Samstag, 3. Dezember 2011


Abt. A.I. - heute: Artificial Instability


Der einflussreiche US-Ökonom James Kenneth Galbraith äussert in einem Interview mit dem Deutschlandfunk den verschwörerischen Verdacht, die Verarmung der Massen sei ein bewusst in Kauf genommener Nebeneffekt, um auf der anderen Seite Reichtum zu horten. Wie man an der aktuellen Liste der 300 reichsten Schweizer sieht, geht das nach wie vor auf.

Fuchs: Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems fester Wechselkurse und eingeschränkter Kapitalbewegungen wurde die Ideologie der Markteffizienz auf die Kapitalmärkte ausgedehnt. Die Zentralbanken sollten nur noch Geldstabilität sichern. Das Wachstum würden die Marktkräfte ganz allein bewirken. Das Versprechen wurde nicht eingehalten. Die Frage stellt sich, warum durch diese Deregulierung der Finanzmärkte das versprochene Ergebnis nicht erreicht werden konnte.

Galbraith: Wir müssen die Möglichkeit ernsthaft erwägen, dass diese Versprechen nicht ehrlich gemeint waren, und dass das, was daraus entstanden ist, durchaus den Absichten derjenigen entsprach, die die Deregulierungen durchgesetzt haben. Das heißt eine Welt, in der mächtige private Institutionen sich einen größeren Anteil am geschaffenen Reichtum sichern konnten, als das zuvor der Fall gewesen war. Bezahlt wurde das mit größerer Instabilität, größerer Ungleichheit, geringeren Wachstumsraten und dem Einfrieren des Lebensstandards für die Mehrheit der Menschen. Das genau ist es, was der Protest ausdrückt, von dem wir zu Beginn gesprochen haben. Darauf möchte die "Occupy Wall Street" Bewegung aufmerksam machen.


... link (3 comments)   ... comment


Freitag, 2. Dezember 2011


Abt. Traumberufe - heute: Atommüll Lokiführer


ARTEradio lässt in seinem jüngsten Oevre vom 29.11.2011 einen Castor-Lokiführer zu Wort kommen: Dank der Creative Commons Lizenzierung, ist es OK, die Audios von arteradio herunterzuladen und unverändert, unter Quellenangabe, zu publizieren. Merci, ARTE!


... link (no comments)   ... comment



Abt. Für Gnome und Geeks


Der TagesWoche-Service für Klowand-Nörgler teilt mit: Die <a href="www.tageswoche.ch target="blank">PDF-Ausgabe der Nummer 47 ist online und wartet darauf, heruntergeladen zu werden. Bitteschön!


... link (2 comments)   ... comment



Ausgepresste Zitronen


Fust-Eschenmoser Filiale Heuwaage Freitagmorgen. Draussen im Parkverbot: ein Polizeifahrzeug, im Laden selbst: zwei Polizisten in voller Uniform. Sie lassen sich ausführlichst über allerlei elektrische Küchenhilfen beraten. Auch Ordnungshüter scheinen sich immer mehr für Hausarbeit zu interessieren, oder sind die Maschinen wohl für den Quartierposten gedacht. Ob die Polizisten bis zu den (Zitronen-) Pressen vorgedrungen sind, mit denen sie angeblich ausgepresst werden, entzieht sich unserer Kenntnis.


... link (no comments)   ... comment



Abt. Die Sprache der SVP


Von einst:

Schlitzende Kosovaren, vergewaltigende Russen, schwarze Schafe, Messerstecher aus dem Ausland, Linke und Nette, Gutmenschentum, Ausländer raus, Minarette weg, kriminelle Asylanten, halbe Bundesräte, Nestbeschmutzer, Verschwörung, Blocher, Blocher, Blocher, Blocher, Blocher, Teufel EU, Weg mit der Freizügigkeit, Sozialschmarotzer, Waffen her, Überfremdung, Schweiz, Schweizer, Schweiz, Schweizer, Neutralität, UNO pfui, bürgerliche Weicheier ...
Von heute:
Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz, Konkordanz
... zumindest bis zu den Bundesratswahlen


