supra, Donnerstag, 2. September 2010, 15:10 Abt. Kasch go Filme
Brüder, die Kamera geschultert, und raus in Basels Norden. Die Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung, von der man eigentlich nicht so richtig weiss, was ihre Aufgabe ist, lanciert einen Kurzfilmwettbewerb.
Gesucht werden filmische Beiträge, welche sich mit dem alltäglichen Lebensraum in den Quartieren St. Johann, Matthäus, Rosental, Altstadt Kleinbasel, Klybeck, Kleinhüningen und Clara auseinandersetzen. Die Bevölkerung soll die Möglichkeit erhalten, mit einem Beitrag die Stadtentwicklung im Norden von Basel zu beleuchten.
Der Kurzfilm muss in Basel Nord spielen und darf eine Länge von drei Minuten nicht überschreiten. Eingereicht werden dürfen Strassenumfragen, Interviews, Statements, Erfahrungsberichte, Spielfilme, Animationsfilme oder experimentelle Filme aller Art. Also auch ppps Milchsuppe-Experimentalfilm
Eine gute Idee? Immerhin weiss man jetzt, was die Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung so tut.
patpatpat, Donnerstag, 2. September 2010, 09:56 Abt. BaZille des Tages - heute: Heissluft um Hagnau
Keiner der Betroffenen / Konkurrenten / Entscheidungsträger lässt sich on the record zitieren. Sie alle antworten mit "no comment!". Nur die eine Partei, die mit ihrem ambitionierten Bau-Projekt rein kommerzielle Eigeninteressen verfolgt, die bedient die BaZ - zum ihr geeignet erscheinenden Moment - mit vagen Visualisierungen (siehe Bild), hochtrabenden Versprechungen und happigen finanziellen Ansprüchen an die Oeffentliche Hand. Daraus bastelt die BaZ eine mehrteilige Story, beginnend auf der Frontseite, voller Konjunktive und Mutmassungen. Der erste Satz lautet aber vollmundig und unbescheiden:
Was die Basler Zeitung vor Jahresfrist ankündigte, wird nun konkret...
Es gibt Pläne für eine neue Sporthalle beim Schänzli. Sie soll auf dem jetzigen Areal des Kunsthauses Baselland zu stehen kommen. Mit dem Projekt in Verbindung gebracht wird der Totalunternehmer Losinger AG. Das Basler Erziehungsdepartement ist über die Hallenpläne informiert. Noch hüllen sich jedoch alle Beteiligten in Schweigen.
Alles was an der Geschichte seither "konkret"er wurde, ist offensichtlich Losingers gewachsene Ungeduld, weshalb der Konzern den Druck auf Behörden und Grundeigentümer erhöhen will, wozu er gerne die BaZ vor seinen Karren spannt. Ist das wirklich eine Geschichte? Ich hab da so meine Zweifel.
Dabei wär's so einfach! Der französische Baukonzern Bouygues will vom Bauboom in Basel (Stücki, Erlentor, Janus usw.) profitieren, so wie andere Generalunternehmer auch. Also schickt er die "Projektentwickler" seiner Schweizer Tochter Losinger aus, in Basel nach Betätigungsfeldern zu suchen. Und offenbar haben diese dabei ein Auge auf das Areal neben dem Joggeli geworfen. Und bezüglich dessen Zukunft ihrer Phantasie freien Lauf gelassen. Und mit diesen Phantasien behelligen sie nun seit längerem mögliche Investoren, aktuelle Grundeigentümer und Behörden. Mehr ist da ziemlich sicher nicht.
Dass am anderen Ende von Basel, auf der Erlenmatt, derselbe Konzern, zusammen mit der Vermögensverwaltungsfirma Helvetic Trust, sich vor wenigen Tagen das grösste Kuchenstück unter den Nagel gerissen hat, aber angeblich die beiden noch keine Ahnung haben, was sie damit anfangen wollen, diese für die Stadtentwicklung mittelfristig mindestens ähnlich relevante, wirklich "konkrete" Veränderung, war derselben BaZ am 25.8. gerade mal 20 Zeilen wert auf Seite 25. Aber man kann natürlich seine (im Wagner'schen Sinne "wirtschaftsfreundlichen"?) journalistischen Prioritäten schon auch so setzen...
patpatpat, Mittwoch, 1. September 2010, 14:02 Abt. Worüber lacht man in... - heute: der Astrophysik? Empirisch belegt sind diese beiden jüngeren Beispiele von primär für Personen mit fortgeschrittenen physikalischen Kenntnissen witzigen Witzen:
Darüber lachten nachweislich Astrophysiker der ESA. Und, etwas abstrakter, darüber...
