Dienstag, 14. Dezember 2010


Abt. Jööö, Schnüffi!™ - heute: in Reingoldswil





Wo das Rheingold liegt, ist ja allgemein bekannt. Aber dass Reingoldswil in Basel liegt, haben wir erst heute auf bazonline.ch erfahren. Als Gegenleistung für die Nice-to-know-News spendieren wir ein paar Takte Dreiklangsdimensionen.


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Abt. Lohndumping – heute: bei den BVB


Dass er fair entlöhnet wär, wünscht sich unsre BVBär!

Während einer Fahrt mit der Dante Schuggi wurde die lokale Journaille von den Gewerkschaften vpod und Unia über einen arbeitsrechtlichen Skandal informiert: Die Putzleute der Reinigungsfirma, die für die BVB die Trams und Busse von Friedmans Dönerresten reinigen, bekommen nur gerade 17.20 pro Stunde. Dass sie von 22 Uhr bis 3 Uhr morgens schrubben und dabei nicht einmal einen Nachtzuschlag erhalten, ist für die beiden Gewerkschaften Unia und VPOD ein Skandal. Damit "solche Fälle nicht wieder vorkommen", werde eine Motion eingereicht. Diese verlangt, dass generell für Arbeiten, die für staatliche und öffentlich-rechtliche Betriebe durch Drittfirmen ausgeführt werden, ein verbindlicher Mindeststundenlohn vorgeschrieben werden soll.


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Abt. Das neue Volkshaus


Wir haben darüber berichtet: Die Basler Regierung vergibt das Volkshaus im Baurecht an das Zürcher Unternehmen "Jugendstil AG", hinter dem unter anderem der Architekt Leopold Weinberg (31) und der Jurist Adrian Hagenbach (32) stehen. Wir haben in der Zwischenzeit die ausführliche Pressedokumentation des Konzepts gelesen und gestaunt. Da steht zum Beispiel:

"Wir möchten einen Ort in Basel erschaffen, der – wie Basel auch – weltoffen ist. Ein Ort, wo man essen, schlafen, musik hören, sich austauschen, verweilen, beobachten und bestaunen kann. Ein Ort also, an dem verschiedene Nutzungen aufeinander treffen. Ein Ort, der metropolitanen Charakter hat. Ein Ort, der seinem Namen ‚Volkshaus‘ gerecht wird."
"Ein Ort" also, "wo man sich bestaunen kann". Wie weltoffen! Oder doch etwas ganz anderes:
:"Als kunstbegeisterte Unternehmer, beab- sichtigen wir ein Volkshaus mit musealem Charakter zu erschaffen. Ein Volkshaus mit kulturellem Anspruch. Selbstverständlich sind Vereine und ‚Cliquen‘ willkommen und wertvolle Kulturträger."
Vereine und Cliquen als "Kulturträger". Das ist es, was Basel unbedingt braucht. Aber wie immer gilt auch hier die Devise: Zuerst kommt das Fressen, dann alles andere:
"Im neuen Volkshaus entsteht eine Brasserie im Stile der Belle Epoque mit gekachelten Wänden, grossen Spiegeln, geäztem Glas, Messing-Details und natürlich zeitgenössischer Kunst. Laut und hektisch soll es werden, mit sich zurufenden Kellnern und grossen, hölzernen Meeresfrüchte-Theken, an denen sich die Gäste auch ohne Reservation schnell und unkompliziert bedienen lassen. Die vielen Bistro-Tische mit ihren verzierten Bronze-Füssen verleihen der Brasserie die typisch grosstadt-französische Ambiance und laden gleichzeitig zu jeder Tages- und Nachtzeit zum gemütlichen Verweilen ein."
"Sich zurufende Kellner!" Hoffentlich wird da der Gast, der ja vielleicht nicht nur "zum gemütlichen Verweilen" vorbeikommt, nicht überhört, wenn er etwas bestellen möchte. Ja was denn? Ok. Mit Françoise Wicki ist eine Köchin mit dabei, die ihr Handwerk versteht, auch wenn wir Zweifel haben, ob das zu ...
..."einfache und qualitativ hochstehende Speisen zu vernünftigen Preisen" ...
... führen wird.

Nun aber zur Kulturbegeisterung:

"Das Nutzungskonzept für die vielseitig bespielbaren Säle des Volkshaus Basel wird vom Gedanken eines öffentlichen 'Klangraumes' für die vielfältige Kulturszene in Basel geprägt. Dabei soll ein Veranstaltungsmix geschaffen werden, der viele kulturelle Interessen befriedigt und das vorhandene Potential des Volkshauses optimal ausnützt."
Auf den dazugestellten Bildern erkennen wir Liza Minelli im Musical "Cabaret" und Emil neben einer Jazz-Combo und irgend etwas Rockkonzertartigem. Beim "Musterbespielungsplan" sind neben Alice Cooper, James Morrison, Reinhard Fendrich und Maria Mena eine Eurovisions-Party, "Flames of the Dance", "Nepal – Wunderbare Berge" und Helge Schneider aufgeführt. Wahrlich ein "Veranstaltungsmix". Und man will es nicht bei den Konzerten alleine belassen:
Im Sinne eines Brandings oder vielmehr der Tatsache, dass Basel die Schweizer Architektur Stadt ist, darf auch eine Architekturbibliothek nicht fehlen. So wird die früher bestehende Bibliothek im Volkshaus Basel zur Architekturbibliothek auferstehen. Architektur als Bindeglied zwischen lokalen und internationalen Menschen in Basel.
Wenn "eine früher bestehende Bibliothek" zur "Architekturbibliothek auferstehen" soll, dann muss etwas Göttliches mit im Spiel sein. Oder zumindest etwas Herzögliches!

