Mittwoch, 30. März 2011


Abt. Newsnetzille des Tages


Da drüben nebelt ein Philippe Z. über die tiefschürfende Frage vor sich hin: «Wäre Dürrenmatt gegen Atomkraftwerke?» Nun, Dürrenmatt zu lesen, würde bei der Beantwortung der Frage eindeutig helfen (machen Kulturredaktoren so etwas heute eigentlich nicht mehr, bevor sie etwas schreiben?): «Ob es sich um die Abschreckung durch Atombomben, um Atomkraftwerke, um die Lagerung von Atommüll, um die Plünderung unseres Planeten usw. handelt, immer reden diejenigen, welche daran glauben, uns ein, wir sollen glauben, was sie tun, sei absolut sicher.» Aus: Friedrich Dürrenmatt: Die Brücke. In: Turmbau. Stoffe IV-IX. Diogenes, Zürich 1990 (S. 110).

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Abt. Der Berichterstatter und der Ausstatter


Das nennt man eine Win-win-Situation: Gewaltreporter Mischa H. sorgt für die nötige Stimmung, damit diese Firma per Publireportage ihre Waffen an die Leserschaft bringen kann.


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Abt. Mikropolitik - heute: Basta! sagt 2 X Ja!


BastA! teilt soeben mit:

<Unterbrecherwerbung>

Zweimal Ja zur Initiative „zum Schutz von Basler Familiengartenarealen“ und zum diesbezüglichen Gegenvorschlag mit Stichentscheid zugunsten des Gegenvorschlags. Es gibt überhaupt keinen triftigen Grund, die Familiengartenareale zu überbauen. Zwar rechnet das kantonale statistische Amt in den kommenden Jahren mit einem Bevölkerungszuwachs und damit auch mit einem erhöhten Bedarf an Wohnraum in der Grössenordnung von 8'800 neuen Wohnungen bis ins Jahr 2035. Doch dieser Bedarf könnte problemlos im bereits überbauten Gebiet durch Verdichtung und Umnutzungen – zum Beispiel der Bahn-, Hafen- und Spitalareale – gedeckt werden. Das Bau- und Verkehrsdepartement hat in diesem Bereich ein Potential von 15'000 Wohnungen geortet. Zum Vergleich: Laut Gegenvorschlag sollen auf den zur Überbauung vorgesehenen Familiengartenarealen gerade mal 1'700 Wohnungen vorwiegend im oberen Preissegment entstehen. Es kann also keine Rede davon sein, dass eine Annahme der Initiative oder des Gegenvorschlags die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt gravierend einschränken würde. Für die Baulobby und die Immobilieninvestoren sind die Familiengartenareale vor allem interessant, weil sie Bauten für Gutbetuchte an attraktiver Wohnlage ermöglichen. Die Familiengärten hingegen werden nicht von Villenbesitzern benutzt, sondern vorwiegend von Menschen, die in teils engen Mietwohnungen leben. Gerade wenn die Bevölkerung Basels weiter wächst, ist die Stadt auf solche Grünflächen und Freiräume angewiesen. Der Gegenvorschlag inklusive Zusatzvereinbarung ist unseres Erachtens ein guter, pragmatischer Kompromiss. Wenn dieser Kompromiss nun von den Bürgerlichen scharf angegriffen wird, geschieht dies kaum im Interesse einer vernünftigen Stadtentwicklung. Die Baulobby sieht ganz einfach ihre Felle davonschwimmen. Für das Nein der SP zu Initiative und Gegenvorschlag sind wohl die urbanen, mittelständischen Modernisierungsturbos verantwortlich, denen jedes Fleckchen Grün in der Stadt als Ausdruck einer rückständigen Auffassung von Stadtleben gilt. BastA! steht zum Kompromiss und empfiehlt deshalb, bei der Stichfrage für den Gegenvorschlag zu votieren.