... dieser Astrophysikstudent in Berlin.
patpatpat, Mittwoch, 1. September 2010, 13:24 Abt. 1 + 1 = ? heute: National-Zeitung Drüben bei @thomnagy ist nachzulesen, worauf Fred David kommt, wenn er gestern in der Kommentarspalte vom @medienspiegler die Puzzleteile Wagner, Somm, Blocher, Frey, Tettamanti, Wanner und Curti zusammensetzt.
patpatpat, Mittwoch, 1. September 2010, 12:49 Abt. overhyped - heute: Amokpräventionsprogramm 32 multiple choice Fragen über einen Typen beantworten, die gewichteten Antworten auswerten und das Resultat auf einer Skala von 1 (Passt nicht!) bis 6 (Mister Perfect!) darstellen: Das, Pardon, trainiert jede Leserin einer "Frauen-" oder "Mädchenzeitschrift" mehrmals im Jahr. Nach demselben Prinzip funktioniert Dyrias. Nur fragt Dyrias "Zeigt die Person starkes Interesse an Militärthemen?" oder "Hat die Person Zugang zu scharfen Schusswaffen?", ist nicht auf Papier, sondern kommt als webbasierte "Software" vom "Institut für Psychologie und Bedrohungsmanagement" daher und behauptet am Ende, der Kandidat mit der Note "6" könne jederzeit Amok laufen.
Bild = screenshot von hier. 6 = "Alle Vorzeichen, die einer Gewalttat gegen andere oder sich selbst vorausgehen sind vorhanden. Eine Gewalttat kann jederzeit bevorstehen.", S. 3 davon
Der elektronische Fragebogen geistert laut BaZ seit Sommer 2009 auch in Basel durch die Amtsstuben. Jens Hoffmann, der über Promi-Stalking dissertiert hat, der Mitinhaber ist der privaten Firma "Team Psychologie & Sicherheit" und der privaten Firma, die als "Institut für Psychologie und Bedrohungsmanagement" auftritt und Lizenzen für Dyrias verkauft, kann's nur recht sein, dass die Behörden in BS und ZH noch nicht auf die vermutlich günstigere Idee gekommen sind, so etwas wie seine 32-Punkte Checkliste (Hoffmann widerspricht auf seiner Site: "DyRiAS ist KEINE Checkliste – Es ist eine dynamische Mustererkennung, bei der das Ganze mehr ist als die Summe der Einzelteile." Aha. Also doch eine Checkliste!) als Diplomarbeit oder Dissertation bei den lokalen Unis in Auftrag zu geben.
Ist Dyrias tatsächlich overhyped? Auf der Skala von 1 (völlig unterschätzt) bis 6 (massiv überbewertet) geben wir ihm eine 4.
patpatpat, Mittwoch, 1. September 2010, 10:08 Abt. tell it like it is! - heute: Stratenwerth Christoph Stratenwerth heute im Kulturteil der BaZ, im Streitgespräch zum Thema "Kasernenareal":
Die Schlüsselfrage ist, wie finden die Planungsprozesse statt? Ist der städtebauliche Ansatz so, dass ich eine schöne Vision habe, die ich dann im Computer visualisiere? Oder sollte es nicht zuerst um die Inhalte gehen? Was macht Habitat und Bollag am Wiesenplatz? Die beiden privaten Initiativen reanimieren den Wiesenplatz. Wer hat die Rheingasse reanimiert? Der Staat? Nein, private Initiativen. Wer hat das Gundeldingerfeld reanimiert? Gegen den Widerstand der Verwaltung ist dieses Projekt entstanden. Viele lebendige Orte in dieser Stadt sind nicht über städtebauliche Prozesse entstanden, sondern dank risikofreudigen Privaten. Die Frage ist: Ermöglicht die Politik solche Initiativen? Sie muss uns nicht zeigen, wie wir zu leben haben.
