Donnerstag, 6. September 2012


Abt. Kleinbasel viel älter als Grossbasel


3300 Jahre alte Funde aus dem Kleinbasel

Vergesst die Kelten (ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. im St. Johann), vergesst erst recht die Römer, die im letzten Jahrhundert v. Chr. auf dem Münsterhügel ein Kastell errichtet haben: Die ältesten nachweisbaren Bewohner Basel hatten ihre Siedlung im Kleinbasel, wie die Archäologische Bodenforschung mitteilt:

"Vor 3300 Jahren gab es in Kleinbasel ein Dorf direkt am Ufer des Rheins, in einer überschwemmungsgefährdeten Zone – vergleichbar mit den Seeufersiedlungen an den Mittellandseen."
Die Siedlung brannte 1300 v. Chr. ab.

Namentlich auf dem Areal des zukünftigen Jazz Campus' der Musikhochschule Basel fanden die Archäologen unter anderem "zwei grosse, beschädigte Gefässe sowie viele teils sehr grosse Scherben von Gebrauchskeramik und qualitätvoller Ware". Die schönsten Fundstücke sind nun bis 30. November in der Blickpunktvitrine im Historischen Museum Basel zu bestaunen.


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Abt. "Rowdy und Gesetzesbrecher"


Die Velofahrer haben es wieder einmal zum grossen Medienthema geschafft. Während sich die "Tageswoche" darüber freut, dass sich nicht nur Velos, sondern auch die Velostadt Basel bewegt, wettert heute die "Basler Zeitung":

"Doch inzwischen sind die Radfahrer zu den grössten Rüpeln im Stras­senverkehr geworden."
So der Lokalchef Raphael Suter, der sich in seinem Kommentar zum Artikel ganz und gar auf die Seite der gebeutelten Fussgänger und SUV-Fahrer stellt, die ja schon immer gewusst haben, dass das eigentliche Verkehrsproblem von den Velofahrern ausgeht (in den Kommentaren auf bazonline nachzulesen).

Es ist einer von zwei Kommentaren (auch ein Velofreund kommt zu Wort) zu einem Artikel, der zwar von einer Verrohung der Velofahrsitten auf Basels Strassen berichtet, diese aber keineswegs belegen kann. Wie der Autor übrigens selber zugibt:

"Zahlen, die Auskunft darüber geben könnten, wie viele Velofahrer solche Übertretungen begehen, gibt es nicht. Auch Studien gibt es keine. Das Thema «Velo- Rowdys» ist nur schwer fassbar. Die Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz von Velofahrern schätzt Klaus Mannhart, Mediensprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, in den letzten Jahren «gleichbleibend auf hohem Niveau» ein."
Also bleibt alles beim subjektiven Eindruck, der sich in den vergangenen Jahrzehnten wohl kaum gross geändert hat und sich in Zukunft auch nicht ändern wird.


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Abt. Tell it like it is - heute: Roger Schawinski


Im Interview mit der Medienwoche:

Ronnie Grob: Hat der Einfluss von PR im Schweizer Journalismus zugenommen?

Roger Schawinski: Massiv. Dies und der gewaltige Einfluss der Medienstellen entwickeln sich immer mehr zu einer Pest.


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Mittwoch, 5. September 2012


Abt. Fessenheim - heute: Wasserstoffperoxidspiele


Reuters meldet zu Fessenheim:

"Il s'agit d'un dégagement de vapeur d'eau oxygénée produit par l'injection dans un réservoir de peroxyde d'hydrogène qui a réagi avec l'eau", a-t-on précisé de même source.
Wasserstoffperoxid? Das ist doch das da:

Heftig, heiss und heikel, aber nicht radioaktiv! Wenn's in Fessenheim hoffentlich nur sowas ist!

NACHTRAG 19.15: Ein RTL-Reporter meldet, 2 Arbeitern habe das Reaktionsprodukt, heisser Wasserdampf, die Hände verbrüht, durch ihre Schutzkleidung hindurch.


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Abt. Innenleben - heute: in Deinen Zellen


Was in Dir vorgeht:

Natürlich minus den Björk-Soundtrack. Was es damit auf sich hat, erkärt Frau Guðmundsdóttir hier:


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Dienstag, 4. September 2012


Abt. Hühnerstall


20Min.ch berichtet als erster so gegen 21.30 Uhr von einem Blaulicht-Grosseinsatz im grössten Briefzentrum der Schweiz in Müllingen/Schlieren. Es habe auch Verletzte gegeben. Wirklich schlimm.