</Unterbrecherwerbung>


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Abt. Redensarten: Besser als in die hohle Hand ge…


Unter dem Titel Gute Erfahrungen mit Bezahl-Plattform berichtet persoenlich.com:

Die Erfahrungen der ersten drei Monate sind gemäss eigenen Angaben gut. Drei Monate nach dem Start haben sich 20 Personen für ein Online-Abonnement der "Schaffhauser Nachrichten" (SN) entschlossen. Damit erhalten diese Abonnenten für den Preis von jährlich 299 Franken Zugang zu allen Artikeln der SN sowie zu den tagesaktuellen Agenturmeldungen.
Macht auf den Rappen 5980 Schwitzerfränkli. Und das ist, wenn auch nicht viel, besser als in die hohle Hand geschissen! In Schlaffhausen kostet ein Bier nämlich viel weniger als in Basel oder gar Zürich.


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Abt. Grosses Kino – heute mit: Dr. Steegmans


from Carta on Vimeo.

Eine Einstellung, kein Schnitt und doch ganz grosses Kino. Der Plot: @RegSprecher Steffen Seibert hat den Besuch von Kanzlerin Merkel mal eben per Twitter verkündet. Die Hauptstadtpresse ist entrüstet und fühlt sich übergangen. Seiberts Kollege Dr. Steegmans muss die Suppe auslöffeln, verkehrt die Fragestunde in eine Lektion in Sachen Social Media und gibt die ewiggestrigen Schurnis, die sich weigern, die neuen Kommunikationsmittel zu nutzen, dem Spott der Netzgemeinde preis. Als Zückerli hier noch der Originaltweet des Anstosses:

#Kanzlerin reist Anfang Juni zu offiziellem Besuch nach Washington zu Gesprächen mit Präs. #Obama und Verleihung der Medal of Freedomless than a minute ago via Twitter for iPad


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Dienstag, 29. März 2011


Abt. Tennis auf dem Kasernenareal


Kurz nachdem die Trittbrettfahrer-Kunstmesse Scope ihr Riesenzelt abgebaut haben wird und kurz bevor die Militärmusikanten aller Völker dieser Erde die Kaserne quasi wieder zu dem machen werden, was sie zum Glück eigentlich nicht mehr ist, also in den wenigen Tagen der ursprünglichen Unbesetztheit durch Grossanlässe, besetzt nun neu vielleicht das Tennistalent aus Wollerau und Dubai, Roger Federer, das Gelände. Mit ihm das Schweizer Davis Cup-Team und deren Kollegen aus Portugal:

"Der Regierungsrat hat heute beschlossen, dass sich der Kanton Basel-Stadt für die Austragung der Davis Cup-Partie zwischen der Schweiz und Portugal vom 8. bis 9. Juli 2011 bewerben wird. Das Angebot aus Basel enthält einen finanziellen Beitrag an den Grossanlass im Umfang von 250'000 Franken."
Eine Viertelmillion. Nun denn. Wenn daraus nur nicht schon wieder eine wunderbare Tradition entsteht ...


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Abt. Trendsportarten - heute: Quadrokoptertennis


Was sich die Studis an der ETHZ so ausdenken...:

(via) Ja, das sind Roboter!

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Abt. Mittagsmusik - heute: Kutti MC


Kutti MC & "Schule der Unruhe" mit "Neues Protestlied".

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Abt. "Risse im schönen Baselbieter Sicherheitslack"


Sabine Pistolero Pergoraro habe gut Lachen, stellt der BaZ-Mann fürs Grobe, Mischa Hauswirth, in der heutigen Ausgabe seiner Zeitung fest. Nach dem Spitzenplatz bei der Regierungsratswahl konnte die umtriebige Sicherheitsdirektorin, die schon mal mit Armeehelikoptern gegen ein Dutzend Harassenläufer ins Feld zieht, Positives in Sachen Kriminalität vermelden.

