Samstag, 7. Januar 2012


Abt. Das Ja-Aber des Chefredaktors


Man habe ihm die Leviten gelesen, gibt BaZ-Chefredaktor Markus Somm heute bekannt. Wegen seiner Rücktrittsforderung an die Adresse von Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand vor drei Tagen, also noch bevor dieser sich in der Öffentlichkeit selber erklärte. Und es waren nicht irgendwelche Linken und Netten, sondern ein "Bankier" und ein "Wirtschaftsführer". Das schmerzt offensichtlich. So sehr, dass sich Somm erstmals während seiner Karriere als polternder Chefredaktor der "Basler Zeitung" entschuldigt:

"Habe ich zu vorschnell seinen Rücktritt gefordert? In Anbetracht der Regel, zuerst den Angeschul- digten anzuhören, bevor man urteilt, gebe ich zu: Ich liess mich hinreissen. Es war überstürzt. Nicht alle Fakten waren genügend klar. Dafür entschuldige ich mich."
Es ist aber eine Entschuldigung mit dem Nachsatz "Sie dreht sich doch". Oder:
"Es bleibt ein schwefliges Gerüchlein in der Luft."
Wer hat hier gefurzt? Nein. Über viele viele Zeilen breitet Somm aus, was man auf der Seite vorher auch im Interview mit seinem Ex-Kollegen Urs Paul Engeler von der "Weltwoche" bereits lesen konnte: dass der Hildebrand halt wahrscheinlich doch und so weiter. Und er schliesst mit den Worten:
"Erst wenn alle Konto- bewegungen der letzten Jahre untersucht worden sind, am besten seit 2003, als Hildebrand Mitglied im Direktorium wurde, – erst dann kann man diese Frage beantworten. Bis dann halte auch ich mich mit weiteren Rücktrittsforderungen zurück."
Dann können wir ja trotz "schwefligem Gerüchlein" alle aufatmen.

Übrigens: Die Tatsache, dass Blocher offensichtlich gelogen hat, als er sagte, er habe der Bundespräsidentin keine Dokumente gezeigt, kommt in der Zeitung nur ganz am Rande und ziemlich verharmlost zur Sprache.


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Abt. Rennbahn 2.0 - heute: Wipeout


Sie nennen es Quantum Levitation. Und Deine Enkel werden es sich zu Weihnachten wünschen:

(via)

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Freitag, 6. Januar 2012


Abt. Geschlumpf des Tages


Momentan gerade live auf Schweizer Farbfernsehen: Bundespräsidentin Mme Schlumpf als Arena gegen sich selbst. Und da ich bisher noch keinen intelligenten Satz von ihr gehört habe (was durchaus auch an meinem mangelnden Fernsehkonsum liegen kann) schaltete ich mal zu. "Wenns Bankgheimniss verletzt wird denn muess me do knallhart duregriffe." (Ausnahmen sind nur dem Bundesrat auf Anfrage der Amerikaner erlaubt?!). Man erfährt auch ganz Erstaunliches: "Mir pfläge uns an d Gesetz zahalte de Bundesroot." Conclusion: PH bringt der Schweiz im Total mehr als sein Fehler geschadet hat und da rechtlich nach den laschen Regeln weiss und moralisch schwarz als Mischfarbe Grauzone Schwamm drüber. //Edit: Dagegen ist die soeben von Bundespräsidentin Schlumpf skizzierte staatsquotenneutrale Energiesteuerreform (i.e. im internationalen Vergleich) genial (und von GLP (CVP; GP?) erfunden). Und für den begriffsstutzigen Professor aus FR: Ein Wohlhabender kann sich schon heute ein Plusenergiehaus bauen, damit seinen Tesla Roadster laden und meinetwegen die Flugreisen mit einem Solarcarport kompensieren. Damit braucht er nicht mehr Energie als ein Obdachloser.