Die Konkurrenz zieht nach: SF will von der Kantonspolizei einen Giftpulveranschlag bestätigt bekommen haben:

Tatsächlich? Ein Anschlag auf die Post? Unzufriedene Kunden etwa? Klar, wenn Giftpulveranschläge, dann immer auf die Post. Kennt man ja. Andere Medien zitieren die KaPo allerdings lediglich mit der Evakuierung, was wohl auch zutreffender ist. 40 Minuten später sind es auch bei SF nur noch Augenzeugen, die von einem Giftpulveranschlag berichten:

Der SF-Korrespondent berichtet von einer gespenstischen Szene, Leute stünden in Notfalldecken gehüllt vor Notfallzelten vor dem Gebäude. Nachts. Wo er recht hat... Sorry, ich weiss es ja auch nicht, aber: Kann es vielleicht sein, dass Mitarbeiter der Post ein Couvert mit Pulver entdeckten, verständlicherweise in Panik gerieten, es ein Durcheinander bei der Flucht aus dem Gebäude gab, sich der eine oder die andere dabei verletzte, und dass die Abt. Blaulicht ausrückte und alles notwendige veranlasste, nämlich, wie sich das gehört, das Gebäude komplett evakuierte, und während das Pulver sichergestellt wird, die verunsicherten Mitarbeiter draussen versorgt? Dass das dem einen Reporter gespenstisch vorkommt, naja, es ist halt eine Art Unfall, das ist nie schön. Und by the way: Der Arbeitsort der Pöstler ist bei Tage mindestens triste und bei Nacht gerne mal gespenstisch. Mit und ohne Unfall. Und dass ein Anschlag auf die Post stattfand, darf man getrost für höchst unwahrscheinlich halten. Vielmehr war wohl der Adressat gemeint. Hey, Los Kollegos: cool down and tell it like it is. Nur weil die Katze (Chef) aus dem Haus ist, müsst ihr nicht gleich auf dem Tisch tanzen (fabulieren). Und jetzt ab ins Bett und schlaft schön.

PS: Im Kommentar die Medienmitteilung der KaPo/ZH.


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Abt. Wozu Twitter? - heute: für Carfahrtenpromo


Der @FA_Raetia (Gimma & Co) lädt nach Monaco:

Let's go!


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Abt. Mediennutzung - heute: 2003 vs 2011


Was wir so trieben und treiben durch den Tag, gemäss mediapulse, die Umfrageergebnisse von 2003 (Jahresbericht 2004) und jene von 2011 (Jahresbericht 2011) übereinandergelegt:

Zu lesen als: Wieviele % aller Leute tun etwas Bestimmtes in dem Moment. Legende: grüne Bollenkurve: RadiohörerInnen 2003, rote Kurve: RadiohörerInnen 2011; blaue Quadratkurve: Fernsehpublikum 2003, schwarze Kurve: Fernsehpublikum 2011; cyan Kurve: Internetnutzung 2003, gelbe Kurve: Internetnutzung 2011.

Lesebeispiel: 2003 hörten morgens um 8 Uhr 30% aller Leute "old school" Radio. 2011 noch knapp 20%.

Auffallend: Nichts am durchschnittlichen Verhalten hat sich - in dieser Zusammenstellung - so markant verändert in den letzten 8 Jahren wie die Mediennutzung.


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Montag, 3. September 2012


Abt. Mikropolitik - heute: Basel in 3D


Eine der Folien von Regierungsrat Wessels in seiner Präsentation am 24.10.11 beim Bauforum ...

...lässt erahnen, dass irgendwo in den Tiefen des BVD tatsächlich ein Google-Earth-ähnliches 3D-Modell der Stadt versteckt sein könnte. Und der vor einiger Zeit hier deponierte Vorschlag, Stadtentwicklungsdiskussionen nur noch mit Visualisierungen zu führen, in denen das Publikum seinen Blick auf das Objekt frei wählen könne, sich verhältnismässig leicht realisieren liesse. Wenn das BVD seine Daten in einem brauchbaren Format öffentlich machte...


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Samstag, 1. September 2012


Abt. Kampagnen, Vergewaltigungen und die Titanic


Es ist wieder einmal soweit. Die "Basler Zeitung" hat eine neue Kampagne gestartet. Es geht, wen wundert's, um das Thema Sicherheit und Verbrechen. Und es geht um die Sozialdemokratie bzw. um die Linken und Netten, um es in der SVP-Sprache und somit auch BaZ-Sprache zu sagen. Der Chefredaktor der Zeitung schreibt heute in einem Leitartikel mit dem seltsamen Titel "Nachrichten von der Titanic":