Stratenwerth, der anti-Kessler? In der Sache: Die Politik muss uns sicher nicht zeigen, wie wir zu leben haben. Umgekehrt würde ein Schuh draus: Sie sollte der demokratisch formulierte Ausdruck davon sein, wie wir leben wollen. Ist sie das heute? Und wenn sie das bei der Stadtentwicklung vielleicht nicht ist: Warum nicht? Lauter Fragen. Demokratie ist anstrengend, aber Jacques Herzog' Gottesstaat ist keine Alternative!
patpatpat, Mittwoch, 1. September 2010, 09:38 Abt. Trekker fahr'n - heute: mit Wasserstoff Der leise Traktor, bei dem nur Wasser aus dem Auspuff tropft: Den gibt's!
patpatpat, Dienstag, 31. August 2010, 13:30 Abt. Was macht eig. ... - heute: Willy Weinberg? Unser infamy-eigener weltbekannter Meditationstrainer Willy Weinberg muss sich für heute entschuldigen. Er hat einen Termin auf der anderen Seite des Luzernerrings.
Willkommen bei dieser kurzen Tour durch infamy! Zuerst mal der Disclaimer:
infamy ist das mehr oder weniger offizielle Weblog des in.f.a.m. Medienbüro in Basel (Schweiz). Es dokumentiert und karikiert den Alltag journalistischen Schaffens (insbesondere, aber nicht ausschliesslich) in der deutschschweizerischen Medienwelt und zeichnet sich neben einem Höchstmass an News- und Nutzwert durch seinen hohen Satire-Gehalt aus.
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Meine Güte, was koch ich denn bloss? Look no further! Von der preisgünstigen und schnellen Hausmannsküche bis zum exotischen Leckerbissen hält das infamy Kochstudio stets eine Inspiration zum Nachkochen bereit. Unbestrittener Star im Studio ist Supra, der nicht nur mit jedem Küchenwerkzeug umzugehen, sondern auch aus den teuersten Zutaten einen schmackhaften Schnellimbiss zuzubereiten weiss.
Schnüffis, das weiss jeder Boulevard-Redaktor, ziehen immer. Und nirgends sind die Schnüffis schnüffiger als bei infamy. Nicht das verkitschte, überzüchtete und degenerierte Haustier allein steht hier im Focus, sondern ebenso das eigenwillige, bisweilen gar absonderliche Biest, das mitunter völlig zu Unrecht des Menschen bester Freund genannt wird. Namensgeber der Rubrik "Jööö, Schnüffi!™" ist übrigens der singende Hund Schnüffi, der einst in der infamy-Zentrale vorübergehend um Asyl ersucht hatte. Gott hab ihn selig!
Was dem Tierfreund das Schnüffi, ist dem Autonarr die Karre. Ob Oldtimer-Liebhaber bis oder drehzahlengeiler Technik-Fetischist – die infamy-Rubrik "Geili Kääre" hält für jeden etwas bereit. Angucken und abfahren!
Alles was kaputt geht oder schon ist, aber woran wir nicht schuld sind, wird bei infamy in der Rubrik "It's not my fault!" dokumentiert und gleichsam versorgt. Sie ahnen ja nicht, wie viele Seiten des Internets zeitweise unerreichbar sind. Würde man die nicht funktionierenden Teile abziehen, wäre das Internet viel kleiner als man uns weismachen will.
Viagra ohne Rezept, Frauen aus Osteuropa, Schwarzgeld aus Namibia: Was wäre das Internet ohne die vielen Schnäppchenangebote, die uns jeden Tag per E-Mail zugeschickt werden? Die schönsten Beispiele werden in der infamy-Rubrik "Spam of the day" verewigt. Langjährige Erfahrung zeigt: Längst nicht aller Scheiss, der einem unaufgefordert zugeschickt wird, kommt aus anonymer Quelle.
Damische Schreibfehler, hanebüchene Redewendungen, wahnwitzige Metaphern: Die beste aller Basler Tageszeitungen (es gibt ja nur eine!) ist für infamy eine nie versiegende Pointenquelle. Zu finden sind die Trouvaillen unter der Rubrik "bazille des Tages"!
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