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Abt. Senderauswahl - heute: FM4 im Auto


@radiofm4 aus Oesterreich via Internet gestreamt auf RadioRec+ in Androidhandy, an dem ein TuneCast II steckt, der auf 88,1 MHz sendet, was das Autoradio empfängt und über die Boxen wiedergibt. Und was hörst Du unterwegs?


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Donnerstag, 5. Januar 2012


Abt. "Houston, we have..." - heute: "...a rainbow!"


Die stürmische Andrea schon auf dem Rückzug?


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Abt. And the nominees are ...


Das Basler Agrobusiness-Unternehmen Syngenta hat gute Aussichten auf einen Platz in der "Hall of Shame" der Public Eye Award-Aktion von Greenpeace und der Erklärung von Bern. Der Public Eye Award wird "für die schlimmsten Fälle von Menschenrechtsverstössen und Umweltsünden" verliehen. Für den diesjährigen Schmähpreis nominiert sind neben Syngenta die fünf Grossunternehmen Grossunternehmen Barclays (UK), Freeport McMoran (USA), Samsung (KOR), Tepco (J) und Vale (BRA).

Syngenta ist wegen des hochgiftigen Herbizids "Paraquat" auf die Liste gelangt:

"Der Sensemann der Landwirtschaft: Der weltgrösste Agrochemie-Produzent Syngenta mit Sitz in der Schweiz vertreibt zahlreiche hochgiftige Produkte, die Mensch und Umwelt schädigen. Tausende von Bauern – die meisten davon im armen Süden – sind bereits beim Einsatz der Produkte gestorben, abertausende trugen schwere Vergiftungen davon. Syngenta vermarktet trotz Verbot in Europa sein Herbizid Paraquat weiterhin aggressiv im Süden. Der Konzern führt zudem Schmierkampagnen gegen einen kritischen Wissenschaftler und versuchte gar, ihn mundtot zu kaufen. Das Syngenta-Pestizid Atrazin hat 90 % des Wassers im mittleren Westen der USA vergiftet."
Im Moment liegt Syngenta bei der Abstimmung auf Platz drei. Wir gratulieren!


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Abt. Spektakuläre Kündigung bei BaZ


Der Kündigungs-Artikel von Heiner Hintermann im Ausriss auf blick.ch

Wir haben's überlesen, "Der Blick" nicht. Heiner Hiltermann, Wirtschaftsredaktor bei der "Basler Zeitung", hat seine Kündigung in einem Kommentar in der Zeitung selber angekündigt und wie folgt begründet:

"Ich jedenfalls, des dauernden Versteckspiels und der zunehmend rechtskonservativen Berichterstattung überdrüssig, habe die Konsequenzen gezogen und meine Stelle gekündigt."
Der Journalist hat, das wiederum spricht für einmal für den angegriffeneren Chefredaktor Markus Somm, den Text nicht irgendwie reingeschmuggelt, sondern ihn offenbar nach Gegenlesen durch den Chef veröffentlichen können, wie "Der Blick" berichtet.

Beachtlich.


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Dienstag, 3. Januar 2012


Abt. Mutmassung und Verurteilung


Es habe sich wahrscheinlich um Brandstiftung gehandelt, teilt die Basler Staatsanwaltaschaft zum Brandfall auf der Voltamatte in der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2011 mit. Sicher ist man sich aber noch nicht, denn:

"Die genaue Brandursache ist noch Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Kriminaltechnischen Abteilung."
Das hindert aber das Basler Bau- und Verkehrsdepartement nicht daran, nicht von einem mutmasslichen, sondern erwiesenen "Brandanschlag auf das Robi-Spiel-Dorf auf der Voltamatte" zu sprechen:
"In der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2011 wurde auf der Voltamatte von einer unbekannten Täterschaft ein Brandanschlag auf das im Bau befindliche Robi-Spiel-Dorf verübt. Die Sachschadenhöhe ist noch nicht bekannt. Das Bau- und Verkehrsdepartement Basel Stadt verurteilt den sinnlosen Anschlag auf das Schärfste und erhebt Anzeige gegen Unbekannt."
Ob es sich um einen "sinnlosen Anschlag" gehandelt hat oder nicht, ist, wie erwähnt, noch Gegenstand von Ermittlungen. Wenig Sinn macht aber die Betrebung, aus lauter Angst, von gewissen Presseerzeugnissen getadelt zu werden, vorschnell zu urteilen.

