Abt. unbezahlbar


Gelesen im MailNewsLetter der Werbewoche:

Thomas Gehrig, Elisabeth Mlasko und Robert Schwarz haben in Zürich das Insight Institute gegründet. Unter dem Motto «Access to Consumer Mindsets» legen sie das Schwergewicht ihrer Tätigkeit auf qualitative Forschung. Doch auch quantitative oder kombinierte Studien, sowohl national wie international, werden durchgeführt. Die drei Inhaber waren zuvor rund drei Jahre lang als Leitungsteam von Scope tätig, der Tochter für qualitative Forschung des Instituts Demoscope. «Wir sind überzeugt, dass die qualitative Marktforschung in Zukunft stark zunehmende Bedeutung geniessen wird», heisst es in einer Mitteilung. In immer komplexer und kompetitiver werdenden Märkten müssten Anbieter immer präziser und vertiefter darüber Bescheid wissen, wie ihre Zielgruppen denken, fühlen und handeln.

Gedacht: Man sollte mal eine Kampagne für den Boykott jeglicher Marktforschung lancieren. Kein "Anbieter" kann je so viel bezahlen wie er müsste, um auch nur von einem einzigen Menschen zu erfahren, wie er "denkt, fühlt und handelt". Kein "Anbieter", geschweige denn ein vorgeschaltetes "Forschungsinstitut", verdient es, auch nur ein Haarbreit in das "Mindset" eines Menschen "Access" zu erhalten. Bei Telefonumfragen z.B. liefern die Befragten - so sie denn naiverweise mitmachen - Informationen, die die Befragenden a) nix angehen, für das die b) nix bezahlen und c) die sie nachher rhetorisch aufgeblasen ihren Auftraggebern für sehr sehr viel Geld weiterverkaufen. Vergleichbar dem "Wertschöpfungszusammenhang" "sweat shop" -> Edelboutique. Und wozu? Damit die "Anbieter" den Befragten nachher ihren Schrott noch teurer mit noch raffinierteren Methoden andrehen können. Sonst noch Wünsche? Hey, Gehrig, Mlasko & Schwarz, wenn ihr - und also eure Auftraggeber - mich, eure "Zielgruppe", "in immer komplexer und kompetitiver werdenden Märkten" mittels "qualitativer Marktforschung" über den Tisch und dann mir mein Geld aus dem Portemonnaie ziehen wollt, müsst ihr mich für diesen Akrobatikakt so unendlich teuer bezahlen, dass euch die Lust auf euren redundanten Schwachsinn sofort vergeht! Sonst gibt's gar nix!


und

erzählst du denen das auch jedes mal, wenn sie bei dir anrufen? oder rufen sie schon gar nicht mehr an?

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ich sage höflich,

aber bestimmt, dass 1. unter dieser telefonnummer nix zu holen ist. gar nix. keine auskunft, nicht jetzt, nicht später, nie. und sage 2., ich verstehe, dass sie auch nur ihren job machen und meine strikte ablehnung nichts mit ihnen als person zu tun hat. ich mach mit denen - ohne dass sie's merken - das spielechen "du darfst nicht ja oder nein sagen". sie sind die fragenden. telefonumfragen sind eine pest! denn was treibt die auftraggeber dieser umfragen? kapitalistische ausbeuterinteressen. vielleicht in watte gepackt, vielleicht sozial abgefedert, vielleicht auch offen und klar deklariert. etwas pathetisch: will ich ausbeutern meine gewohnheiten, neigungen, wünsche, vorlieben, sehnsüchte gar, ausliefern / verraten? na also! eine altmodisch haltung. aber - wie schon anderenorts festgehalten - auf's alter werd ich sowieso immer miesepetriger.

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Spässchen

Und wer ein paar Minuten Zeit hat, kann den Anrufer ja mal "Gegen-Befragen" mit dem Telemarketing-Gegenwehrscript ;-)

Siehe Beitrag dazu in meinem Blog.
(Und schon wieder etwas Traffic abgezwackt :-) )

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genial, danke!

darum gleich direkt auch hier: gegenskript (application/pdf, 35 KB) . Und von da kommt's her.

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ich bewundere dich!

trotzdem hier noch mein tipp, für die, die weniger zeit haben: ich sag einfach "nein danke, kein interesse, ausserdem hab ich zu tun, wiederhören!" (dann blog ich weiter.) ah, und fast hätt ichs vergessen: magst du das nicht mal aufnehmen? wär doch ein toller beitrag. könnt man sogar podcasten. aber vergiss nicht zu sagen: "ihr anruf wird zu publikationszwecken aufgezeichnet!"

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nehm ich gern auf.

reichst du mir kurz den tschudinschen hybrid rüber? Ich könnt natürlich auch alle Anrufe umleiten lassen auf meine SkypeIn-Nummer und aufm Mac mitschneiden. Hab ich so eine Nummer? Äh, stimmt, Nein!

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guck mal

die google-inserate an. nur noch marktforschung. wegen dir!

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ich beiss mir

die zunge ab!

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infamy-Kollektiv
Basel
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