"Warum tun sich die Sozialdemokraten so schwer, wenn es um das Thema Sicherheit in Basel-Stadt geht? Jahrelang, nein bis heute, wurde in linken Kreisen ständig betont, wie sicher, wie schön, wie gefahrlos man in der Stadt Basel lebt und wandelt. Zahlen, die einen laufend sich verschlechternden Zustand nahelegten, wurden erst verschwiegen, dann schöngeredet, schliesslich der Basler Zeitung angelastet."
Aber gehen wir zurück an den Anfang. Dort steht ein Interview mit der SP-Grossrätin Tanja Soland. Sie hatte zusammen mit einer Fraktionskollegin zwei Interpellationen mit den Titeln "Mehr Sicherheit für Sexarbeiterinnen" und "Wegweisung bei häuslicher Gewalt" eingereicht – also durchaus Themen, die mit "Schönrederei" eigentlich schlecht umschrieben werden können. Tanja Soland wird nun also von der BaZ interviewt, aber gleich die erste Frage zeigt deutlich, dass es der Redaktion keineswegs um den eigentlichen Inhalt der Interpellationen geht, sondern um etwas ganz anderes:
"Frau Soland, mit Ihren Interpellationen wollen Sie tatsächlich etwas zur Verbesserung der Sicherheitslage von gewaltbetroffenen Frauen machen. Heisst das, nur Frauen, die im Sexgewerbe arbeiten oder häusliche Gewalt erfahren, sind die wirklichen Opfer von Gewalt?"
Tanja Soland ist nicht ganz unschuldig an dieser Frage, ihre Einleitung zu ihrer Interpellation (pdf-Dokument)ist tatsächlich eine Einladung an die Rechten, das Ganze in eine andere Richtung zu lenken. Und auch im Interview tappt die Grossrätin in diese Falle und lässt sich vom eigentlichen Thema der Interpellation ablenken. Und die Interviewerin bleibt hartnäckig:
"Ist es nicht ein Affront gegenüber allen Frauen, zu behaupten, Sexarbeiterinnen und Frauen, die häusliche Gewalt erleben, seien die meist betroffenen Gruppen?"
Eine Behauptung ist das nicht, aber das kümmert die Interviewerin nicht, die gleich nachdoppelt:
"Und trotzdem ist es eine Tatsache, dass auch andere Frauen, also nicht nur Sexarbeiterinnen, im öffentlichen Raum überfallen werden."
Jetzt zur Kampagne. Auf das Interview folgt sogleich der Kommentar des Lokalchefs Raphael Suter, der zu den Interpellationen der beiden SP-Frauen schreibt:
"Die realen Probleme orten sie in der häuslichen Gewalt und bei den Sexarbeiterinnen im Rotlichtmilieu. Für den Grossteil der Bevölkerung sind dies Randthemen, denn sie sehen sich vielmehr Gewalttaten und Überfällen im öffentlichen Raum ausgesetzt."
Vergewaltigungen im privaten Bereich und im Rotlichtmilieu sind also nur "Randthemen". Weil sie sich nicht so sehr für den gemeinen Stammtisch eignen? Nicht für rechtsbürgerlichen Kampagnenjournalismus?

Dazwischen eingestreut das Protokoll eines Vergewaltigungsopfers. Gut geschrieben, wirklich eindrücklich. Aber nicht datiert. Aber gut platziert.

Und nun jetzt der Leitartikel des Chefredaktors. Der stellt sich wacker vor seine redaktionellen Kampfhunde, die ja er letztlich selber rausgeschickt hat. Und er schreibt:

"Nehme ich die Zahl der Reaktionen als Massstab, die wir auf unserer Online-Ausgabe verzeichnen, zeigt sich ein klares Bild. Kaum ein Thema stösst auf mehr Resonanz als die Lage der Sicherheit in Basel-Stadt. Wann immer wir darüber berichten, schiessen die Hits in die Höhe. Nicht die BaZ überzeichnet die Lage, sondern die SP unterschätzt sie."
Oh ja. Da "schiessen die Hits in die Höhe"! Zum Glück gilt dies nicht für die Verkaufs- und Abozahlen.


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Abt. Analogie - heute: Telefon / Internet


Google:

Unbenannt

Webshop:

Unbenannt

Newsletter:

Unbenannt

Hype:

Unbenannt

(via)


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Abt. Mikropolitik - heute: QZ statt Scientology!


Aus dem seit vielen Monden leerstehenden Bürohaus

Unbenannt

könnte eigentlich auch ein tolles Quartierzentrum werden mit Bibliothek, Kaffee, Kurs-,

Unbenannt

Übungs- und Konzerträumen, etc. pp., was halt so dazu gehört. Ein bisschen à la QuBa. In einer Ecke der Stadt, die zwar alles in allem sehr OK, aber damit eher unterversorgt ist.

Stattdessen planen, laut den Recherchen von Aline Wanner im Sonntag von Anfang Juni, die Scientologen hier einen Grosstempel. Aber das letzte Wort ist eventuell noch nicht gesprochen. Denn Anfang Juli konnte sie berichten, "Scientology bezahlt nicht". Offenbar gab's Zoff zwischen Planern und Scientologen. Wirklich voran geht's (Foto durch Fenster)

Unbenannt

schon seit Wochen tatsächlich nicht. Vielleicht wird da doch was draus, von dem mehr Leute etwas haben, als nur die Fans des Science Fiction Autors mit den wirren Phantasien.


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