... link (2 comments)   ... comment



Abt. Polit-Journalismus – heute: Der Geheimfavorit


Mit der Rücktrittsankündigung vom Basler Regierungsrat Hanspeter Gass sind die Polit-Journalisten auf den Plan gerufen. Und weil auf der Basel-Stadt-Redaktion der "Basler Zeitung" praktisch alle, die noch eine gewisse Ahnung von der Basler Politik hatten, das Weite gesucht haben, darf nun mal der Mann fürs Grobe ran, dessen Kerngeschäft eigentlich beim Erstellen von Kriminalitätskarten liegt. Er bringt nun neben den bereits mehrfach genannten bürgerlichen Kandidaten einen neuen "Geheimfavoriten" für die kommenden Regierungsratswahlen ins Spiel. Es geht um den kolportierten bürgerlichen Angriff aufs Regierungspräsidium (wir lassen den Namen erst einmal weg, um das beschriebene Profil nicht durch die Nennung der Person gleich zu verderben):

XY "ist jener bürgerliche Politiker, der immer wieder hinter vorgehaltener Hand genannt wird. Für einige ist er ein regelrechter Geheimfavorit, für die anderen ein konturloser Politneuling ohne erkennbaren Leistungsausweis und mit wenig Erfahrung. Doch mit Fokus auf das Amt des Regierungspräsidenten stellt sich die Frage, wie wichtig Erfahrung dort tatsächlich ist, denn XY hat Fähigkeiten, welche in dem Amt wichtig sind."
Schon erraten, wen Mischa Hauswirth da ins Spiel bringt? Nicht?. Also lesen wir weiter:
"Als ehemaliger UBS-Manager und Anwalt weiss er sich an Anlässen und Veranstaltungen zu präsentieren. Und er geniesst breites gesellschaftliches Ansehen in der Wirtschaft, bei Politikern und bei den Fasnächtlern."
Jawohl. UBS-Manager ist ja nun wirklich DIE grosse Empfehlung für das Regierungspräsidium. Aber nicht nur das:
"Auf keinen Fall zu vernachlässigen ist sein gutes Abschneiden bei den Nationalratswahlen vergangenen Oktober, als er, der Nicht-Grossrat, wesentlich besser abschnitt als einige Grossräte. XY spricht ausserdem mehrere Sprachen, was in dem Amt, in dem es darum geht, Basel überall nach aussen zu vertreten, nur hilfreich ist."
Also: Es handelt sich um Karl Schweizer, ewiger Grossratskandidat ohne Erfolg – einst für die LDP, heute für die SVP, und jetzt auch noch erfolgloser Nationalratskandidat (ok, in den Riehener Einwohnerrat hat er es ja geschafft). Von einem "guten Abschneiden" bei den Nationalratswahlen zu sprechen, halten wir für etwas übertrieben. Schweizer landete mit 8460 Stimmen auf der SVP-Liste ziemlich abgeschlagen auf Platz 2 hinter dem gewählten Nationalrat Sebastian Frehner und nur relativ knapp vor seinen Mitstreitern auf der Liste. Über zwei Drittel der Stimmen erhielt Schweizer auf unveränderten Wahlzetteln, also von WählerInnen, die ihre Stimme vor allem der Partei gaben.

Das Interessante an Hauswirths Geheimfavoriten ist aber, dass dieser sich scheinbar gar nicht zur Wahl stellen möchte:

"«Es gibt Ansprüche, die an mich herangetragen werden», sagt Karl Schweizer. Trotzdem sieht er sich nicht als Regierungspräsident. «Ich habe mich selbstständig gemacht und möchte meine Arbeit, die mir sehr gut gefällt, nicht aufgegeben.»
Und für einmal sind wir mit Karl Schweizer einer Meinung: Auch wir sehen ihn nicht als Regierungspräsidenten.