Und jetzt warten wir auf den Telebasel-Report, der die Täterschaft in der Villa Rosenau bereits aufgespürt haben will (oder wurde dieser bereits ausgestrahlt?)

Übrigens: Die "Basler Zeitung" berichtet, wie übrigens auch "Der Blick" korrekterweise von einem wahrscheinlichen Brandanschlag, was aber in erster Linie daran liegen dürfte, dass die Zeitung die entsprechende Agenturmeldung der seriösen SDA nicht ausschmückte. Der Unverlinkbare indes macht wie das Bau- und Verlehrsdepartement aus der Mutmassung bereits im Titel eine Tatsache.


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Sonntag, 1. Januar 2012


Abt. Wünsche für's 2012 - heute: von Moncef Marzouki


@mediapart hat den tunesischen Staatspräsidenten gebeten, für 2012 ein paar Worte & Wünsche an die Grande Nation zu richten:

Vor einem Jahr war es übrigens Stéphane Hessel.

NACHTRAG: Könnte sowas bitte mal einem helvetischen Medium einfallen? Eine intelligente, plattitüdenfreie Neujahrsansprache an die Schweiz von einer führenden politischen Intellektuellen (es darf auch ein Mann sein) aus dem Süden. Es dürfte auch die ZEIT sein. Wenn ja - laut dem Blatt - den Hiesigen nichts einfällt zum Land, das ihnen den Pass, oder sonst einen Aufenthaltsschein, ausstellt. Ausser Alois Bischof...


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Abt. Alles Gute... - heute: im 2012!


Wir werden versuchen auch im zehnten Jahr infamy polemisch, zugespitzt, kritisch, nervig und unbequem zu bleiben, insofern "business as usual" zu betreiben. Unserem geschätzten Publikum wünschen wir, dass seine wildesten Träume in Erfüllung gehen mögen!


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Samstag, 31. Dezember 2011


Abt. Ein kleiner Medienrückblick zum Jahresende


Was bisher geschah: Tettamanti log, Wagner log, Suter log, Blocher erst recht, sein Jünger Somm behauptet, nichts gewusst zu haben, was ihn entweder als Lügner oder als lausigen Journalisten ausweist. Die Tageswoche kam, die Basellandschaftliche Zeitung Basel will kommen, Der Sonntag kommt, nicht nur aus Aarau, sondern demnächst auch aus Basel (wenn auch ohne zusätzliche journalistische Ressourcen), die NZZ würde noch immer gerne, der Tages-Anzeiger deckt auf, Radio 24 und fast alle anderen Privatradiostationen geraten unter Wanners Fittiche, die BaZ hat alle Blocher-Intimi in den Jahresend-Urlaub geschickt, so dass man in der Zeitung plötzlich wieder Interessantes zu lesen findet, was aber, wenn sie zurückkehren ...

Mal sehen. Und lesen. Und kommentieren.

Und zuletzt noch ein Personenrätsel:

Friener bin i als go fliege Hütte duen i numme no liege
Wer ist es?


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Mittwoch, 28. Dezember 2011


Abt. food for thought - heute: L'encerclement


empe findet ihn empfehlenswert. Schliesse mich dem Urteil an, nachdem ich ihn bei artfilm beschafft und angeschaut habe. Aber er braucht Zeit. Und Du musst eine gewisse Theorietoleranz aufbringen! Wer die 30 Hämmer nicht abdrücken will an artfilm, kann den Streifen seit Mitte November auch hier finden:


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Abt. Keintunnel CH
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