Abt. Wem gehört die Stadt? - heute: den Banken?


1982 waren im Kanton Basel-Stadt Boden und Häuser drauf im Wert von insgesamt 8,6 Milliarden Franken verpfändet. Ende 2012 stand die Zahl bei 26,3 Milliarden. Das ist zum grössten Teil Geld, das Banken (und Pensionskassen und andere Kreditgeber) als Hypotheken gegen Zins an Käufer ausliehen für Immobiliengeschäfte, wofür ihnen als Gegenleistung die Käufer Teile eben dieser Immobilien als Sicherheiten verpfändeten für zusammengenommen diese Summen (wofür entsprechend Zinsen fällig sind). Stark vereinfacht: Im Zweifelsfall gehört soviel von Basel-Stadt den Banken.

Dass die "Grundpfandbelastung" in Basel-Stadt, wie das beim Statistischen und beim Grundbuch-Amt offiziell heisst, im Zeitraum, für den die Zahlen vorliegen, ziemlich stetig steigt,

einigermassen unbeeindruckt von anderen Faktoren wie Einwohnerzahl

oder durchschnittlichem Hypozins

o.ä., und sich innert 30 Jahren ziemlich exakt verdreifacht, verblüfft meinen Laienverstand doch irgendwie.

"Ein Ausdruck der Bautätigkeit!", erklärt mir freundlicherweise Walter Oswald, der Amtsleiter, die Entwicklung.

Konkret: Wenn z.B. Deine Eltern ihr Reihenhaus im Neubad, das sie in den 60ern für 200'000.- gekauft, und in den Jahrzehnten seither so gut wie abbezahlt hatten, in den letzten Jahren für eine knappe Million einer jungen Familie abtraten, und die dafür u.a. 700'000.- von einer Bank für Kauf und Renovation auftreiben mussten, stecken die 700'000.- jetzt auch in der kantonalen "Grundpfandbelastung". Ebenso wie die 2 Millionen, die Genossenschaft XY vor ein paar Jahren aufnahm, um ihre Wohnungen zu renovieren. Und die 10 Millionen des Spekulanten für die drei Häuser vom Ende des 19. Jahrhunderts im St. Johann und deren Abriss und Ersatz durch einen 0815-Block in den 90er Jahren. Wie auch die paar Dutzend Millionen für die im Bau befindlichen Neubauten auf der Erlenmatt usw. usw.

P.S. Aus dem Verlauf der durchschnittlichen Hypozinsen und der Grundpfandbelastung lässt sich - über den Daumen gepeilt - eine Grössenordnung berechnen, was "Basel" jährlich an Hypozinsen zahlt in absoluten Beträgen (in Mio.):

Erkenntnisgewinn von "det Janzem"? Muss ich mir noch ausdenken. Oder sag Du's mir.


Prima vista wohl ...

... mit sinkenden Finanzierungskosten steigende Immobilienpreise.

QED, ich weiss. Nur: Lassen sich die Zahlen auch mit der Entwicklung der durchschnittlichen Kosten von Mietwohnungen korrelieren?

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