... link (3 comments)   ... comment


Donnerstag, 1. Dezember 2011


Abt. Neue Basler Sonntagszeitung


Da gab es doch schon einmal so etwas wie eine Sonntagsausgabe der "Basler Zeitung": Das "SonntagsBlatt", ein Gemeinschaftswerk von BaZ, "Züri-Woche", "Berner Zeitung", "Bündner Zeitung", "St. Galler Tagblatt" und "Vaterland" (was es nicht alles so gab). 1986 lanciert, wurde es im November 1987 bereits wieder eingestellt, weil die "Berner Zeitung" als Partner ausstieg und, wie der damalige BaZ-Chefredaktor Hans-Peter Platz schrieb (siehe oben):

"Da waren offensichtliche Konzeptschwächen, die dem Blatt auch nach einigen kosmetischen Korrekturen erhalten blieben."
Was das mit der geplanten neuen Sonntagsausgabe der BaZ zu tun haben soll? Eine Zeitungsausgabe, auch wenn sie nur zwei Bünde hat, braucht Menschen, die sie mit Inhalt füllen, sie layouten, drucken, verteilen und vieles mehr. Die "Basler Zeitung" aber will keine zusätzliche Stellen schaffen. Wenn das keine "offensichtliche Konzeptschwäche" ist ...


... link (no comments)   ... comment



Abt. "Unzeitig bereitgestellte Bebbisäcke"


Was für ein Begriff! "Unzeitig bereitgestellte Bebbisäcke". Man Muss sich mal vorstellen, wie auf einen Zürcher, eine Berlinerin oder irgendwo sonst wo Lebenden die Bemerkung wirken muss: Wir haben Probleme mit "unzeitig bereitgestellte Bebbisäcken". Was nun hat es mit diesen "unzeitig bereitgestellten Bebbisäcken" auf sich? Die Regierung von Basel Stadt (das ist die rot-grüne Kuschel-Riege rund um Hanspeter Gass) schreibt:

"Ständig liegen auf Basels Trottoirs und Plätzen tagelang Bebbisäcke herum, weil sie entweder viel zu früh oder zu spät für die Abfuhr bereitgestellt werden. Ein besonderes Ärgernis sind Bebbisäcke, die während eines ganzen Wochenendes oder während Feiertagen herum liegen. Die zur Unzeit bereitgestellten Bebbisäcke beeinträchtigen nicht nur das Stadtbild, sie können auch zu ernsthaften hygienischen Problemen führen, weil Tiere sie aufreissen und ihren Inhalt in der Gegend verstreuen."
Nun also haben sich "Abfalldedektive" (das steht wirklich so da) am letzten Samstag auf die Suche gemacht und auf dem ganzen Stadtgebiet ...:
... "insgesamt 279 unzeitig bereitgestellte Bebbisäcke mit 1.5 t Abfall aufgeladen und 62 Verursacher ermittelt."
Die 62 "Verursacher" bzw. Unzeitig Bebbisäcke Bereitstellende müssen nun eine "Mahngebühr" von 40 Franken bezahlen. Und damit rechnen, dass sie, wenn sie nicht damit aufhören, unzeitig Bebbisäcke bereitzustellen, sogar gebüsst werden.


... link (3 comments)   ... comment



Abt. BaZ heute



Wie zu erwarten war.


