Mittwoch, 13. November 2013


Abt. Wetten dass vom Bagger moderiert?


Herzlich Willkommen in der Schweiz, Herr Grissemann: Erst ziehen Sie gestern Abend in "Willkommen Österreich" über Gottschalk-Nachfolger Markus Lanz her und dann schlagen Sie mich als Moderator vor. Was soll denn das, lieber Herr Grissemann? Leugnen müssen Sie nichts, hier der Beweis:

Ich, glatt, kalt? Phh. Lesen Sie erstmal meine einfühlsamen Berichte über Mauersegler oder die kantigen Beiträge in diesem Blog. Das Motto von Bagger, Laster & Co. ist übrigens auch ein Zitat aus Wetten dass: "Normalerweise baggert man zu sich hin, und hier muss man komplett umdenken und von sich wegbaggern."

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Abt: Historisches Museum: Forward to the Past


Eine skizzierte Burgenlandschaft hat das Historische Museum Basel für seine neue Sonderausstellung "Echte Ritter – Falsche Burgen?" in das Schiff der Barfüsserkirche eingebaut. Mit dem Einbeug des Hauptschiffes in eine Sonderausstellung geht das Museum unter der neuen Direktion von Marie-Paule Jungblut neue Wege. Nun ja. Ganz neu ist das nicht, denn das Museum bzw. das Kirchenschiff war bereits nach der Gründung des Museums 1894 grosszügig mit Ritterrüstungen und alten Waffen ausgestattet.

Neue Wege geht das Museum übrigens auch in der Zusammenarbeit. So ist als Ausstellungspartner die Abteilung Archäologie Baselland mit an Bord, die die Burgen bzw. die 3D-Drucke der Burgen auf Baselbieter Boden mit in die Ausstellung einbringt, während das baselstädtische Museum Objekte aus der Sammlung beisteuerte.

Es handelt sich um eine fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Basel. Ganz anders als das wie ein ironischer Seitenhieb platzierte Zitat aus dem unsäglichen Rotstab-Blut-und-Boden-Gesäusel von Florian Schneider, das in der Ausstellung zum Glück nicht zu hören, aber in Textauszügen nachzulesen ist.


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Abt. Entdeckung des Tages


Nun, sie kommt etwas spät, meine Entdeckung des Tages. Frank Zappa bewertete die Girlband The Shaggs (die Aufnahme stammt aus ihrem Album "Philosophy of the World" von 1969) scheinbar als besser als die Beatles. Andere bezeichneten die drei Schwestern als "the legendary—and unwitting—godmothers of outsider music". Das sei jetzt mal dahingestellt. Aber irgendwie bekommt man schon das Gefühl, dass hinter diesen Songs so etwas wie unbeabsichtigte Avantgarde steckt: Stockhausen meets The Sex Pistols oder so.

Wer noch mehr hören möchte, hier ist das Album in voller brutaler Länge.

Und "The New Yorker" widmete den Damen 1999 eine lange Geschichte. Und sie wurden sogar bereits zu Figuren eines Off-Musicals!


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Abt. Flüchtlingspolitik - heute: Malta macht's vor


Malta. Das sind die drei lustigen Felsen zwischen Sizilien und Tripolis:


Größere Kartenansicht

Neuerdings verkauft der EU-Staat Pässe zum Preis von E 650'000.-.

victoria-aussicht

Wie wir aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen exklusiv erfahren haben, hat Bill Gates beschlossen, 10% seines Vermögens, also gut 6,5 Mrd. Euros, zur Verfügung zu stellen, um damit 10'000 maltesische Pässe zu finanzieren für Flüchtlinge, die aus ihrem Elend raus und an der Nordküste des Mittelmeers ihr Glück versuchen wollen.

"Als erfolgreicher Unternehmer habe ich eine grosse Hochachtung vor diesen Menschen, die ihre ökonomische Chance packen wollen. Ich sehe das als Investition in den Aufschwung der krisengeschüttelten südeuropäischen Länder," soll Bill gesagt haben. Wir finden: Wenn seine Argumentation auch etwas schief liegt, ist der Ansatz doch trotzdem unterstützungswürdig: Kauft mehr Microsoft-Produkte!

acker


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Abt. Linksabweichler - heute: Partei der Arbeit


Was meint man eigentlich links der SP zu 1:12?

