Abt. Mikropolitik - Regierung: Wohnraum für Gespenster!


Aus dem Gegenvorschlag der Regierung zur Initiative des Mieterverbandes "Bezahlbares und sicheres Wohnen für alle!", über die wir in Basel-Stadt am 22.9.2013 abstimmen, S. 49, Sachziele:

1. Moderates Wachstum der Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt. Bis 2030 wird eine Bevölkerungszahl von 200'000 Einwohnerinnen und Einwohnern angestrebt.
Ratschlag Seite 51, Abbildung 15:
Gegenüberstellung von Entwicklungsbedarf und Entwicklungspotenzialen Kanton Basel- Stadt bis 2030
So sieht das aus:

Bis 2030 soll Basel also 200'000 Menschen beherbergen. Das sind rund 8'000 mehr als heute. Ok. Bring 'em on! Herzlich willkommen! Also braucht's Wohnraum für 8'000 Menschen mehr. Logisch.

Aber: Die Regierung will in ihrer "Förderstrategie" gleich noch zusätzlich Wohnraum für 9'400 so genannte "Einwohneräquivalente" schaffen (lassen), die's realiter nicht gibt, die auch nie nach Basel ziehen und auch nie Steuern zahlen werden.

Die Regierung will Wohnraum für Gespenster!

Die Notwendigkeit für den Wohnraum für diese 9'400 frei erfundenen, fiktiven "Einwohneräquivalente" zaubert die Regierung aus dem Hut, in dem sie unterstellt, wir wollten alle immer verschwenderischer umgehen mit der Ressource Raum. Sie behauptet das nicht nur, die Regierung will das mit ihrer so genannten "Wohnraumförderstrategie" sogar noch aktiv unterstützen!

Der angeblich notwendige Wohnraum für die 9'400 Gespenster phantasiert die Regierung in ihre Strategie und ihre Grafiken, weil sie den Mythos des "wachsenden Flächenverbrauchs pro Kopf" unhinterfragt fortschreibt.

Nur so kann sie eine Strategie aufbauen, die bis 2030 54% des neuen Wohnraums offiziell für Gespenster plant. Und nur 46% für reale Menschen:

Das hat natürlich verheerende Folgen auf verschiedensten Ebenen!

Schauen wir uns an, wie die Säulen aussähen, wenn sie nur die Planung für reale Menschen ausdrücken und nicht noch die Förderung von zunehmender Raumverschwendung, den Wohnraum für die 9'400 Gespenster, beinhalten würde:

Das sieht natürlich nicht so sexy aus für Pensionskassen und andere Investoren. Plötzlich braucht's vielleicht gar keine Wohnhochhäuser mehr vis-à-vis der Kraftwerksinsel Birsfelden, wie u.a. Roger Diener sie gern gebaut sähe,

weil für die 8'000 Neuankömmlinge bis 2030 anderenorts lange genug Platz geschaffen werden kann in Basel!

Aber warum soll diese irrwitzige Raumverschwendung aktiv geplant und sogar staatlich gefördert werden? Mit allen negativen Konsequenzen, die sie mit sich bringt?

Wenn die Regierung nicht auch noch für Gespenster planen würde (zweite Grafik hier), ist zum Beispiel plötzlich überhaupt nicht mehr einsichtig, warum das "Gesetz über Abbruch und Zweckentfremdung" (GAZW) entkernt werden soll, was die Regierung in ihrem angeblichen "Gegenvorschlag" auch gleich noch durchpeitschen will, nur damit Investoren einfacher günstigen Wohnraum durch hochpreisige Neubauten ersetzen können. In der Sprache des Ratschlags, S. 63:

Es zeigt sich, dass die Abbruchbewilligungspflicht nach geltendem Recht (GAZW) investitionskritische Signale aussendet. So werden die umfangreichen baulichen Regulierungen im Stadtkanton immer wieder durch Akteure des Wohnungsbaus kritisiert. Dies steht im Widerspruch zu den Bemühungen, gute Rahmenbedingungen für private Investitionen zu schaffen. Die zwingende Bewilligungserteilung für Abbruch bei Schaffung von mindestens gleich viel Wohnraum – vorbehältlich der Einhaltung der nutzungsplanerischen Vorschriften zum Wohnanteil, die Bewilligungsfreiheit für Teilabbruch und die aktualisierten Bewilligungskriterien für Zweckentfremdung stellen diesbezüglich Verbesserungen dar.
Verbesserungen für die Investoren und Hausbesitzer nota bene. Nicht zwingend für die BewohnerInnen! Wer, wie die Kantonsregierung, Wohnraum für Gespenster plant, hat offenbar wenig am Hut mit den realen Menschen in Basel.


Abb. 14

Les' ich das richtig: "Einwicklungsbedarf"?

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500 Punkte!

und der Jackpot gehen an 313!!! Sehr wunderhübsch!

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