Mittwoch, 9. September 2009


Abt. Mikropolitik - heute: Nein! zum Wasgenring


Am 27. September will uns die baselstädtische Regierung unter Federführung der SP lauter autophile Verbesserungen andrehen, garniert mit ein wenig grünem Beigemüse a.k.a. Bäume. Mein Nein! als Anwohner steht schon fest. Ein paar Müsterchen:

  • Burgfelderstrasse, Kreuzung Luzernerring: Wo jetzt allmorgendlich kilometerlang Elsässer anstehen in 1 Reihe auf 1 Spur zum Rotlicht, erhalten sie in Zukunft 2 Spuren, stehen also dann 2 kilometerlange Schlangen am Rotlicht. Hab ich erwähnt, dass die Traminsel, die jetzt wieder zu Gunsten der Autos abgebrochen werden soll, erst grad vor kurzem fertiggestellt wurde? Dasselbe passiert mit der Traminsel zwischen Dammerkirchstrasse und Luzernerring an der Burgfelderstrasse. (Bild 1) Im Bewegtbild:
  • Luzernering, Kreuzung Burgfelderstrasse: Wo jetzt 2 Spuren in jede Richtung zum Rotlicht hin führen plus 1 Busspur, führen in Zukunft 3 Autospuren zum Rotlicht. Der Bus hat keine separate Spur mehr. Siehe Bild 1.
  • Luzernerring zwischen Burgelderstrasse und Autobahnanauf- und abfahrt: Wo jetzt noch keine Parklätze oder sie grossteils auf der Fahrbahn sind, kommen alle auf's Trottoire!
  • Im Abschnitt Wasgenring zwischen Morgartenring und Blotzheimerstrasse entstehen auf der Westseite Parkplätze, wo jetzt keine sind. Siehe:
  • Zwischen Blotzheimerstrasse und Kreisel Hegenheimerstrasse verbessert sich auf der Westseite gar nichts. Gegenüber gibt's zwar mehr Bäume, aber dazwischen immer Parkplätze. Da sieht's dann wohl etwa aus wie am Spalenring. Was ist da der Fortschritt?
  • Autophiles in den Abstimmungserläuterungen:
    Auf dem Luzernerring hat der Verkehr mit dem Anschluss an die Nordtangente deutlich zugenommen.
    Einschub: Offizielle Zahlen (<- 2,2 MB .pdf) für den Abschnitt Flughafenstrassse - Burgfelderstrasse des Luzernerrings in den Stosszeiten: Sept. '04 1460 Abgasschleudern / Stunde, Sept. 2008 2170 / Stunde = +50%.
    Hier bleiben die Fahrspuren für den motorisierten Verkehr in etwa im heutigen Umfang erhalten, aber die Leistungsfähigkeit der Kreuzungen wird deutlich erhöht.
    Ergo Mehrverkehr.
  • Worüber wir abstimmen: 10-15 Millionen mehr oder weniger ausgeben. Nicht "mehr oder weniger Verkehr". Denn wenn's am Wasgenring flüssiger vorangeht, werden die gleich vielen oder sogar noch mehr Autos einfach auf einer Spur vorbeirauschen. Aus den Abstimmungserläuterungen:
    Der Luzernerring und Wasgenring sind in baulich schlechtem Zustand und müssen in den nächsten Jahren ohnehin erneuert werden. Falls der Luzernerring und Wasgenring nicht umgestaltet werden können, müssten in absehbarer Zeit dennoch knapp 20 Millionen Franken für deren Erhalt und Erneuerung aufgewendet werden. Die zusätzlich veranschlagten Kosten von ca. 15 Millionen Franken für Kanalisations-, Werkleitungs- und Gleisbauarbeiten bleiben dabei unverändert. Das heisst: Einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 45 Millionen Franken mit Umgestaltung stehen im Falle einer Ablehnung des Projekts Aufwendungen von ca. 35 Millionen Franken ohne Umgestaltung gegenüber. Dabei ist zu beachten, dass der Bund aus dem Agglomerationsprogramm einen finanziellen Beitrag für die Umgestaltung in der Höhe von 5,9 Millionen Franken in Aussicht gestellt hat. Dieser Beitrag ist an Aufwertungsmassnahmen für das Quartier gebunden und ginge ohne Umgestaltung verloren.
    Wenn die Bürgerlichen aufjaulen, es werde Kapazität abgebaut und deswegen gegen den Umbau sind, stimmt das natürlich nicht. Dafür sind die Begleitmassnahmen ja da, dass weiterhin gleich viele - oder mehr - Blechkarrossen durchkommen. Worum es aber ginge, wäre: Weniger Verkehr! Und das kommt mit der Umgestaltung sicher nicht. Es wird mehr Durchgangsverkehr geben. Für die Anwohner also mehr Lärm und Gestank und Staub. Die paar Bäume machen da keinen Unterschied! Zusammen mit den Autos auf dem Trottoire machen sie die Situation nur unübersichtlicher und gefährlicher für Kinder, die über die Strasse wollen - und weniger vorsichtig sind, denn es hat ja "nur noch eine Spur". Gegemeinung?