Vorwärts zur 1:12 Initiative

"tho." schreibt im Vorwärts:

Die JUSO vertritt faktisch tatsächlich nichts anderes als eine sozial dekorierte Verwertungsperspektive des Kapitalismus, die sie mit ein wenig radikaler Rhetorik versieht. Aber Hand aufs Herz: Was erwartet man auch von der Jugendorganisation einer regierugstragenden Partei? Dass sie zum Sturz der Regierung aufruft? (…) Es war nie die Absicht der JUSO, die innere Funktionsweise des Kapitalismus zu thematisieren oder gar anzutasten. Eine andere Absicht hat die erfolgreiche Jungpartei aber mit ihrem populistischen Vorgehen bereits erreicht: Sie ist in aller Munde und man debattiert über ihr jüngstes Kind. Ein voller Erfolg für die JUSO. Gerade auch weil man heute über die bösen, bösen AbzockerInnen und nicht mehr über das Kapital spricht.
Einfach der Vollständigkeit halber. Und als Lektüreergänzung zum "Manifest für eine zukunftsfähige Schweiz" der Handelszeitung.


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Dienstag, 12. November 2013


Abt. Anspielung - heute: UBS-Claratürmler


Jetzt erst erkenne ich, worauf die UBS-Claratürmler...

anspielen mit ihrem Plakatmotiv:

Verklärung, Heilserwartung, Gottergebenheit, Entrückung: So irgendwas in der Preislage muss es mindestens sein! Und das alles nur wegen eines herzlosen Hochhauses aus Beton, Glas und Stahl? Sowas versetzt euch in Verzückung? Echt jetzt?


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Abt. Randständige - heute: aus den Augen


Rot-Grün macht Ernst. Rot-Grün schiebt die Junkies an den Stadtrand. Aus den Augen, aus dem Sinn. Künftig sind sie in Basel im weiteren Perimeter der Innerstadt unsichtbar. Sie verschwinden von der Ecke Spital- / Schanzenstrasse…

Unbenannt

… und von der Heuwaage. Die Gassenzimmer dort werden in absehbarer Zeit geschlossen.

Zwischen Friedhof Wolfsgottesacker, Einkaufszentrum M-Parc und Hinterhof-Club hat die Stadt an ihrem Rand für die Randständigen ein nigelnagelneues Spritzenhäuschen hingebaut. Die Verantwortlichen feiern sich, die Medien rapportieren brav: Regi, TeleBasel, basellandschaftliche, BaZ, TaWo, 20min.

Nur: Die eigentlichen ProtagonistInnen der ganzen Geschichte, die aktuellen NutzerInnen der bisherigen Gassenzimmer, kommen mit keiner einzigen Silbe zu Wort, nirgends.

Nein, es ist nicht dasselbe, ihnen heute, am Eröffnungstag, dort ein paar Quotes zu entlocken (was sowieso kaum jemand tun wird).


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Abt. Baufortschritt - heute: neues Biozentrum


"Das ist erst die Hälfte!", sagt der Bauarbeiter.

Unbenannt

Am Ende, so seine Auskunft, soll die Baugrube hier, auf der gesamten ehemaligen Schällemätteli-Parzelle,

CIMG8673.JPG

11 Meter tief sein. Damit's dann in der Mitte

75 Meter in die Höhe gehen kann.

(Quelle)

Planauflage Campus St. Johann


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Sonntag, 10. November 2013


Abt. it’s official! - heute: Werbung sucks!


Das Hochbaudepartement der Stadt Zürich hat umfragen lassen, was das Publikum zu Reklame und Aussenwerbung findet: Umfrage ZH (application/pdf, 1.125 KB) . Punkt 3 lautete:

Zuerst möchte ich Ihre Einstellung zur Werbung ganz allgemein erfahren und lese Ihnen 3 Meinungen vor. Sagen Sie mir bitte zu jeder Meinung, ob sie auf Sie zutrifft oder nicht.
313 Personen jeden Alters antworteten so:

Die erste in der Tabelle ist banal. Die dritte ist der Seufzer der bedrängten Kreatur.

Die mittlere belegt: Eine Zweidrittelsmehrheit der Über40jährigen findet, "Werbung sucks!"


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Samstag, 9. November 2013


Abt. for the record - heute: UBS-Claraturm & ISOS


Davon steht weder im Ratschlag zum Claraturm, noch in den Abstimmungserläuterungen auch nur eine Silbe:

Das Ensemble der Warteckhäuser, die dem UBS-Claraturm weichen sollen, ist aufgeführt im "Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung" (ISOS), nachzulesen im ISOS Verzeichnis Basel (25MB, pdf).

Zur Wirkung dieser Aufnahme in dieses Inventar sagt das Bundesamt für Kultur:

Durch die Aufnahme eines Objektes im Bundesinventar wird dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung verdient (Artikel 6 NHG). Ein Abweichen darf nur in Erwägung gezogen werden, wenn gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen.

Auch auf kantonaler Ebene ist das ISOS verbindlich: die Kantone müssen das Bundesinventar bei der Erstellung ihrer Richtpläne berücksichtigen (Art. 4a VISOS). Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat 2012 in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein Papier erarbeitet, um diese „Berücksichtigung" näher zu definieren (siehe „Empfehlung zur Berücksichtigung der Bundesinventare nach Artikel 5 NHG in der Richt-und Nutzungsplanung“).

