Montag, 20. August 2012


Abt. Gattaca reloaded - heute: PraenaTest


Der #praenatest von #lifecodexx : Ein "trojanisches Pferd" nennt ihn Christoph Rehmann-Sutter im Beitrag von Christian Heuss im Echo der Zeit vom letzten Donnerstag und sagt weiter, "wenn sich der mal etabliert hat, ist es sehr leicht möglich, weitere Tests zu lancieren." Nur 20ml Blut einer Schwangeren braucht's dafür,

DKMS Nadel

und was damit dann passiert, erklärte Sinuhe Hahn, Spezialist für Pränataldiagnostik von der Uni Basel im Radio:

Das ganze Genom wird sequenziert. Und dann ist die Frage, wie viel Information möchte man haben.
Weiter erfahren wir in dem Beitrag:
Nicht nur das Erbgut des Kindes wird übrigens sequenziert, entschlüsselt. Sondern, als Nebeneffekt, auch das der Mutter. Allerdings werden der Schwangeren, resp. dem behandelnden Arzt, nur die Informationen zur Trisomie 21 weitergeleitet.
Ergo: Der Praena-Test kann also nicht nur "aus einer Blutprobe der Schwangeren eine Trisomie 21 zuverlässig ausschließen oder bestätigen", wie der Anbieter schreibt. Quasi nebenbei fallen bei dem als Trisomie21-Test vermarkteten Verfahren auch noch zwei Vollgenomsequenzen an von Kind und Mutter.

Wenn der praenatest und seine Nachfolger - weil so einfach - sich mit der Zeit einbürgern bei Schwangeren, wird das, was sich nach und nach auf den Festplatten der lifecodexx, anhäuft, der feuchte Traum u.a. so mancher Polizeikommandos, Krankenkassen, Pharmakonzerne und Arbeitgeber. Wer was mit den Daten aus den sequenzierten Genomen anfangen darf, muss darum mit zuoberst auf die Agenda der Diskussion.

Dass der praenatest für Mutter und Kind absolut gefahrlos sei, im Vergleich zur Fruchtwasserpunktion, wird von seinen Verfechtern gerne als Argument ins Feld geführt (z.B. in der NZZ von Robert Schönenberger, St. Galler Gynäkologe). Oder vom SPIEGEL:

Das Risiko, dass der Eingriff eine Fehlgeburt auslöst, liegt etwa bei einem Prozent - je nachdem, wie erfahren der Untersucher ist, kann die Gefahr auch größer oder kleiner sein.
Dem widerspricht ein Genetiker in diesem Kommentar zu einer grossen Studie über das Verfahren hinter dem praenatest:
the Washington University School of Medicine analyzed its own information from 1990 to 2006 and found that the increased risk of miscarriage after an amniocentesis was only 0.13% -- 0.97% of women who had an amniocentesis (Fruchtwasserpunktion) before 24 weeks had a spontaneous late miscarriage or preterm birth, but this also happened in 0.84% of women who did not have an amniocentesis. They concluded that the difference was not statistically significant.
Der praenatest löst ergo nicht primär ein vermeintliches, altes Problem (angebl. "gefährliche" Fruchtwasserpunktion), sondern vereinfacht vor allem radikal den Zugriff auf die vollständigen Genome des Kindes UND seiner Mutter!

lifecodexx ist eine Tochterfirma der GATC-Biotech, welche die Technologie für den praenatest aus den USA von einer Firma namens Sequenom eingekauft (einlizenziert) hat. Sequenom kommt die Geldspritze aus Europa wohl recht, denn in ihrem Jahresbericht 2010 steht:

Based on our current plans, we believe our cash, cash equivalents and current marketable securities will be sufficient to fund our operating expenses and capital requirements into early 2013.
Und im jüngsten Quartalsbericht steht:
We have a history of recurring losses from operations and had an accumulated deficit of $846.4 million as of June 30, 2012. (...) At our current and anticipated level of operating loss, we expect to continue to incur an operating cash outflow until reimbursement for our tests is established with the majority of third-party payors.
Die "third-party payors", die die Sequenom aus dem Milliardendefizit über die Jahre in die Gewinnzonge bringen sollen, sind letztlich natürlich die Schwangeren.