Das konnte Basel-Stadt zwar auch, was sich aber ins Hauswirthens Berichterstattung kaum niedergeschlagen hat. Und auch bei der Baselbieter Kriminalstatistik mag sich der Spezialist fürs Gewalttätige nicht so sehr freuen:

"Doch es gibt auch ein paar Risse im schönen Baselbieter Sicherheitslack, ..."
... schreibt er mit seinem sicheren Gespür für markige Worthülsen. Denn:
"Bei den Delikten «Angriff» und «einfache Körperverletzung» gibt es eine markante Zunahme."
Markante Zunahme bedeutet hier ein Anstieg auf 64 Fälle mit "leichter Gewalt".

Ach ja. Auch zur Ausländerfrage hat Hauswirth etwas zu sagen. "Bei Angriffen sind auf der Opfer- wie auf der Täterseite junge ausländische Männer überproportional vertreten", zitiert der Berichterstatter den Baselbieter Polizeikommandanten. Im Untertitel des Artikels liest sich das dann so:

"Trotz Kriminalitätsrückgang steigt im Baselbiet die Gewalt von jungen Ausländern deutlich."
Und die verbale Gewalt nicht mehr ganz so junger Einheimischer ebenfalls.


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Abt. Was Apple nicht mag – heute: Amazon Cloud


Apple und Google haben einen angekündigt, Amazon hat ihn gerade eben eingeführt: den Online-Speicherdienst Cloud Drive, nicht nur, aber auch oder vor allem für Musik. Einmal raufgeladen, lässt sich die Mucke, egal, wo man sie gekauft hat, überall abspielen. Ausser auf dem iPhone. Wer so ein Google-Handy hat, kann untenstehenden Code abfotografieren und den Cloud Player ausprobieren. Amazon spendiert 5 GB Speicherplatz, wenn man bei ihnen ein Album kauft, wird auf 20 GB erhöht. Bei Amazon gekaufte Musik reduziert den Speicherplatz nicht.


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Montag, 28. März 2011


Abt. Mikropolitik - heute: Basel wächst!