Einige Kantone haben dem ISOS durch die Aufnahme in ihre Gesetzgebung zusätzliche Rechtswirkung gegeben.

BVD-Sprecher Marc Keller spielt die Bedeutung dieses Eintrags ebenso herunter, wie Daniel Scheller von der Denkmalpflege des Kantons. Sie behaupten beide, der Eintrag habe lediglich empfehlenden Charakter. Dann hat für die beiden Herren vermutlich eine Tempolimite auf der Strasse auch lediglich empfehlenden Charakter...

Es gilt für die Warteckhäuser, laut ISOS-Band Basel, das Erhaltungsziel A, was heisst: "Erhalten der Substanz. Alle Bauten, Anlageteile und Freiräume integral erhalten, störende Eingriffe beseitigen. Abbruchverbot, keine Neubauten; Detailvorschriften für Veränderungen."

Sie sind aufgenommen in der Katgorie AB, also zwischen A (Mehrheit der Bauten hat gleiche Prägung) und B (Mehrheit hat ähnliche epochespezifische Merkmale).

Das ISOS spricht ihnen eine "gewisse" räumliche, architekturhistorische Qualität und eine "besondere" Bedeutung zu.

Hier ausführlich: Die Warteckhäuser auf Seite 252 des Basler Bandes des ISOS, in der letzten Zeile:

Was die Symbole bedeuten in den äusseren 6 Spalten:

Aufnahmekategorie:

Erhaltungsziel:

Die "Slashes":


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Freitag, 8. November 2013


Abt. Nachbarschaften - heute: Dürr & Chomsky


Baschi Dürrs Vater David Dürr, der gerne rhetorisch mit dem Anarchismus liebäugelt, schreibt heute in seiner BaZ-Kolumne und hier:

Wer hat Angst vor Anarchie?

Ob ich eigentlich Anarchist sei, werde ich immer wieder mit einem Unterton von gruselnder Neugierde gefragt. Was ich in diesen Kolumnen da so schreibe, töne ja echt anarchistisch. Und Anarchisten seien doch böse Bombenleger. Ich beruhige dann jeweils und sage, dass ich zwar Anarchist sei, dies aber mit Bombenlegen nichts zu tun habe. Es mag ja sein, dass es im 19. Jahrhundert einige Bombenattentate verzweifelter Anarchisten gab, doch war dies völlig atypisch. Viel typischer war und ist Bombenlegen für staatliche Aggression, wenn man an die gigantischen Bombenteppiche denkt, die staatliche Streitkräfte im 20. Jahrhundert gelegt haben.

Doch was ist ein Anarchist denn sonst, ausser einem zu Friedfertigkeit neigenden Zeitgenossen?

Fragen wir einen, der's wissen muss, Noam Chomsky:

So definierte Chomsky seine Position 1991.

Dürr über Anarchismus:

Die Idee war gut und vor allem auch konsequent angesichts der schlechten Erfahrungen mit dem monopolistischen Ancien Régime. Durchgesetzt hat sie sich leider bis heute nicht. Aber nicht weil sie versagt hätte, sondern weil die Monopolträger sich dagegen zu wehren wussten. Diese nannten sich zwar nicht mehr „Monarchen“, jedenfalls nicht mehr nach 1918, sondern „Republiken“ oder dann gern auch wieder „Reich“. Aber Monopol-Archien waren sie nach wie vor und ihr Ausweis ist nicht eben rühmlich: Sie haben einige Weltkriege produziert, apokalyptische Massenvernichtungen, perfektionierte Bespitzelungssysteme und desaströse Wirtschaftskrisen. Und sie sind noch immer wacker am Werk.

Vielleicht wäre es gar nicht so dumm, sich gelegentlich einem Nouveau Régime zuzuwenden, einem Regime ohne Archie.

Gerne sähe man mal den rechten Anarchisten Dürr und den Anarchosyndikalisten Chomsky über ihren Anarchismusbegriff diskutieren.

Chomsky brachte sein Standpunkt übrigens bereits anno 1991, 10 Jahre vor 9/11, zu folgender Analyse der US-Aussenpolitik:

Das "new rhetorical framework", dessen Ankunft Chomsky 1991 prophezeite, war dann ab dem 11.9.2001 der "war on terror".

Sowas ginge David Dürr wohl kaum über die Lippen. Jean Ziegler meinte übrigens über Chomsky anno 2008 anlässlich dessen 80stem:


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Abt. Versprecher der Woche - heute: Christof Moser


"Die Weltwoche lie, äh die Weltwoche, die TagesWoche - um Gottes Willen - die TagesWoche natürlich, liegt mir am Herzen!"

aus: «TagesWoche Mittendrin», die Erste. Wer's verpasst hat, ist selber schuld! So, wie ich.


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