Abt. Konfuzius sagt... heute: "Jetzt Basel!"


Der Marketing-Chef der Uni Basel (und ex-Chefredaktor des Somm-Blatts) konnte den Artikel in der BaZ gleich selber schreiben, als Mitte Mai aus Shanghai zu vermelden war, dass sein Meister, der Uni Rektor Loprieno, dort den Vertrag mit den Chinesen für das so genannte "Konfuzius-Institut" unterschrieben hat. 120'000.- pro Jahr lässt die Uni dafür springen und der Kanton nochmals 50'000.-.

Das "Konfuzius-Instiut" ist laut der Uni Basel eine Herzensangelegenheit des Präsidialdepartementes von Guy Morin. Sie schreibt in einem Rektoratsbeschluss vom 6.11.2012:

Im April 2011 wurde die Idee der Gründung eines Konfuzius-Instituts vom Präsidialdepartement Basel Stadt an die Universität Basel herangetragen; Anfang Juni 2012 wurde eine Machbarkeitsstudie sowie die Erarbeitung eines inhaltliches Betriebskonzepts in Auftrag gegeben. Das mittlerweile vorliegende Konzept geht von einer engen Zusammenarbeit mit der Volkshochschule beider Basel, der Chinese Business Platform und anderen Anbietern aus, deren bestehende Angebote vom Konfuzius-Institut komplementär ergänzt werden sollen. Als Liegenschaft für das Konfuzius-Institut wird die Lokalität Schützenmattstrasse 11 vorgeschlagen. Die Liegenschaftskosten (inkl. Nebenkosten) werden vom Kanton Basel-Stadt übernommen, der damit sein Commitment für das Projekt bekundet. Die chinesische Institution Hanban hat Ende Oktober 2012 die East China Normal University als Partneruniversität bestimmt. Damit das Projekt weiter vorangetrieben werden kann, muss bei Hanban eine Machbarkeitsstudie mit Zusagen betreffend Liegenschaft und Geschäftsführung sowie ein Betriebsbudget eingereicht werden.
Was das "Konfuzius-Institut" an der Uni, resp. der Volkshochschule, verloren hat, ist schwer nachzuvollziehen. Es ist eine kulturelle und implizit wirtschaftliche PR-Institution, wie sein explizites Vorbild Goethe-Institut. Mit universitärer, akademischer Arbeit hat es rein überhaupt gar nichts am Hut. Ein halbes Mal googlen und man weiss das.

Insofern stellt sich auch die Frage, wozu aus öffentlichen baselstädtischen Geldern 50% des Budgets dieses Propagandagebildes zu bezahlen sind. Soll China ein solches in Basel lancieren, von mir aus, herzlich willkommen!, aber nicht mit staatlichen Subventionen! Nicht wenn's um China geht. Es handelt sich dabei ja beileibe nicht um einen Staat, der am Hungertuch nagt. Und: Reichen die Konfuzius-Institute in Genf und Zürich nicht aus?

Geering, der laut Rektoratsbeschluss vom 6.11.12 die Bewerbung der Uni Basel für das "Konfuzius Institut" zu besorgen hat, schreibt als Berichterstatter darüber in der BaZ vom 15.5.2013:

Im November 2012 hatte der Universitätsrat das Projekt zur Gründung eines Konfuzius-Instituts in Basel gutgeheissen und jährlich 120'000 Franken für den Betrieb gesprochen. Die Regierung sagte einem Beitrag von jährlich 50'000 Franken zu. Diese Finanzierung ist auf fünf Jahre befristet. Diese Finanzierungszusicherungen waren Grundlage für Verhandlungen mit den chinesischen Partnern. Die Dachorganisation Hanban erwartet von ihren Partnern im Ausland eine fundierte Finanzierung – erst dann ist sie bereit, Mittel im gleichen Ausmass zu sprechen.
Natürlich wird, wenn Geering darüber schreibt, kein einziges, auch nur in Spuren kritisches Wort zu dem Projekt zu lesen sein. Kann Geering nicht, will er gar nicht. Er ist ja der beauftragte Marketingfuzzi für genau das, worüber er hier schreibt.

Was für ein verkommener, willfähriger Haufen hockt da inzwischen am Aeschenplatz bei der BaZ an den Schalthebeln!!! Und wie schamlos (oder verzweifelt?) musst Du sein, um als Kommunikationschef der Uni diese Verkommenheit und Willfährigkeit tatsächlich auszunutzen?


Das scheint dort offenbar Standard zu sein. Mir ist auch ein Fall bekannt, in dessen Zusammenhang es sinngemäss hiess: "Vielen Dank für Ihren Hinweis. Gerne drucken wir zu diesem Thema einen Beitrag. Bitte schicken Sie uns einen Artikel passender Länge."

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