P.S. Nur weil laut facebook-Unterstützergruppe (fast) alle (CVP, Grüne, Grünliberale, SP, BastA!, EVP, Neutraler Quartierverein Kannenfeld, VCS, Pro Velo, WWF) dafür sind, heisst das nicht, dass die Sache automatisch gut ist. Der SP Quartierverein Spalen schreibt dort:

Wir möchten hier im Quartier wohnen, saubere Luft einatmen, die Strasse sicher überqueren können, mit dem Velo sicher zum Bachgraben fahren.
Ihr glaubt aber doch wohl selber nicht, dass mit dem Umbau die Luft im Quartier sauberer wird nur weil ihr Geranien vor's Fenster hängt?


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Abt. Libyen-Krise: Merz ist Wiederholungstäter


Achtung, Gerüchtealarm! Aber die Sache ist zu nett, um hier nicht kolportiert zu werden! Drüben bei der NZZ im Kommentar einer Leserin erfahren wir, dass Merz offenbar seit frühster Jugend einen Hang hat zu überstürzten Rettungsaktionen im Ausland. Eine Bettina Lobkowicz aus Prag schreibt dort am 31.12.08 unter einem Portrait von Merz zum Beginn von dessen Bundespräsidentschaft, datiert 30.12.08:

Die Rolle von Merz nach der russischen Besetzung der CSSR wäre ebenfalls erwähnenswert gewesen. Merz hat im August 1968 sofort eine VW-Bus gemietet und ist zu seinem tschechischen Freund in die CSSR gefahren. Mit grossem Mut und natürlich viel Glück hat er seinen Freund über die Grenze nach Oesterreich gefahren. Es zeigt, dass Merz nicht nur ein Mann des Wortes sondern auch der Tat ist. Bettina Lobkowicz, Prag, Tschechische Republik
Rechtzeitig gelesen, wäre das uns allen eine Warnung gewesen.


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Abt. Verdacht des Tages


Der bloggt am Ende gar nicht selbst?!

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Abt. Libyen-Krise: Es wird immer besser!


Von der einen "Geisel" heisst es ja, sie arbeite bei ABB, die zweite wird in der Bezahl- und Gratispresse mal als ABB-Kollege, mal als Mitarbeiter einer Baufirma oder was auch immer beschrieben. Bei Newsnetz erfahren wir, dass der Mann gern mit dem libyschen Premier Tennis spiele und seit Juni, wie seine Mitgeisel, Mitarbeiter der Schweizer Botschaft in Tripolis sei. Morgen kommt bestimmt raus, dass Gaddhafis Sohn Besitzer von Servette Genf ist und HR Merz nach seinem Rücktritt als Bundesrat Kameltrekking in der libyschen Wüste anbieten will. Wundern würde sich niemand mehr.


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Abt. Fröhliche Wissenschaft


Für einmal muss ich in fremden Tümpeln fischen, denn eigentlich bin ich ja ausschliesslich für die Wissenschaft der Bewusstseinserweiterung zuständig. Woher die gemeine oder zumindest lästige Fruchtfliege kommt - und wie man sie loswird, erfahren wir auf simplyscience.ch:

Melonensaison ist auch Fruchtfliegensaison - Wer kennt das nicht: Eine leicht überreife Banane oder Nektarinen zu Hause und schon hat man hunderte kleiner Fruchtfliegen, die man kaum wieder loswird!
Zwar vermisse ich den Hinweis auf die Entstehung der Fruchtfliegenplage, die bekanntlich auf den Trend zum Quartierkompostieren zurückzuführen ist. Denn in den Komposthaufen schlafen, vermehren und überwintern die Dreckviecher, die ursprünglich aus den Forschungslabors der Genindustrie entwichen sind. Dennoch gebe ich gern die Tipps weiter, mit denen du deine Küche fruchtfliegenfrei kriegst:
Nimm einfach ein Trinkglas, füll es mit Wasser, gib einen grossen Schluck Essig und einen Tropfen Spülmittel dazu. Dann decke das Gemisch mit Haushaltsfolie (Saran) ab und mach mit einem Messer ein paar Löcher hinein. Die Löcher sollten so gross sein, dass die Fruchtfliegen leicht durch kommen können, aber nicht so schnell wieder herausfinden. Die Fliegen werden von der Mischung angelockt und ertrinken.
Das mit dem Essigwasser war mir ja bekannt, aber das mit der drosophilasemipermeablen Folie kann nur einem Wissenschaftler in den Sinn kommen.


