Mittwoch, 18. April 2012


Abt. Mentalitäten


Eine neue Stufe in Sachen Deutschenfeindlichkeit hat der "Blick am Abend" heute erklommen. Weil die in Züri wohnhafte deutsche Journalistin Verena Mayer es wagt, im "Tagesspiegel" das hohe Preisniveau in der Limmatstadt zu beklagen (z.B. dass sie 2700 Franken Miete bezahlt), verpasst ihr der "Abend-Blick" auf einer Doppelseite einen Satz heisse Ohren. Das klingt dann so: "Ja! Miete ist teuer. Grund: Wohnungsnot. Ausgelöst auch durch den Zuzug der Deutschen." Und: Es sei in Zürich "Common sense", dass an allem die zugezogenen Deutschen Schuld seien. Garniert wird die unsägliche Hetze mit einer Strassenumfrage, in der sich u.a. – wer könnte es besser beurteilen? – eine Völkerkundlerin zu Mayers Artikel äussern darf:


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Abt. Park des Grauens (oder etwa doch nicht?)


In der "Basler Zeitung" vom Dienstag hat Gewaltspezialist Mischa Hauswirth wieder einmal zugeschlagen. Thema war der Schützenmattpark, eine vordergründige Idylle, die sich aber bei genauerer Betrachtung als Ort des (nächtlichen) Grauens erweise:

"Der idyllische Naherholungspark im Bachletten-Quartier wurde in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz von Überfällen und Gewalttaten."
Um diese Behauptung zu untermauern, zählt er vier Gewalttaten aus dem Jahr 2011 auf, plus je eine aus dem laufenden Jahr und dem Jahr 2007 – garniert mit dem Hinweis, dass der Park als "Schwulentreff in ganz Europa bekannt" sei.

Aber anscheinend ist die BaZ-Leserschaft einer etwas anderen Meinung. Auf die "Frage des Tages", ob man sich im Schützenmattpark sicher fühle, antworteten 86 Prozent (oder in absoluten Zahlen 700) mit einem Ja.


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Dienstag, 17. April 2012


Abt. the boy behind the photo


Mentor Malluta, age 8, in Kolonia, Kosovo. Photo: Chuck Sudetic / Open Society Foundations

Chuck Sudetic hat ihn und seine Familie besucht. (via) Ebenso kurz zuvor Carlos Hanimann und Fotograf Fabian Biasio.


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Samstag, 14. April 2012


Abt. Abenteuer-Journalismus


Markus Somm, Chefredaktor der Basler Zeitung, Historiker und Blocher-Biograf ist ein grosser Kämpfer für den uneingeschränkten Liberalismus und – oft genug im Widerspruch dazu – gegen alles, was von aussen her gegen die Mauern der Schweiz prasselt. Und er liebt es, Widerspruch zu erzeugen. So sehr, dass er sich, wenn ihm für einmal keine aktuellen Themen einfallen, zu abenteuerlichen bis abstrusen Abstecher in die Geschichte aufmacht.

So geschehen vor einer Woche, als er – der Historiker – den Ursprung im ewigen, aktuell durch den Bankenstreit angeheizten Konflikt zwischen der Schweiz (gemeint ist natürlich v.a. die Deutschschweiz) und Deutschland im Konflikt der Zwinglianer und Lutheraner zu orten versuchte. Und damit bei wirklichen Spezialisten nur Kopfschütteln auslöste. So etwa beim emeritierten Basler Theologieprofessor und Kirchengeschichtler Ulrich Gäbler, der Somm entgegenhielt:

"Der Versuch von Markus Somm, die Entstehung eidgenössischen Bewusstseins und die Förderung der Nation mit der Religion in Beziehung zu setzen, scheitert an den Tatsachen."
Das ist noch einer der zurückhaltender formulierten Sätze. Als Geschichtsstudent wäre Somm durchgefallen. Das bestätigt auch die zweite Replik des aktuellen Ordinarius für Kirchen- und Theologiegeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Basel, Martin Wallraff:
"Auf keinen Fall sollte man noch im 21. Jahrhundert diese religiösen Debatten national deuten. Das ist im 19. Jahrhundert bis zum Überdruss geschehen, und es war im 20. Jahrhundert ein langer und schmerzlicher Lernprozess, in dem Kirche und Gesellschaft sich klarmachen mussten, wie falsch und schädlich eine solche Deutung ist. (...) Vollends abwegig ist sodann Markus Somms Darstellung der «Erfolgsgeschichte» des reformierten Modells als eine «Schweizer Errungenschaft»."
Man könnte nun meinen, dass diese Grundsatzrügen den Drang Somms zu abeteuerlichen Ausflügen in absurde Untiefen der Geschichte hemmen würden. Doch dem ist nicht wirklich so. In der heutigen Ausgabe der "Basler Zeitung" hat macht er sich zu einer weiteren Reise in solche Gefilde auf und vollzieht eine akrobatische Volte vom Falklandkrieg über "Star Wars" bis zur Schweizer FDP. Darin schreibt er unter anderem:
"Wenn es in der jüngsten Vergangenheit einen gerechtfertigten Krieg gegeben hat, dann vielleicht dieser scheinbar operettenhafte Einsatz im Südatlantik."
(Mit 649 demnach "gerechtfertigt" getöteten Argentinieren.)