Kaum wie die braune, kaum wie die gelbe, am ehesten wie die rote Linie: Das ist die offizielle, brandaktuelle, jüngste Prognose des kantonalen Amtes für Statistik, erarbeitet "in Zusammenarbeit mit einer Begleitgruppe (...) in der alle Departemente der kantonalen Verwaltung vertreten waren", publiziert vergangenen Freitag. Bis dato leider noch nicht bemerkt von den traditionellen Lokalmedien, soweit rekonstruierbar. Dergemäss wird sich sehr wahrscheinlich die EinwoherInnenzahl "bis in 25 Jahren von heute 190'600 auf 196'400 Personen erhöhen". Über die Auswirkungen auf den Wohnungsbestand lernen wir im ausführlichen Communiqué:
Im Mittleren Szenario werden 8'800 Neubauwohnungen berücksichtigt. Darin enthalten sind Arealentwicklungen mit einer relativ hohen Realisierungswahrscheinlichkeit (mindestens 50%) sowie eine durchschnittliche reguläre Bautätigkeit. Die Zunahme des Wohnraumes pro Kopf wird auf dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre festgelegt. Im Jahr 2035 wird bei einem Wohnungsleerstand von 0,8% ein Wert von 47 m pro Person erreicht.
Klingt sehr vernünftig und nachvollziehbar! Interessanterweise stand noch im regierungsrätlichen Gegenvorschlag vom 29.6.2010 zur Familiengarteninitiative schwarzmalerisch:
Ohne die auf Gartenarealen geplanten Entwicklungen an den Stadträndern und bei der S-Bahn-Haltestelle Dreispitz würden über 10 ha geplante neue öffentliche Grünanlagen wegfallen (das ist mehr als zweimal die Fläche des Schützenmattparks) und es ginge ein Potenzial von ca. 1700 neuen Wohnungen für über 4’000 Einwohner verloren. Dies wäre nahezu die Hälfte der Möglichkeiten, in den nächsten 20 Jahren noch neue Wohngebiete zu entwickeln.
Vor 9 Monaten noch waren 1'700 Wohnungen "nahezu die Hälfte der Möglichkeiten" bis 2030 Wohnungen zu bauen. Damals waren also bis 2030 nur rund 3500 möglich. Jetzt sind im realistischen Szenario bis 2035 plötzlich 8'800 neue Wohnungen möglich! Wir nehmen das staunend und erfreut zur Kenntnis! Nehmen wir an, die Familiengarteninitiative wird angenommen. Dann können bis 2035 1'700 Wohnungen weniger gebaut werden im Kanton. Ergibt sich aus den Zahlen des statistischen Amtes und des Regierungsrates. Das heisst umgekehrt: 4 von 5 möglichen Wohnungen können ungestört entstehen, auch wenn die Initiative angenommen wird und die Gärten unbebaut bleiben! Das ist es, was der Baudirektor im Regionaljournal "Katastrophe" nennt: Wenn die Anzahl Wohnungen in Basel-Stadt bis 2035 von heute 105'272 nur auf 112'300 und nicht auf 114'000 wächst. Mehr ist da nicht! Was lernen wir daraus? 1. Basel ist eine attraktive Stadt und ihre Einwohnerzahl wird wachsen in den kommenden Jahren. Der Zugewinn an Wohnraum durch Häuser auf den Gärten ist, vor dem Hintergrund des Szenarios des Statistikamtes, auf's Ganze gesehen bis 2035 objektiv ein kleiner. Der Schaden allerdings, der durch den allfälligen Verlust an Frei- und Grünraum - für die aktuellen EinwohnerInnen und auch die Neuankömmlinge! - angerichtet wird, steht dazu in keinem sinnvollen Verhältnis! Basel soll und Basel wird sich verändern und wachsen. Das künftig von mehr Menschen noch dichter bewohnte Basel wird gerade darum in Zukunft froh sein um die frei gehaltenen Gärten! 2. Ein "Ja!" zur Initiative (und zum Gegenvorschlag!) heisst aber auch "Ja!" zu einem qualitativ neuen Einbezug der Gärten in die Zukunftsplanung der Stadt. Nur eben gerade nicht einfach als plumpes Bauland, wie heute, da die "Stadtplanung" die Areale als Brachland betrachtet, das "entwickelt" werden muss. Sondern als soziales, ökologisches und auch politisches Experimentierfeld, als Frei- und Erfahrungsraum für alle Generationen, wo neue Ideen wachsen, von denen die ganze Stadt profitiert. 3. Märkte mit Früchte & Gemüse & Honig aus der Stadt, Fester, Kurse, Debatten, Ausflüge, Konzerte, Theater, temporäre In-Lokale (à la Besenbeiz "Schäellenursli" von Simon Lutz im - nota bene - Bauernhof St. Margarethen), eine Sondersession des Grossen Rates auf der Milchsuppe: Die Stadt hat so viel mehr Möglichkeiten mit und in den Gärten, wenn sie sie als Chance denkt und als Freiraum belässt. So viel mehr, als wenn sie einfach mit den Wölfen heult, die Gärten privatisiert und überbaut! 4. Es ist nachweislich möglich: Die Stadt entwickeln UND die Gärten bewahren. Das ist kein Widerspruch, das ist eine Chance! Drum stimm ich am 15.5. 2 X Ja.

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Abt. Wir gratulieren – heute: Balz Stückelberger


Der Dometown-Blogger hat es in den Landrat geschafft. Herzlichen Glückwunsch!


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infamous for 8580 Days
Sperrfrist: 14.04.25, 05:43

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Abt. infamous Shooting
Foto: Fonzi Tromboni Gestern abend war grosses Fotoshooting im Studio zu Sankt...
by fuzzy (26.02.24, 11:55)
Abt. Keintunnel CH
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by bagger (23.09.23, 11:32)