... link (no comments)   ... comment



Abt. User Generated... - heute: Entlassungen


Stephen Colbert kommentiert, dass CNN 50 teure Profis rausschmeisst, weil 1000e Amateure das auch gratis könnten:


... link (no comments)   ... comment


Mittwoch, 30. November 2011


Abt. Mikropolitik - heute: institutionelle Investoren


Donato Scognamiglio von, Nein, ausnahmsweise nicht Wüest & Partner, sondern IAZI, erklärt der SF-Interviewerin von ECO, warum sich institutionelle Anleger auf jeden mit der baselstädtischen Zonenplanrevision neu geschaffenen Quadratmeter Bauland stürzen werden wie die Hyänen: Sie wissen nicht wohin mit dem Geld in ihren Kassen, es hat nichts auf dem Markt, in das zu investieren möglich wäre. Grosse Mietwohnungen seien übrigens out, sagt er interessanterweise auch. Der Markt für "Anlageobjekte" sei dürr wie eine Wüste, erklärt er ab 2:20. 80'000 Objekte seien derzeit insgesamt ausgeschrieben (Wohnungen, Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser), darunter teils Doubletten. Davon seien rund 300 bis 400 Anlageobjekte. Aber bis auf eine handvoll gehe es dabei um weniger als 5 Millionen Investitionsvolumen, was für die Institutionellen viel zu wenig sei. Ergo: Es habe praktisch nichts mehr auf dem Markt.

ECO vom 11.10.2011
Darum stehen die "Investoren" wohl schon Schlange, und warten, bis sie - nach der Zonenplanrevision - Grünflächen unter Beton begraben dürfen.

... link (no comments)   ... comment



Abt. von Krugman lernen - heute: Ted-Spread


Seit Krugman den sog. TED Spread (die Differenz zwischen zwei spezifischen Zinssätzen) als Mass für das Misstrauen der Banken untereinander (je höher der "TED Spread", desto panischer & misstrauischer die Banken) bezeichnet hat, lohnt ein Blick darauf ab und zu. Jetzt zum Beispiel, denn die "Notenbanken fluten globale Finanzmärkte mit Geld" (entspricht etwa Freibier für Alkis). Derzeit (rechts aussen: heute, links aussen: Höhepunkt Finanzkrise im Oktober 2008) sieht das Ding so aus: Wenn der plötzliche Geldregen im Bankensinne etwas nützt, sollte der Wert des "TED Spread" vermutlich wieder sinken. Ein weiteres Ansteigen könnte die bevorstehende Implosion des Systems andeuten. Alle Angaben ohne Gewähr! Krugman selber hat seit 2009 offenbar nicht mehr davon geschrieben.


... link (no comments)   ... comment


 
infamous for 8575 Days
Sperrfrist: 14.04.25, 05:43

Kontakt:
infamy-Kollektiv
Basel
E-Mail



status
Youre not logged in ... Login

menu
... infamy home
... such!
... topics
... 
... Home
... Tags

... antville home
... disclaimer


Januar 2026
So.Mo.Di.Mi.Do.Fr.Sa.
123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
September




Für die Kaffeekasse:
Neuzugänge:
Abt. Keintunnel Nicht
vergessen, die Auto-Nerds wollen Milliarden in den Autobahnbau verlochen. Das ist sowas...
by bagger (02.09.24, 09:53)
Abt. Witz des Tages "Es
soll sogar prominente Klimakleber geben, die Flugreisen nicht grundsätzlich ablehnen,...
by bagger (15.06.24, 18:30)
Abt. Wohnschutz schützen Wenn die
Investoren husten, haben Basels Bürgerliche Grippe In einem beispiellosen Akt...
by bagger (15.06.24, 10:21)
Abt. Leckerschlecker The DEA
Northeast Laboratory (New York, New York) recently received a submission of...
by fuzzy (26.02.24, 12:06)
Abt. Wo-Wo-Wochenschau!
Männiglich fragte sich, was eigentlich Fonzis Leihkampffisch so macht. Die Antwort (oben) entnehmen...
by fuzzy (26.02.24, 12:04)
Abt. Schuss des Tages
by fuzzy (26.02.24, 12:02)
Abt. infamous Shooting
Foto: Fonzi Tromboni Gestern abend war grosses Fotoshooting im Studio zu Sankt...
by fuzzy (26.02.24, 11:55)
Abt. Keintunnel CH
Mehr Infos hier: https://www.umverkehr.ch/referendum
by bagger (23.09.23, 11:32)