Donnerstag, 12. März 2009


Abt. unterste Schublade - heute: Kurt W. Zimmermann


Er ist ein empfindliches Pflänzchen, Meister Zimmermann. Wenn schon nur ein Bundesamt seiner Bestimmung gemäss handelt und darauf pocht, dass die gesetzlichen Spielregeln eingehalten werden, dann fällt er gleich von der Rolle und schreit: "Gestapo!" Darum geht's:

Das Bakom büsst etwa die Ringier-Sendung «Gesundheit Sprechstunde», weil ein Sponsor nicht genannt wurde. Das Bakom straft die SRG mit 340 000 Franken, weil der TCS im Wetterbericht erwähnt wurde. Das Bakom verbietet Online-Spiele wie «Fussball Challenge». Das Bakom untersucht Sat 1, Viva, Tele Bärn, Tele Basel und 15 weitere Sender auf Spuren von Schleichwerbung. Das Bakom verbietet den Privatradios, Radarwarnungen auszustrahlen. Und so fort.
Und das hält Zimmermann davon:
Wir können es darum leider nicht anders sagen: Unter seinem Chef Moritz Leuenberger ist das Bakom zu einer Art Medien-Gestapo geworden.
Kann mal jemand nach dem Pfleger klingeln, bitte! Zimmermann im 34 deliriert wieder. Es ist Finanzkrise, wir wissen's, und das ist ganz, ganz, ganz schlimm. Aber müssen darum gleich alle durchknallen?


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Abt. Die Geschichte mit den Bewilligungen


Wir leben in einem Rechststaat. Und dieser Rechststaat gewährt einem gewisse Freiheiten, die aber die Freiheiten anderer nicht allzu stark einschränken sollten und so weiter ...

... deshalb braucht es für gewisse Dinge Bewilligungen. Und das mit den Bewilligungen ist so eine Sache. WAR so eine Sache, meint nun der Basler Regierungsrat im Brustton der Überzeugung:

Das Bewilligungswesen im Kanton Basel-Stadt ist kundenfreundlicher geworden.
Kaum zu glauben so etwas. Wirklich kundenfreundlicher? Aber doch kaum einfacher ...

Doch, behauptet die Regierung:

Das Bewilligungswesen wird entschlackt. Insgesamt werden noch in diesem Jahr rund ein Drittel der kantonalen Bewilligungen gestrichen oder in vereinfachte Verfahren umgewandelt. Sie betreffen vor allem Bewilligungen im Bereich Verkehr und Sicherheit, die Nutzung des öffentlichen Raumes, Bauen, Arbeit und Aufenthalt sowie Gesundheit und Tierhaltung. Auch die internen Abläufe wurden vereinfacht und Schnittstellen eliminiert. Die Verfahren kennen heute nur noch eine Ansprechstelle, die Kundinnen und Kunden erhalten eine Bewilligung und eine Rechnung. So bei Bewilligungen für Veranstaltungen im öffentlichen Raum und den Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen, wo alle involvierten Stellen dank der Vereinheitlichung der elektronischen Systeme Zugriff auf dieselben Daten haben.
Ok. Mag ja an mir liegen, dass ich nicht alles gleich auf Anhieb verstehe. Schauen wir nun mal im Detail nach auf www.bewilligungen.bs.ch. Und wir staunen, wieviele verschiedene Arten von Bewilligungen und wieviele Bewilligungsbehörden es in diesen "entschlackten" System nach wie vor gibt.

Ein paar Beispiele: Wer eine Bewilligung zum "Trommeln auf Allmend" einholen möchte, muss sich ans Waffenbüro wenden. Für die Bewilligung von Openair-Konzerten (Bearbeitungsdauer: 60 Tage!) ist die Abteilung Verkehr der Kantonspolizei Basel-Stadt (Claraposten) zuständig. Wer einen Einsatz von Lautsprechern auf Allmend bewilligt haben möchte, muss sich wiederum ans Waffenbüro wenden (wie man mit mit Openair-Konzerten mit Lautsprechern vorgehen muss, weiss ich nicht). Die Durchführung einer Tombola wird vom Bauinspektorat bewilligt (oder nicht), ebenso eine Lottoveranstaltung, nicht aber eine Lotterie: Hier wiederum ist die Rechstabteilung des Sicherheitsdepartementes zuständig.

Irgendwie einfach, das.


