Freitag, 6. September 2013


Abt. Namensvettern - heute: Echelon & Echelon


Smart Meter "Echelon"

Smartmeter, a.k.a. "Stromspione", die im 15-Minuten-Takt Stromdaten erfassen und (zunächst?) einmal täglich über eine "Kommunikationsleitung" (wording: TagesWoche) die Infos an die IWB senden: Ausgerechnet wie müssen die grauen Kästen heissen?

ECHELON
Die jüngeren im Publikum wissen das vermutlich nicht mehr, aber "Echelon" heisst auch "ein System, das von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) benutzt wird, um internationale Kommunikation abzuhören und zu verarbeiten, die über Kommunikations-Satelliten geleitet wird."

Der von der IWB behauptete use case für ihren Echelon-Sensor in Deinem Keller:

Die neuen digitalen Zähler besitzen zudem weitere Funktionalitäten. Sie können alle 15 Minuten einen gemittelten Stromverbrauch erfassen. Zusammengenommen ergeben diese Werte den so genannten Lastgang, welcher am Folgetag ausgelesen wird. Der Lastgang macht dann die tageszeitlichen Schwankungen des Stromverbrauchs sichtbar. Die Kenntnis dieser Schwankungen ist für die IWB als Netzbetreiber wichtig, weil Strom nicht im Netz gespeichert werden kann - aber die bereitgestellte elektrische Energie trotzdem exakt den zeitlichen Schwankungen des Stromverbrauchs entsprechen muss. Das ist ein wesentlicher Nutzen, der allen Stromkunden zugute kommt.
Warum aber die IWB den "Lastgang" in so hoher Auflösung, bis auf den einzelnen Haushalt, brauchen, erklärt diese PR-Speak von Lars Knuchel mit keiner Silbe. Auf der nächst höheren Ebene, bei irgendwelchen Unterverteilern in den Quartieren, kennt die IWB den Lastgang garantiert sehr genau. Schon heute. Ohne 100'000 Smartmeter Echelon in allen Kellern.

Und in Echtzeit. Nicht mit den angeblichen 24 Stunden Verspätung des Echelon-Systems, die die Daten eigentlich nahezu nutzlos macht für den Stromeinkauf auf dem Spot-Markt. Und den zu optimieren, darum geht's vermutlich den IWB eigentlich! Denn jede dort zu viel oder zu wenig, zu früh oder zu spät bestellte KWh kostet extra. "Prozessoptimierung im Einkauf" nennt das zum Beispiel das mit Echelon arbeitende "Stadtwerk Hassfurt" in der Kundenzeitschrift seines Lieferanten.

Dennoch: Was ist der tatsächliche Zusatznutzen für wen, wenn die IWB die Auflösung ihrer Daten von "Unterverteiler" auf "einzelner Haushalt" erhöhen? Das verschweigt Lars "IWB" Knuchel!

Hier das Datenblatt des IWB-Echelon-Sensors: iwb-smartmeter (application/download, 527 KB) . Dem ist zu entnehmen ("Tamper Detection"), dass er auch eine eigene Alarmanlage eingebaut hat. Davon hat Lars Knuchel, in einem früheren Leben mal Moskau-Korrespondent von Schweizer Radio DRS, sicher nichts erzählt an der PK. Wenn Du dran rumfummelst, merkt, speichert und meldet die Kiste das der Zentrale. Drei mal draufklopfen - und in 7 Minuten sind die schwarzen Helikopter über Deinem Haus! Ob der Datenschutzbeauftragte Beat Rudin das Datenblatt gelesen hat? Wie steht es mit der Datenschutzkonformität dieser Alarmanlage? Wurden die IWB-Kunden darüber informiert?

P.S. Dass, wie jetzt geschehen, zunächst mal tausenden Haushalten Echelons in den Keller montiert werden, und erst dann, wenn dazu Fragen auftauchen und die Medien darüber berichten, der IWB-Verwaltungsrat sich bemüssigt fühlt, sich mit dem Datenschutzbeauftragten zusammen eine Ausrede einfallen zu lassen für den totalen "faux pas", getarnt als "neue Ausführungsbestimmungen", stärkt nicht gerade das Vertrauen in die IWB und ihren Umgang mit den Nutzerdaten!


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Abt. Schwanzlängenvergleich - heute: Chefredaktoren


Man muss es als Schmerzensgeld ansehen, was die ChefredaktorInnen der helvetischen Medien laut PR-Mann und Deltenre-Partner Wigdorovits verdienen. Die Chefs sind ständig von lästigen Journis umgeben, die ihnen im Ohr liegen mit der Forderung sei es nach mehr Geld für ihre investigativen Recherchen oder sei es mit der Bitte um ein tragfähiges Konzept für die Zukunft ihres Mediums. Und weil die Chefs das eine nicht rausrücken wollen und ihnen die Kreativität und der Mut für das andere fehlt, sie ergo ständig "Nein!" und "Darum kümmert sich die Beratungsfirma meines Schwagers!" sagen müssen, sind sie unter einem Wahnsinnsdruck und lastet eine enorme Verantwortung auf ihnen.

NZZ (Markus Spillmann) 480′000
Tages-Anzeiger (Res Strehle) 380′000
NZZ am Sonntag (Felix Müller) 320′000
Blick (René Lüchinger) 320′000
SonntagsZeitung (Martin Spieler) 320′000
SRF Radio (Lis Borner) 310′000
SRF Fernsehen (Diego Yanez) 310′000
SonntagsBlick (Christine Maier) 280′000
20 Minuten (Marco Boselli) 250′000
Schweizer Illustrierte (Stefan Regez) 240′000
Handelszeitung (Stefan Barmettler) 240′000
Schweiz am Sonntag (Patrik Müller) 220′000
Neue Luzerner Zeitung (Thomas Bornhauser) 220′000
Bilanz (Dirk Schütz) 220′000
Blick am Abend (Peter Röthlisberger) 200′000
Tele Züri (Markus Gilli) 200′000
Finanz und Wirtschaft (Mark Dittli) 195′000
Aargauer Zeitung (Christian Dorer) 195′000
Berner Zeitung (Michael Hug) 195′000
Basler Zeitung (Markus Somm) 195′000
NZZ-Spillmann ist, gemäss der Liste, dahingehend am übelsten dran. Somm am besten. Beim Wädenswiler am Aeschenplatz verlangt niemand ein Konzept, denn der Chef ist das Konzept, und "investigativ" gilt nur als Anagramm von "VATIS GENITIV". Drum sein Chefredaktoren-Hartz-IV.


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