Samstag, 14. Januar 2012


Abt. Hanspeter Gass und die BaZ


Da schafft es die "Basler Zeitung", für einmal ein vernünftiges Interview mit dem Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass zu veröffentlichen, ein beigestellter Artikel von Mischa Hauswirth macht aber alle positiven Eindrüche gleich wieder zunichte.

Worum geht's? Gass stellt im Interview fest, dass die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt die Medien offensicver über Gewaltverbrechen informiert als die Stadt Zürich. Eine Tatsache notabene:

"Ich stelle fest, dass es in der Stadt Zürich im Jahr 2010 rund 51 000 an- gezeigte Straftaten gegeben hat. In Basel waren es rund 19 000. Die Stadtpolizei Zürich veröffentlichte in jenem Jahr im Internet 291 Communiqués – nicht nur zu Straftaten, son- dern auch zu verkehrs- und sicherheitspolitischen Themen. In Basel wurden im gleichen Zeitraum allein von der Basler Staatsanwaltschaft mehr als 300 Medienmitteilungen über Straftaten verbreitet. Dazu kommen die Mitteilungen der Kantons- polizei. Da stellt sich die Frage, ob in Basel mehr über Straftaten kommunziert wird als in anderen Städten, als Beispiel Zürich, wo es fast dreimal soviel Straftaten gibt wie in Basel."
Nichts gegen die anschliessende Frage, ob Gass glaube, dass die Basler Staatsanwaltschaft zu offensiv informiere, nichts aber auch gegen die Antwort:
"Ich habe keine Mühe mit der Informa- tionspolitik der Staatsanwaltschaft, die offenbar auch einem Bedürfnis entspricht. Aber es ist auch eine Tatsa- che, dass mehr Medienberichte zu ener grösseren Verunsicherung führen. Wer sich täglich mit «bad news» konfrontiert sieht, wird in seinem subjektiven Sicherheitsempfinden wahr- scheinlich auch negativ beeinflusst."
Und weiter:
"Ich will jedoch hier ausdrücklich betonen, dass die Staatsanwaltschaft in der Kommunikation von Strafverfahren unabhängig ist. Es steht mir nicht zu, der Staatsanwaltschaft zu sagen, wie sie zu kommunizieren hat. Ich stelle nur fest, dass in Basel mehr kommuniziert wird als anderswo und dass der Ball von den Medien daher auch öfters aufgenommen wird."
Was nun macht Mischa Hauswirth in der gleichen Ausgabe daraus?
"Damit stellt Gass die Kompetenzen und die Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft erneut infrage."
Und:
"Nun macht Gass erneut deutlich, dass er die Informationspolitik der Staatsanwaltschaft zur Diskussion stellen und damit beeinflussen will."
Zur Diskussion stellen tut der Sicherheitsdirektor in erster Linie aber eins:
"Wenn ich dann in der Basler Zeitung ein Messerstecher-Foto sehe und der Abstimmungskampf auf eine Messerstecher-Debatte fokussiert wird, kann dies Ängste auslösen."
Darauf wiederum geht die angesprochene Zeitung nicht ein.


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Freitag, 13. Januar 2012


Abt. neue Lieblingswörter - heute: Lasagna Journalism


© by @owni und @tactilize Mitgründer Adriano @farano :


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Donnerstag, 12. Januar 2012


Abt. Der Bär ist los


Rund eine Woche, bevor die drei alten Kleinbasler Ehrenzeichen Papagei, Luchs und Waldschratt Vogel Gryff, Lai und Wild Maa, das vornehmlich männlich-baslerische Kleinbasel beehren, tanzte der Bär heute auch für Frauen, Kinder und Messerstecher Nicht-Schweizer. Und das, wie man sieht, bei schönstem Wetter.

Und dem Bären (der ja eigentlich eine Bärin ist) zu Ehren tanzte die Klasse 2a des Bläsischulhauses auf dem Matthäuskirchplatz den Bärenblues.


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Abt. Neulich im Tram


Kind beim Anblick des Flyers Parkrauminitative: "Du Papa, das ist aber gefährlich, wenn die Kinder da spielen und das Auto ankommt." "Ja, für Kinder schon, aber nicht für die Autos." Nein zur Parkrauminitiative. Für mehr Lebensraum.


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Abt. Qualitätsjournalismus – heute: Die Messerfrage


Das Original von der SVP

Die Darstellung in der "Basler Zeitung"

Wir müssen uns bei der Basler SVP entschuldigen. Am 20. Dezember 2011 suggerierten wir, dass die "Basler Zeitung" auf ihrer Frontseite das neue Messerstecher-Plakat der SVP vorweggenommen habe (siehe Bild). Nun zeigt sich aber, dass die Rechtspartei in ihrer Kampagne für die Polizeistaatinitiative eine um einiges zurückhaltendere Bildsprache gewählt hat als die Zeitung.