Und schliesst daraus:

"In der Politik ist die Emotion aber sehr viel wichtiger als manche Politologen das den Politikern zugestehen möchten. Nichts befeuert die Menschen mehr als Werte, für die sie zu kämpfen bereit sind: wie Freiheit, wie die Familie oder die Nation. Und keine Partei hat sich mehr als ein Jahrhundert lang so wie die FDP als die schweizerische Kraft schlechthin betrachtet; keine war patriotischer, keine nationaler – bis sie diese Kernkompetenz vor wenigen Jahren vollkommen der SVP überlassen hat."
Was soll man dazu noch sagen?


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Abt. Jungverleger


Da hatte er sich der «libertären Einsatztruppe» (R. Ruoff) so selbstlos angedient und nun lässt sie ihn im Stich. Dominique Hiltbrunner, «Jungverleger», startete seine «Spatz-Zeitung» mit speichel-leckerischem Elan: in der ersten Ausgabe durfte die «Weltwoche»- und «BaZ»-Schreiberin Daniele Muscionico ihre Badener Jugendbekanntschaft Markus Somm aquarellieren. Nummer Drei widmete sich dem «Turbo-Anwalt von Basel» Martin Wagner. Als «Medien-Kolumnist» wurde Kurt «Weltwoche» Zimmermann verpflichtet und als publizistischer Berater der ebenfalls bei Köppels Kampfblatt tätige René Lüchinger. Nun hat der «Turbo-Anwalt» Wagner rechtliche Schritte gegen Hiltbrunner eingeleitet: Gemäss einem Bericht von Maurice Thiriet im heutigen Tages-Anzeiger verlangt die BaZ von Dominique Hiltbrunner «rund 125 000 Franken für Druck und Vertrieb der ‹SpatzZeitung›». Hiltbrunner relativiert: Es handle sich «bloss um eine Meinungsverschiedenheit in Bezug auf Umfang und Geltung einer Verzichtserklärung» seitens der BaZ. Weshalb sollte denn auf irgendwas verzichtet werden? Gegenüber der «TagesWoche» hatte Hiltbrunner noch am 11. Februar erklärt, es gebe bei der «Spatz-Zeitung» keine verdeckten Hintermänner. Offenbar hatte er bloss auf sie spekuliert.


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Donnerstag, 12. April 2012


Abt. It's not my fault! - heute: beobachter.ch is down


Und zwar nicht nur bei mir!


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Abt. Baz-Satz


Ein Satz von bazonline, der mit jedem Lesen wunderbarer wird:


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Abt. Raffinierte Werbung


Warum kompliziert machen, wenns auch einfach geht?


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Mittwoch, 11. April 2012


Piraten? Die Lobbypartei toxischer Kräfte!


Hier sag ich's im O-Ton:


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Dienstag, 10. April 2012


Abt. Immer diese Ausländer


Kleinbasel, Rheinbord, Nähe 3Rosenbuvette: 4-5-Jähriger spaziert auf dem 40cm-Streifen zwischen Gestrüpp und abfallendem Rheinufer. Er stoppt. Ein angeleinter Hund, etwa gleichgross wie der Bube, steht neben dem engen Weglein im Gemüse schräg vor dem Kind. Respektvoll aber nicht ängstlich hält der Junge an. Vater, von unten auf dem neuen Weg am Rheinufer: Ja, genau, warte. Aber vielleicht nimmt die Frau den Hund ja auch zur Seite. (hochdeutsch) Frau mit schwarzer Sonnenbrille: Der macht nichts. (Dialekt) Vater: Das sagen sie alle. Sie sehen doch, dass der Junge nicht vorbeigeht. Warum nehmen Sie den Hund nicht zur Seite? Frau: Weil Hunde hier sein dürfen. Und ausserdem: Mit Leuten, die gar nicht hierhergehören, diskutiere ich nicht. Sind eh genug von euch hier. (Abgang Frau) Der Mann war sprachlos.

Was hättet ihr gesagt?

Ergebnis

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Abt. Yottabyte des Tages


Eine Abhöranlage mit einem Yottabyte Speicherplatz baue einer der rund tausend amerikanischen Geheimdienste, die NSA - schreibt die Baz . Ob das Auswerten dieser Daten wohl gegen die Arbeitslosigkeit in den USA hilft?


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Montag, 9. April 2012


Kriminologie à la Köppel


Für eine grösseres Format aufs Bild clicken)


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infamous for 8573 Days
Sperrfrist: 14.04.25, 05:43

Kontakt:
infamy-Kollektiv
Basel
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Abt. Keintunnel CH
Mehr Infos hier: https://www.umverkehr.ch/referendum
by bagger (23.09.23, 11:32)