Samstag, 26. Februar 2011


Abt. "Eine Revolution ist keine Loveparade"


"Mit erotischer Spannung aufgeladen": Eugen Sorg über Frauen "an den spontanen Massenfeiern" in Kairo.

Nun meldet sich der dritte im Bunde der ehemaligen Weltwöcheler in der "Basler Zeitung" zu Wort. Eugen Sorg, der neue Textchef, schreibt über "Das Wunder von Kairo". Schreibt, was er anderswo gelesen hat, schreibt und schreibt, bis er dem Aufstand der Ägypter schliesslich einen gänzlich neuen Aspekt abzugewinnen weiss: die Erotik.

Die Erotik? Jawohl:

"Die hochenergetische, rauschartige Atmosphäre wurde noch zusätzlich mit erotischer Spannung aufgeladen."
Um Gottes Willen. Die Erotik der Macht? Der Gewalt? Keineswegs:
"An den spontanen Massenfeiern beteiligten sich auch Frauen."
Und wo Frauen sind steigt die erotische Spannung?
In den konservativ-patriarchalischen Gesellschaften Arabiens ist Sex nicht primär eine Privatangelegenheit ..."
Sex? Wie denn? Hab ich da etwas verpasst? Offenbar nicht, denn
"Doch eine Revolution ist keine Loveparade, und schon gar nicht im Orient."</blockquote Ja. Speziell im Orient nicht. Das musste ja mal gesagt werden.

Und die anderen beiden? Frenkel bellt gegen Widmer-Schlumpf und Somm langweilt mit einem FDP-Swissness-Sermon.


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Abt. (Schreber-)Gartenstadt Basel


Nun also doch: der Aufstand der Familiengärtner hat den Bau- und Verlkehrsdirektor in die Knie gezwungen:

"Von den ca 2'100 Gartenparzellen in der Stadt Basel sollen an den Stadträndern bis in 15 Jahren rund 300 umgenutzt werden – 120 weniger als im Gegenvorschlag und rund 500 Parzellen weniger als im Entwurf des neuen Zonenplans vorgesehen."
Damit falle, so das Bau- und Verkehrsdepartement, Wohnraum für etwa 1000 Menschen und Steuereinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe weg (patpatpat hat da sicher eine andere Rechnung. Dafür gibt es mehr Nägeli und Hyazinthen, Rüebli und Gurken, Kürbisse und Tomaten, Him- und andere Beeren, Peperoni und Rucola. Und vielleicht können die Familiengärtner ja zusammen mit Moritz Suter eine Sammelaktion lancieren.

Ach ja und übrigens: Die Familiengarteninitiative wird NICHT zurückgezogen. Soviel zur Kompromissbereitschaft aus der Kleinschollenecke.


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Abt. Das Theater zum Theater ums Theater


Georges Delnons Ausführungen zur Theatersitiuation

Der grosse Theaterkritiker Benjamin Henrichs schrieb einst:

"Theater (o wunderbare Fügung!) ist immer gut. Gelingt die Kunst, ist es gut. Mißlingt die Kunst, ist es auch gut. Denn dann haben wir die Theaterkrise. Und die ist fast immer ein noch besseres Theater als das gute Theater."
Das Theater Basel durchläuft eine Krise. Beschert haben sie die Baselbieter Stimmbürger, die die Zusatzsubventionen an das Dreispartenhaus abgelehnt haben. Ob sie eine gute Krise ist, darüber kann man sich mit Fug und Recht streiten, ...

... denn sie hat unangenehme Folgen . Zum Beispiel hat einer der beiden designierten neuen Spartenleiter für die Oper und Schauspiel bereits abgesagt, wie Theaterdirektor Georges Delnon am Freitag zähneknirschend sagte. Namen wollte er keine nennen. Und wenn das Theater aus unterschiedlichen Quellen nicht genügend Geld zusammenbekommt, wird es im Schauspiel und in der Oper je eine Produktion streichen müssen (und nicht "Vorstellung", wie die Sammelzeitung BaZ heute schreibt). Dazu kommt die Option, bei einer Ballettproduktion das Orchester wegzulassen.

Ganz sicher wird es keine Aufführung mehr in Augusta Raurica mehr geben. Und auch sonst muss das Theater zu unpopulären Massnahmen greifen. Zum Beispiel zu einer spürbaren Erhöhung der Billettpreise im oberen Segment.

In Zahlen präsentiert sich das Ganze folgendermassen: Über den aktuellen (aber noch nicht ratifizierten) Subventionsvertrag mit dem Kanton Basel-Stadt bekommt das Theater Basel 31,5 Millionen Franken. Das sind 1,5 Millionen mehr als bisher – in absoluten Zahlen zumindest, nicht aber faktisch: Was als Teuerungsausgleich ausgewiesen ist, beinhaltet nämlich auch Umschichtungen im Sinne der "Kostentransparenz". So muss das Theater Basel 300'000 Franken mehr an das Orchester zahlen, und für den Gebäudeunterhalt etc. fliessen neu 350'000 Franken ans Baudepartement.

Die Basler Regierung möchte nun als Sofortmassnahme noch einmal 1,5 Millionen drauflegen (was der Grosse Rat aber noch bewilligen muss). Aus der Kulturvertragspauschale des Kantons Rambaselland bekommt das Theater rund 4,3 Millionen Franken jährlich. Dazu kamen bis jetzt noch (sich nicht wiederholende) Sponsorenbeiträge in der Höhe von 600'000 Franken und Vorortsgemeindebatzen in der Höhe von 150'000 Franken.