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Abt. Alle drei Jahre wieder: neue Uniformen


Also ich bin ja selber ein Tambour, wenn auch nicht gar so ein versierter und nicht ganz so geheim. Jawohl: die Rede ist von den Top Secret. Ich bin nun geradezu erstaunt, wieviele Uniformen die so durchlassen. Wie ich darauf komme? Die Mitteilung "Unterstützung aus dem Lotteriefonds" von Basel-Stadt hat mich stutzig gemacht:

Dem Top Secret Drum Corps Basel wird für neue Uniformen und Instrumente am "Military Tattoo" ein Beitrag von 50'000 Franken bewilligt.
Dabei ist es noch keine drei Jahre her, als aus dem Lotteriefonds bereits schon einmal <a href="infam.antville.org target="blank">50'000 Franken für neue Uniformen gesprochen worden waren.

Nun gut. Besser, als wenn man die Burschen nackt aufs Trommelfeld schicken würde. Bei diesen Temperaturen. In Schottland.


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Abt. Quote of the Day - heute: Uni BS Café Scientifique


Auf seinen Anlass am 5. April mit dem Titel "Krise des wachstums - Mehr und mehr, für immer?" weist das Wissenschaftskaffee der Uni Basel u.a. mit diesem unnachahmlichen Satz hin:

Und wie das Wetter sind die Märkte zu vielschichtig, damit wir den Durchblick wahren können.
Aha, jetzt erst versteh ich: Die machen das extra! Und ich Idiot hielt sie immer für zu komplex, als dass ich mir einen Reim drauf machen könnte.


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Abt. Datenschutz oder Informationsverweigerung?


Über den Basler Polizeisprecher Klaus M. und seine beinahe unnachahmliche Fähigkeit zum Freestyle Talking wurde an dieser Stelle schon des öftern geschrieben. Heute hat die beste aller Basler Tageszeitungen ein neues Beispiel parat. Berichtet wird über ein Erstklässler, der im Gotthelfquartier von einem Auto angefahren und verletzt worden ist.

Zur Schwere der Verletzungen wollte sich Sprecher Klaus Mannhart 'aus Gründen des Datenschutzes' nicht äussern."
Aus Gründen des Datenschutzes? Recht hat der Mann. Hätte man doch aufgrund der Bekanngabe der Schwere der Verletzungen vielleicht über einen Hellseher den Namen des Autolenkers oder so ...


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Mittwoch, 11. März 2009


Abt. Reminder


Und hier noch unser Reminder für die Anti-RFID-Demo von morgen. In der Zwischenzeit ist die Zahl der Referenten angewachsen. Neu dabei sind unter anderem Ueli Mäder, Susanne Leutenegger-Oberholzer und Brigitta Gerber.


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Abt. NZZ-ille des Tages


Supra selbst fand es pietätlos, diesen Witz zu posten. Aber natürlich nur, weil er die NZZ so verehrt. Also übernehme ich das mal für ihn. Jedenfalls fehlt beim Verb von Frau Merkel ein «el».


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Abt. In the Neighborhood – heute: Fortsetzungsroman


+ Ich hab ja gesagt, dass es eine Fortsetzungsgeschichte ist. Kann mal jemand einen Maler vorbeischicken? Ich will wissen, wie's weitergeht!


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Abt. Spam of the day - heute: Swisscom


War aber gar keine Werbung drin, sondern, noch schlimmer: RECHNUNGEN! Man möchte meinen, die verdienen ihr Geld mit uns allein …

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Abt. Angebot des Tages


Bei der Recherche nach den Eb-Junioren des SC Zofingen stiess ich auf dieses Google Ad: Wie haben die herausgefunden, dass meine Kröten für Chelsea oder den FCB nicht reichen?


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Abt. Gruss aus der Küche


... an die Herren Fuzzy, Supra und Derendinger! Wünsche, einen guten gehabt zu haben. Stillleben mit einem Viertel Mini-Fruchtwähe Zwetschgen von Schneider.


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Abt. Der Regierungspräsident und die Kunstszene


Brav und mit ungespielter Aufmerksamkeit hat sich der neue Basler Regierungspräsident und damit auch Kulturminister Guy Morin angehört, etwas ihm die Basler Kunstszene zu sagen hatte. Das war gestern Abend im bis auf den letzten Platz gefüllten Ausstellungsraum Klingental. Alles war gekommen: vom Jungkünstler Emil Michael Klein über den Altkünstler Samuel Burri bis zum Kunsthalle-Direktor Adam Scymzcyk und der Museum-für-Gegenwartskunstkuratorin Er nahm zur Kenntnis, dass es Basel gut anstünde, den Unterbau unter dem von den Highclass-Museen gebildeten Wasserkopf etwas ernster zu nehmen, bzw. ihn zu stärken. Er nahm weiter zur Kenntnis, dass der Wunsch besteht, Kulturpolitik nicht der selben Siegermentalität unterzuordnen wie sie die Finanzwirtschaft geprägt und zum Fall gebracht hat.

Auf dem Video oben ist zu sehen (und mit etwas Anstregung auch zu hören), was Morin als spontane Antwort bereit hatte.


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