-device-3-4-2013 (application/download, 112 KB) .

Allerdings: Kurz nach der ersten Eingabe reichte Google diesen Brief, datiert auf den 11.4.2013, genannt "C2PC Request", nach (weil man an der Antenne rumgefummelt hatte)...

... zusammen mit neuen Dokumenten. Die Folge des Antennengebastels: Der im SAR-Report genannte 1g SAR stieg von 1,11 auf 1,42.

Das Dokument, auf das sich das BAG bezieht, ist insofern leicht veraltet, respektive nicht aktualisiert nach dem Antennengefummel von Google. Wenn wir mal provisorisch annehmen, dass der 10g-SAR Wert auch zunimmt, wenn der 1g-SAR Wert steigt, dann dürfte der aktuelle, für das BAG relevante, 10g-SAR-Wert, bewirkt vom (laut SAR Report) mit 15dbm (= 32mW, gleich stark wie der WLAN-Teil Deines Laptops) sendenden WLAN-Teil von Google Glass, bei knapp 0,5 W/kg liegen.

Louis Slesin von den MicroWaveNews, der die Diskussion rund um EMF seit Jahren verfolgt, hat sich von einiger Zeit zum Thema 1g vs 10g geäussert. Soweit ich's verstanden habe, ist der Unterschied, über welches Gewebevolumen / -gewicht Du die Absorption betrachtest und dann mittelst. Ob über das sendernächste eine Gramm oder über 10 Gramm Gewebe. Die USA nehmen 1g, Europa und die Schweiz 10g. 1g ergibt höhere SAR-Werte, 10g tiefere.


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