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Zitate des tages:


  1. Jede alternative variante der geschichte enthält mehr soziale entropie als die real geschehene. (der zweite hauptsatz des klio)

  2. der postmodernismus hat die generelle metonymie des avantgarde-totalitarismus methaphorisiert. (von wem is'n das?) auf deutsch gesagt versteh ich das so, dass die postmoderne die defininitionsmacht der intellektuellen avantgarde bricht oder zumindest relativiert?


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Abt. Das infamy Ratespiel - heute: Was war morgen?


Dass heute Schnapszahlheiratstag ist, hat ja wohl jeder gemerkt. Was übermorgen für ein Tag ist, dürfte auch bekannt sein. Aber was wird morgen gefeiert? Wer's als erster errät, gewinnt einen schönen Preis! Tipp: Gesucht ist weder der 253. Tag des Gregorianischen Kalenders noch irgendetwas mit Teilchenbeschleunigung oder Motorola-Handys.


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Abt. Volles Boot


Man kann ja nicht alle Ausländer über einen Leisten schlagen. Aber auch nicht alle ins gleiche Boot setzen, findet die Weltwoche. Wie viele kamen eigentlich 1291 – und warum?

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Abt. Was macht eigentlich... - heute: Cha Cha Chavez?


Nein, er gibt grad keine Lektüreempfehlungen ab, sondern vergnügt sich in Venedig zusammen mit Oliver Stone bei dessen neuem Film "South of the Border", worin er die Hauptrolle spielt:


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Abt. Soundcheck - heute: Claraglöckli


Das erste Läuten nach der Renovation zeigt: die Claraglöckli tönen so schön wie nie. Jetzt könnt ihr beruhigt sterben.


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Abt. Ideologiekritik - heute: Paul Krugman und die PdA


Süsswasserökonomen vs. Salzwasserökonomen. Friedman vs. Keynes. In einem ausführlichen und sehr lesbar geschriebenen Artikel macht Paul Krugman in der NYT mal eine Auslegeordnung in Sachen Stand der Dinge in den Wirtschafts"wissenschaften": "How Did Economists Get It So Wrong?" Was für ein Kindergarten! Nehmt den Buben ihr Spielzeug weg! Wie steht's hierzulande damit? Hier dürfen sich die Exponenten dieser "Wissenschaft" selber reinwaschen, wie von der HSG anfangs Jahr in einer Publikation und kurz vor der Sommerpause in einer Veranstaltung geschehen. Und keiner sagt was. Beim Querlesen der HSG-Publikation ist mir allerdings aufgefallen, dass ein altes Postulat der PdA, die Volkspension, offenbar immerhin jetzt sogar in HSG-Kreisen salonfähig ist. Monika Bütler schreibt auf Seite 26 in ihrem Beitrag zum Thema "Konsequenzen für die Altersvorsorge":

Ein effizientes und schlankes Umlageverfahren eignet sich aus zwei Gründen besser für die Existenzsicherung als eine kapitalgedeckte Vorsorge. Erstens kann es die zur Sicherung Aller notwendige Umverteilung zu Gunsten der Armen und der Familien gewährleisten. Zweitens ist das Umlageverfahren eher im Stande, die Individuen auch in schwierigen Zeiten wirksam gegen die finanziellen Folgen des Alters zu schützen und ihnen keine grösseren Risiken zu übertragen. Dies allerdings nur, wenn es sich wirklich auf die Existenzsicherung beschränkt und sich nicht durch zu grosszügige Leistungen selber gefährdet.
Lassen wir mal den letzten Satz weg, den Bütler wohl anfügte, um ihre Parteigenossen nicht zu sehr zu erschrecken, dann heisst das implizit doch nichts anderes, als dass die HSG mit der PdA sagt: Pensionskassen abschaffen! Wer hätte das gedacht?!?!


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Abt. Triple 9 schenkt einen ein


Okay, ich geb's zu, ich hab die Uhrzeit dieses Postings manipuliert, weil um 09:09 grad mein Kater Ice-T gekotzt hat. Was ich dafür nicht verpassen werde, ist der Release des digital completely remastereten Gesamtwerks der Beatles? Quatsch – natürlich der Triple 9-Scheibe "Dräggig" um 09.09 pm auf dem Barfi. [Ich werde mich wohl leicht verspäten.] Denn im Gegensatz zu den Beatles spendieren Triple 9 eine Runde Freibier. 99 Liter sind angesagt.

Die Triple 9-Kostprobe gab es ja unlängst schon am JKF.


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