Und da gibt es ja auch noch den Weihnachtszirkus Salto Natale, den Gregory und Rolf Knie 2002 ins Leben gerufen haben und mit dem "neue Massstäbe für einen modernen Event-Circus" gesetzt wurden. Vielleicht darf Rolf Knie ja auch mal ausstellen im "musealen" Volkshaus?

Zuletzt zum Kerngeschäft der beiden "kulturbegeisterten Unternehmern", die ja eigentlich Hoteliers sind:

Das geplante Boutique-Hotel mit seinen voraussichtlich 40 stilvoll eingerichteten Zimmern und zwei luxuriösen Business- Apartments wird ein wahres Bijou in der Basler Hotellandschaft. Mit viel Liebe zum Detail werden klas- sische Jugendstilelemente mit modernem Interieur kombiniert und schaffen so eine einzigartige Wohnatmosphäre. Zuhause? Nein, nicht ganz. Aber fast."

Der Entscheid des Regierungsrates erfolgte nach seinen eigenen Angaben auf Empfehlung einer Jury unter dem Vorsitz von Regierungsrätin Dr. Eva Herzog. Jurymitglieder waren Andreas Kressler und Dr. Rolf Borner (Immobilien Basel-Stadt), Thomas Kessler (Kantons- und Stadtentwicklung), Michael Koechlin (Abteilung Kultur), Fritz Schumacher (Hochbau- und Planungsamt), Hedy Graber (Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschaftsbunds), Hans Rudolf Hecht (Hecht IMMO Consult AG), und Raphael Wyniger (Hotel/Restaurant Teufelhof).

Haben die das Konzept wirklich gelesen? Nicht ganz. Aber fast wohl.


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Montag, 13. Dezember 2010


Abt. BloZ – heute: Die Jusos und die Alibi-Linken


BlaA

Die Linken, die in der BaZ schreiben dürfen, sind eh nur Feigen im SVP-Blatt. Ausser der olle Hubacher. Der ist zwar links, aber zu wenig lustig. Und viel zu lang. Finden die Jusos. Laut Blick am Abend. Der um diese Zeit zwar schon ziemlich kalter Kaffee ist. Dafür gibt's auf infamy den einzigen Ausriss mit Blindtext im Kasten.


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Sonntag, 12. Dezember 2010


Abt. Wasserleiche - heute: Aquabasilea


Aktien hab ich dort keine, aber irgendwie Mitgefühl für die Leute, deren Pensionskassengelder die CS mit ihrem Investment in die Anlage da im wahrsten Sinne des Wortes den Bach runter spült. Heute Nachmittag, ein prototypischer Aquabasilea-Nachmittag, sollte man meinen, war die Anlage zwar in Gebrauch, aber zu keiner Sekunde überfüllt. Eher angenehm unterbelegt. So à la später Montagmorgen gegen Saisonende im Bachgraben. Familientarif für 3 Personen, 2 davon Kinder, für 2 Stunden: macht 45 Hämmer. Dann haben wir 10 Minuten überzogen. Und etwas getrunken in der Wasserbar. Macht beim Rausgehen: nochmals 22 Hämmer. Tja. Ich bin skeptisch. Wie lange haltet ihr das durch? Preis: prohibitiv. Lage: unattraktivst. Publikum: ein Rinnsal. Auch wenn eure Anlage im grossen Ganzen ok ist. Das rechnet sich doch nie! Übrigens: Mir schien's, das Wasser war heute in allen Becken merklich kühler als unlängst (das war damals ein Zwangsbesuch wg. Kindergeburtstag). Ist die gefühlte Temperaturreduktion eine erste Sparmassnahme, um Betriebskosten zu senken?


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Abt. ... als die Tauben auf dem Dach


Dieses Haus an der Feldbergstrasse dürfte als Wohnort wohl nicht ganz so angenehm sein (wie auch der Blick auf das verunreinigte Trottoir unmissverständlich zeigt). Laut einem Bericht der "Basler Zeitung" aus der Vor-Somm Phase, soll in diesem Haus vor Jahren ein notorischer Taubenfütterer gewohnt haben. Der Fütterer ist weg, die Tauben geblieben. Und offensichtlich bekommt man diese Viecher einfach nicht mehr weg.