Soviel als Einleitung. In ihrer heutigen Ausgabe holt der BaZ-Mann fürs wirklich Grobe und Crime-Mapper Mischa Hauswirth nun zu einer grossen Abhandlung über das Messer als Symbol für die Dauersuggestion der verlorenen Sicherheit auf Basel Strassen aus. Und man kann sich mit Fug fragen, ob Hauswirth wirklich noch weiss, was er da tut:

"Es ist kein schönes Plakat: Ein Mann in Jeans hält ein langes Messer hinter dem Rücken, ein Polizist packt ihn am Handgelenk."
Soweit gehen wir ja noch einig mit ihm. Aber:
"Doch auch wenn das Plakat keine Augenweide bietet, so fällt es doch auf, nicht zuletzt durch seine für die SVP untypische Zurückhaltung. Keine Minarett- Raketen, die aus dem Boden schiessen, keine schwarzen Schafe, die aus der Schweiz gekickt werden, keine klischeehaften Verbrecher mit Pistolen, keine Asylsuchenden, die als Diebe dargestellt werden. «Wir hätten durchaus mehr provozieren und zum Beispiel einen Nordafrikaner mit einem Messer zeigen können, aber wir wollten keine Anti-SVP-Reflexe bedienen."
"Wir hätten durchaus (...) zum Beispiel einen Nordafrikaner mit einem Messer zeigen können ..." Brauchte die SVP nicht, denn das tat ja die "Basler Zeitung" auf ihrer Frontseite vom 20. Dezember bereits.

Aber wirklich hart geht die "Basler Zeitung" bei der "Frage des Tages" mit ihrer SVP ins Gericht:

"Die SVP will mehr Polizisten für Basel und argumentiert mit zunehmender Gewalt, auch mit Messern ..."
Argumentiert mit Gewalt und Messern? Auch wenn diese Ausage im übertragenen Sinne durchaus ihre Berechtigung hat, so gemeint war sie ja wohl nicht.

Nachtrag Mein Lieblingsabschnitt im Artikel, der in den nächsten Tagen durch eine neue Crime Map ergänzt werden wird, ist dieser hier:

"In den Fünfzigerjahren waren es die Halbstarken, die sich in Messerstechereien verwickelten, in den 1970er-Jahren gehörte ein Stellmesser in jede Rockerlederjacke und heute tauchen Messer immer öfter im Zusammenhang mit Delinquierenden auf, die sogenannten Migrationshintergrund haben.
Das musste doch einmal wieder gesagt werden.


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Mittwoch, 11. Januar 2012


Abt. Huch!


Das Basler Erziehungsdepartement teil mit:

"Per 1. Januar 2012 hat der Kanton Basel-Landschaft den Vorsitz des Regierungsausschusses der Vertragskantone der FHNW und des Koordinationsorgans im Bildungsraum Nordwestschweiz übernommen."
Grössere Klassen? Weniger Geld für die Uni? Abstriche bei der Fachhochschule? Das kann ja heiter werden.


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Dienstag, 10. Januar 2012


Abt. Haltet ein, Ihr Musikanten


Praktisch gleichzeitig mit der Aufhebung des Trommelverbotes (neu darf das ganze Jahr hindurch "von Montag bis Samstag am 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr ohne Bewilligung getrommelt werden") will die Basler Regierung die "Verordnung zu Strassenmusik und Strassenkunst" verschärfen, wie sie heute mitteilt:

"Seit der letzten Verordnungsrevision im Jahre 2010 hatte die Zahl der Reklamationen markant zugenommen, was die erneute Überarbeitung notwendig machte.
Steine des akustischen Anstosses seien vor allem Musikanten aus Osteuropa, bei denen Basel wegen seiner "äusserst liberale Handhabung der Strassenmusik und Strassenkunst" sehr beliebt sei.

Neu wird nun ab Mai 2012 ein Dauerspiel nicht mehr erlaubt sein:

"Die Darbietungen dürfen neu jeweils erst zur vollen Stunden beginnen und müssen nach maximal 30 Minuten beendet sein. Zwischen der halben und der vollen Stunde sind Darbietungen verboten."
Gänzlich verboten wird das Musizieren an den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel und direkt vor Boulevard-Restaurants oder -Cafés sowie "überlauter Gesang". Anders als in anderen Städten werden aber Strassenmusiker in Basel nach wie vor keine Bewilligung brauchen.


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Montag, 9. Januar 2012


Abt. Wütende Mittelschicht


Achje, was war das wieder für ein aufregender Tag. Zur Entspannung empfehle ich den kurzen Auftritt des Österreichers Roland Düringer bei "Dorfers Donnerstalk", der - youtube sei dank - hier nochmal zu sehen ist. Der Herr Düringer ist etwas wütend:

In einem Video unter dem Logo der Hacker-Gruppe Anonymus zeigt man sich so sehr von Roland Düringers Wutausbruch angetan, dass man ihn auffordert, doch zum Sprachrohr der Menschen zu werden. via http://futurezone.at/netzpolitik/6748-anonymous-antwortet-roland-dueringer.php

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Abt. Montagsüberraschung


Laut nzz.online ist eben Philipp Hildebrand zurückgetreten. Da kann man ja gespannt sein.

