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Abt. Der Jungbürgerliche zu 1968
1968 ist, 40 Jahre danach, in aller Munde. In fast aller zumindest, was aber dennoch viel viel zu viel ist. Auch ein gewisser Baschi Dürr, jungdynamischer Basler FDP-Politiker (Jahrgang 1977) und Mitarbeiter im PR-Büro Farner, das sich laut Gründervater Rudolf Farner befähigt sah, mit einer Million einen Kartoffelsack zum Bundesrat machen zu können, äussert sich in der besten aller Basler Tageszeitungen zum Thema '68. Das tönt dann in etwa so:

"Und manch Nachgeborener versucht gleichsam als Bildhauer, sich durch die Arbeit am Monument in dessen Tradition zu stellen. Fürwahr können unter der Metapher 1968 nachhaltige Umwälzungen subsumiert werden.
Gleichsam! Fürwahr! Grosse Worte wählt der PR-Spezialist dann vor allem, wenn er nichts zu sagen hat:
"Nicht wenige weiland Bewegte wedelten im Kampf gegen den «Faschismus» mit dem roten Büchlein, wollten den Teufel also mit dem Beelzebub austreiben."
Aha. Das kommt uns doch – weiland – irgendwie bekannt vor: Moskau einfach! Oder?
Es sind diese Parolen von 1968, die bis heute grosse Teile der Gesellschaft verkennen lassen, dass der linke und der rechte Sozialismus nicht nur die gleichen Konsequenzen zeitigen, sondern auch der gleichen Mutterlauge des Kollektivismus entstammen."
"Mutterlauge"! Schon wieder so ein grosses Wort. Man merkt, dass der Autor weiland durch die PR-Schule eines Chemiekonzerns gegangen ist. Ja und eben dieser Kollektivismus ist der Urfeind des liberalen Individualismus-Fetischisten.
"Wer aber den autoritären Vater durch den gewaltmonopolistischen Staat ersetzt, wird früher oder später zwingend selbst zum Einmischer."
Ach so: "Mehr Freiheit, weniger Staat", wie weiland die FDP verkündete, als sie noch gehört wurde.
"Dass so aus Regeln Gesetze wurden, spiegelt das Selbstscheitern der «Befreiung» nachhaltiger als alle Gewaltexzesse der «radikalen Avantgarde» der 1970er-Jahre."
Selbstscheitern! Ist das eine Steigerung von Scheitern? Oder das Gegenteil von Fremdscheitern? Aber lassen wir diese Spitzfindigkeiten. Kommen wir auf das zurück, was sich inhaltlich aus dem Aufsatz des Herrn Dürr herauskristallisieren lässt: Das wirklich Böse liegt im Regulierungsterrorismus verborgen. Gesetze verderben den Menschen. So einfach ist das also.

1968 machte es möglich, dass junge Menschen sich politisch Gehör verschaffen konnten. Manchmal muss dazu gesagt werden: nicht immer zu deren Gunsten.

und jetzt...
... würd's mich interessieren, was der PR-kahlkopf meint zum 68er-spontispruch 'il est interdit d'interdire'.

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Die tragikomische Sprache
Baschi D.s ist m.E. das Resultat eines so verzweifelten wie gescheiterten Anpassungsversuchs an die für ihn ungewohnte Umgebung im Kulturmagazin. So gehört es in Wirtschaftskreisen zum guten Ton, sich mit einem Hauch Bildungsbürgertum zu umgeben - analog zum sündhaft teuren Parfum. In den CVs dieser Personen darf dann zum Beispiel unter "Interessen" die Lektüre von Werken wie dem Zauberberg (oder bei der Politikerin Saskia F. dem "Buddenbrockhaus" (sic!)) nicht fehlen. Inhalte werden im Rahmen von "Stil-Kursen für Manager" angeeignet und so aufbereitet, um sie, mitsamt der angestaubten Sprache, bei Bedarf absondern zu können. Brav, Baschi.

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Nein, das Buch war eine Empfehlung für Deutschland. Und die Pensionierung erfolgt dann in Dubai.
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Wird alles aufgezeichnet, falls man mal dran vorbeikommt. Merci für die Hinweise! keep 'em coming!...
by patpatpat (23.05.12 16:00)
Das Buch war sein Bewerbungsschreiben bei "Avenir Suisse"! Ich setze 1 Gentechraps darauf, dass er...
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Abt. Mit dem Buch nichts zu tun Pius Knüsel, Direktor der Kulturstiftung des Bundes "Pro...
by supra (23.05.12 15:06)
Abt. Bin grad mal weg ... Dieses Baumhaus, besser wohl Neben-dem-Baum-Haus steht zwischen dem Chor...
by supra (23.05.12 14:54)