Das alles beschert dem Theater Basel noch immer eine Unterdeckung von einer Million. Das Dreispartenhaus muss also Mehreinnahmen generieren. Das will es unter anderem mit einer Erhöhung der Billettpreise. 700'000 Franken soll das bringen. Das ist aber nicht so einfach, wenn man gleichzeitig Produktionen streichen muss. Eine Million will das Theater dadurch einsparen. Dazu gesellt sich die Hoffnung, dass die Vorortsgemeinden zukünftig 500'000 Franken beitragen, und dass sich über Sponsoren und Spenden noch einmal 700'000 Franken reinholen lassen.

Das klingt alles sehr anstrengend. Ist es auch. Und sonderlich nachhaltig ist das Ganze auch nicht. Denn nach der Übergangsspielzeit 2011/12 folgen weitere Spielzeiten, die finanziell noch gar nicht gesichert sind.


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Freitag, 25. Februar 2011


Abt. Was macht eigentlich ... – heute: Mike Tyson?


Der alte Ohrenbeisser zeigt sich ausnahmsweise von seiner wohltätigen Seite: Er hilft in Christchurch beim Aufräumen. Gesehen heute mittag auf Al Jazeera.

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Abt. fröhliche Wissenschaft - heute: 3 Arme


Lach nicht! Das ist Forschung! Nicht Manikür! Hier bringt Arvid Guterstam eine arme (!) Seele dazu zu glauben, sie habe drei Arme! In PLoS ONE beschreibt er seinen Versuch ausführlich.

Nein, Dein Compi ist nicht kaputt, das Video hat tatsächlich keine Tonspur!

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Abt. Reduce to the maxx - heute: Guttenberg Tastatur


Cntl, A, C, V und ENTER. Mehr braucht der nicht. Jetzt bei eBay.

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Abt. Mikropolitik - heute: Zwischenergebnis


Der Sender Milchsuppe teilt soeben mit:

UPDATE: Hier das Communiqué zum Thema "Gegenvorschlag plus": communique-25-feb-2011-BVD (application/pdf, 137 KB) . Hier drüben bei bs.ch.


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Abt. one less - heute: Borer übernimmt FINMA


Don't panic! Nicht DER Borer! Der andere Borer, der gute! Rainer Borer aus Grindel im Schwarzbubenland, derzeit Leiter der Wirtschaftsredaktion von SR DRS (oder wie der Laden grad heisst), wird Kommunikationsverantwortlicher der FINMA. Das hat er jetzt vom "Executive MBA in Business Engineering"! Seine Freunde hätten ihn warnen sollen! Und "one less" meint: Ein anständiger Journalist weniger auf dieser Seite der publizistischen Welt. Wir werden ihn vermissen!


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Abt. Datenjournalismus - heute: nicht @wochenzeitung


Jedenfalls noch nicht. Zwar breitet Kaspar Surber in der WoZ sehr verständlich aus, was die EU für ein Regime fährt an ihren Aussengrenzen und erwähnt auch den Blog "Fortress Europe" von Gabriele Del Grande, samt die bei dem Autor gefundene Zahl von 15'000 Toten, die dieses Regime seit 1988 forderte. Aber leider erwähnt oder verlinkt Surber nicht zu der entsprechenden Visualisierung von owni. Das übernehmen wir gerne: "MÉMORIAL DES MORTS AUX FRONTIÈRES DE L’EUROPE".


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Abt. Werkzeugkiste - heute: ifttt.com


Dank @ifttt (ifttt = "if this then that") finde ich infamy auch in der Inbox: ifttt kann noch viel mehr. Drum: Werkzeugkiste. Könnte sich mal noch als äusserst praktisch erweisen! Hab 2 invites dafür zu vergeben. ifttt anyone?


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Abt. Frage und Antwort im Baselbiet


"Theater Basel wie weiter?", möchte der Baselbieter CVP-Landrat Felix Keller-Maurer nach dem Abstimmungsdebakel um die Theatersubventionen vom Regierungsrat wissen. In einer dringlichen Interpellation stellt er die Frage:

Zeigt der Regierungsrat Bereitschaft, mit dem Kanton Basel-Stadt diesbezüglich Gespräche aufzunehmen und wie sieht er die Möglichkeiten, unterstützend bei der dringenden Geldbeschaffung für das Theater mitzuwirken?
Ja, das würden wir auch gerne wissen. Und was Antwortet der Regierungsrat?
Die ordentliche Subvention für das Theater Basel aus der Kulturvertragspauschale (KVP) wird nicht gekürzt.
Ach und Uff. Wenigstens wird nicht noch mehr gekürzt.

OK. Das ist, wie auch schon Kollega patpatpat unten bemerkt hat, etwas verkürzt. Der Regierungsrat schreibt nämlich weiter, dass er aus der Kulturvertragspauschale evtl. noch ein paar Batzeli drauflegen könnte. Aber nur ein paar, denn:

"Für weitergehende Beitragsleistungen besteht keine Rechtsgrundlage. Eine neue Subventionsvorlage müsste mit einem parlamentarischen Vorstoss in Auftrag gegeben werden."
Und der Baselbieter Bildungssportkulturminister Urs Wüthrich wolle sich an der Kultur-Tagsatzung vom 7. Mai mit den Gemeinden, die an höheren Beiträgen an Theater Basel interessiert seien, an einen runden Tisch setzen.

Wenn er da nur mal nicht ganz alleine bleibt ...


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Abt. dreams come true - heute: Simpsons statt News


Was haben wir frohlockt, als wir die Headline lasen!

Ok, zugegeben, es fehlt ein wichtiges Detail. Aber eines der Markenzeichen von infamy ist nun mal, dass wir auf den Knalleffekt setzen. Und nicht auf die sachgerechte Darstellung. Darum kümmern sich andere.


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infamous for 8580 Days
Sperrfrist: 14.04.25, 05:43

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