Nachtrag: 15:15 will er sich in Bern an einer Medienkonferenz erklären.


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Sonntag, 8. Januar 2012


Abt. Tamaras Po und die flache Erde


Zuerst die gute Nachricht: Sie ist erschienen, die neue "Basler Zeitung" am Sonntag. Sie sei "magaziniger" als die Werk- und Samstags-BaZ, schreibt die Zeitung auf ihrem Online-Portal. (Wir deklinieren: Magazin, Magaziner, Magie!)

Nun aber zum Inhalt. Wie alle Sonntagsblätter geht es vor allem um Hildebrand, Hildebrand und noch einmal Hildebrand. Aber anders als andere Sonntagsblätter (hier zusammengefasst in der "Tageswoche") hat die Basler Ausgabe nicht wirklich Neues über den Fall zu berichten, auch wenn Chefredaktor Somm (mit abgeschnittenem Kopf) in seinem kleinlauten Leitartikel (nach dem Mottp: "Warum hört denn niemand mehr auf meinen Blocher?!") das Gegenteil behauptet. Aber dafür kommt Blocher selbst in einem Interview (oder ist es die Abschrift von "Tele Blocher"?) zu Wort. Und es gibt ein Porträt des Primärbriefträgers Hermann Lei zu lesen ("Schweizerzeit"-Autor Beni Gafner über "Schweizerzet"-Autor Hermann Lei). Und es gibt den grossen Aufhänger, der einzige Beitrag, der wirklich etwas Neues über Hildebrand zu berichten hat, nämlich:

"Er sieht immer noch aus wie ein kleiner spätkapitalistischer Halbgott, wie eine Mischung aus zeitgenössischem Machiavellist und Männermoden-Model. Er ist jetzt Mitglied geworden in diesem Club der neuen Machthabergeneration, denen nichts mehr heilig erscheint ausser sie selber, die aussen top sind und innen flop."
Es ist ein illustrer Club, der Club der "Geschniegelten", in den Hildebrand da gesetzt wird. Seite an Seite mit Karl Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, David Cameron und Barack Obama (!).

Aber wir haben doch vor allem auf eines sehnsüchtig gewartet: auf Tamaras Rendez-Vous. Wie schön, dass wir nun für fünf Minuten unsere Po-, äh Probleme vergessen konnten bei der Lektüre über Po und Promis:

"Dann beginnt die mit Spannung erwartete Show und nimmt einen bald schon so sehr ein, dass die strapazierten Pomuskeln rasch in Vergessenheit geraten."
Das und die Beschreibung der "Bestuhlung, die man nicht gerade als flauschig weiche Relaxzone bezeichnen kann", musste doch mal geschrieben werden!


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Samstag, 7. Januar 2012


Abt. Qualitätsjournalismus – heute: Tamara Wernli am Sonntag


Wer sagt denn, dass die neue Sonntagsausgabe der "Basler Zeitung" ohne zusätzliche personelle Ressourcen erstellt wird. Die "Basler Zeitung" leistet sich sogar einen Star am Journalistinnenhimmel. Nein, nicht Ulrich Schlüer, auch Urs Paul Engeler nicht, sondern Tamara Wernli:

"Ab sofort besucht Wernli so einmal pro Woche für die BaZ einen Anlass, um darüber jeweils in der Sonn- tagsausgabe in einer bebilderten Kolumne zu berichten. «Tamara’s Rendez-Vous» tritt die Nachfolge von -minus Tante-Elsa-Klatschkolumnen und der Schnääderänte an."
Oh, wie wird mir warm ums Herz. Tamara, die sogar schon bei Stefan Raab eingeladen gewesen, wie aus der BaZ-Vorschau zu erfahren ist, aber nicht hingegangen sei, weil der Einladungsgrund ein Versprecher gewesen sei. Sie wird uns in die Traumwelten der Promis führen, wie sie sich zitieren lässt:
"Man möchte leichte, positive News lesen und schöne Fotos sehen. Ich möchte den Leser für fünf Minuten die eigenen Probleme vergessen lassen."
Wow! Das Engagement von Wernli als Sonntags-Amnesistin ist ein Versprechen, denn schreiben, das haben wir hier bereits lobend erwähnt, kann sie ja.


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Abt. Der interessanteste Politiker


Er sei einer der "interessantesten Politiker der Stadt", stets adrett gekleidet und und und ...

Wer in der Tageswoche das Porträt von Baschi Dürr liest, bekommt das Gefühl, auf der FDP-Seite gelandet zu sein. Und tatsächlich weisen die Seiten von Baschi Dürr und die der "Tageswoche" zumindest vom Design her auffällig viele Ähnlichkeiten auf. Vielleicht liegt das am eloquenten Charakter des ewigen Jungpolitikers:

"Es gibt niemanden, der schlecht über ihn redet (und die gibt es sonst immer)."
Niemand?

Our Name is Nobody!


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