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Abt. Etikettenschwindel - heute: PISA-"Studie"


PISA schnüffelt viel mehr aus, als die "Intelligenz" der Kids in den OECD-Ländern! Nicolas Kayser-Bril, datenjournalistisch engagiert bei der spannenden Site owni.fr, hat grad vorhin darauf hingewiesen, dass in Australien die PISA Unterlagen öffentlich zugänglich sind. Und schon nur ein flüchtiger Blick darauf zeigt sofort: PISA ist in etwa die gleiche skandalös übergriffige Schnüffelaktion auf internationaler Ebene, wie sie das baselstädtische Statistik-Amt unlängst lokal durchführte. PISA wird auch hierzulande verkauft als:

Die PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) erfasst die Grundkompetenzen von 15-Jährigen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. PISA, eine von der OECD initiierte Studie, wurde im Jahr 2000 eingeführt und findet im Drei-Jahres-Zyklus statt. Im Jahr 2009 erfolgt die vierte Erhebung. PISA erfreut sich wachsender Bekanntheit. Bei der nächsten Erhebung werden über sechzig Länder daran teilnehmen.
Was haben aber dann in einer solchen "Studie" diese Fragen zu suchen?
Wer lebt mit Dir zusammen? Was ist die Hauptbeschäftigung Deiner Mutter? Was tut Deine Mutter in ihrem Job? Was ist die höchste Ausbildung Deiner Mutter? Was ist der Beruf Deines Vaters? Was macht er in seinem Job? Wo sind Deine Eltern zur Welt gekommen? Wenn Du nicht in dem Land geboren bist, wo der Test durchgeführt wird, wie alt warst Du, als Du hier ankamst? Welche Sprachen sprecht ihr zu Hause die meiste Zeit? Was von diesen Dinge hast Du daheim (Tisch, eigenes Zimmer, Computer, Geschirrspüler, Badezimmer usw.)? Wieviele dieser Dinge habt ihr daheim (Handy, Auto, Computer...)? Wieviele Bücher habt ihr daheim? Wie häufig liest Du aus eigenem Antrieb Zeitung, Comics, Bücher...? In welchen Fächern besuchst Du wie lange Nachhilfeunterricht?
Und so weiter und so fort. Diese Fragen haben überhaupt rein gar nichts mit dem zu tun, als was PISA dargestellt wird in der Berichterstattung darüber (z.B. in NZZ, Newsnetz oder auch heute im "Sonntag")! Das riecht vielmehr nach regelmässiger, breitest angelegter staatlicher Schnüffelei im Privatleben der Bürgerinnen und Bürger, getarnt als Schüler-Vergleichstest. Das ist ein ganz übler Etikettenschwindel!


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Abt. tell it like it is - heute: Assanges Anwalt


Mark Stepehens interviewt von David Frost bei Al Jazeera:

P.S. Vergesst Constantin Seibts Versuch, Assange zu portraitieren ("Der Anarchist")! Das ist in Tat und Wahrheit nur die lauwarme, missverständliche und verkürzte Nacherzählung einer deutlich differenzierteren Annäherung in der Süddeutschen unter dem Titel "Der Gegenverschwörer"!

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Freitag, 10. Dezember 2010


Abt. R.I.P. – heute: Gratis-Sperrgutabfuhr


"Disziplinlos": Die letzte (?) Gratis-Sperrgutabfuhr fand vorgestern im Gundeli statt.

So schön war der <a href="infam.antville.org target="blank">Anblick der Sperrguthaufen in den Strassen, so beliebt waren die Events bei unseren elsässischen Freunden, aber ausgerechnet jetzt, da ich in einem Quartier wohne, wo die Leute Sachen rausstellen, die ich mir gebraucht noch nicht leisten könnte, stellt die Regierung das "Experiment Gratissperrgutabfuhr" ein. Wegen "Disziplinlosigkeit" der Bevölkerung. Weil die Gratisentsorgung, so steht es in der heutigen BaZ, die Hemmschwelle gesenkt habe, Hausrat auch ausserhalb der Abfuhrtage auf der Strasse zu deponieren. Dafür kriegst du kostenlos zwei Sperrgutkleber, die nach einer Woche sowieso in irgendeiner Parkettritze verschwinden. Bschiss!


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Abt. D Chinese kemme ...


... oder eben nicht!

Na dann, erfindet mal schön.


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Abt. Pflichtkonsum - heute: Wikirebels


Das öffentlich-rechtliche schwedische Fernsehen SVT hat einen knapp einstündigen Dokfilm über Wikileaks produziert. Die Filmer folgten Assange und anderen Wikirebels die vergangenen 6 Monate. Das ist Teil 1 von 4 (die anderen findest Du in den Kommentaren):

(via)

Addendum: ARTE brachte unlängst ebenfalls einen Hintergrund über Assange & Wikileaks.

UPDATE 12.12.: Am Stück gibt's den Dokfilm jetzt drüben bei vimeo, hat der Blick am Abend grad getweetet.


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Donnerstag, 9. Dezember 2010


Abt. tell it like it is - heute: Lula


Der Präsident von Brasilien erklärt sich solidarisch mit dem Anliegen von Wikileaks:

(Untertitel: Klick auf "CC" im Player)

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infamous for 8582 Days
Sperrfrist: 14.04.25, 05:43

Kontakt:
infamy-Kollektiv
Basel
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