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Sonntag, 19. August 2012


Abt. London calling - heute: Julian Assange @ Balkon


Er erklärt, was er zu tun gedenkt macht ein paar allgemeine Bemerkungen und fordert u.a. die USA auf, alle Ermittlungen gegen ihn und Wikileaks einzustellen. Was andere meinten:

Reuters et al. streamten live:


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Samstag, 18. August 2012


Abt. Nachtrag - heute: FA Raetia - Tamil Eelam


1:0 gewann @FA_Raetia am 6. Juni gegen Tamil Eelam in Erbil am Viva World Cup 2012 (hatten wir voll verpasst; sorry!). Hier die letzten Minuten:

Jajaja, es gab da auch ein paar andere Spiele von FA RAetia....

FA Raetia? FA Raetia! Clubpräsident ist übrigens Gian-Marco Schmid.

20min hatte es kurz vom viva world cup.


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Freitag, 17. August 2012


Abt. baz.ch-ille des Tages


Wahnsinn, diese Frankenschwäche heuer!

Ginge vielleicht auch in der «Abt. Praktikanten-Freitag» durch.


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Abt. Liebesdienerei - heute: Dominik Heitz


„Was wäre die Basler Zeitung ohne den wöchentlichen Leitartikel unseres politisch denkenden Chefredaktors Markus Somm?“ schreibt der vor wenigen Jahren noch als redlicher Kulturschurni tätige Dominik Heitz überflüssigerweise in einem Werbeartikel für -minus gesammelten BaZ-Kolumnenband. Die BaZ führt uns nach wie vor täglich vor Augen, wie wenig es braucht, um Journalisten - die einmal welche waren oder gerne welche werden möchten - zu korrumpieren.


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Donnerstag, 16. August 2012


Abt. positiver Asylentscheid - heute: für Julian Assange


Greenwald nervt sich zurecht, dass die NYT in ihrem Artikel über die Vorgänge in London Domscheit-Berg zitiert damit, dass Assange in der Zeit, als er bei ihm gewohnt habe, sich weigerte das WC zu spülen.

Warum ausgerechnet Ecuador? Die NYT schreibt:

(...) when Mr. Assange arrived at the embassy, he issued a statement saying that Mr. Correa had invited him to seek asylum in Ecuador during an interview for Mr. Assange’s TV show on Russia Today, an English-language cable channel financed by the government of Vladimir V. Putin.
Das ist das Interview von Assange mit Raffael Correa, dem Präsidenten von Ecuador,

dem Land, das dem Gründer von Wikileaks heute mit dieser ausführlichen Begründung Asyl gewährt hat (Ausschnitt):

Con estos antecedentes, el Gobierno del Ecuador, fiel a su tradición de proteger a quienes buscan amparo en su territorio o en los locales de sus misiones diplomáticas, ha decidido conceder asilo diplomático al ciudadano Julian Assange, en base a la solicitud presentada al señor Presidente de la República, mediante comunicación escrita, fechada en Londres, el 19 de junio de 2012, y complementada mediante comunicación fechada en Londres, el 25 de junio de 2012, para lo cual el Gobierno ecuatoriano, tras realizar una justa y objetiva valoración de la situación expuesta por el señor Assange, atendiendo a sus propios dichos y argumentaciones, hace suyos los temores del recurrente, y asume que existen indicios que permiten presumir que puede haber persecución política, o podría producirse tal persecución si no se toman las medidas oportunas y necesarias para evitarla.
Bleibt das Problem: Wie kommt Assange aus der Botschaft raus und nach Ecuador rüber...


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Abt. Live - heute: @ Ecuadorianische Botschaft



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Mittwoch, 15. August 2012


Abt. "Mediterran"


Der neue Direktor des Antikenmuseums Basel und Sammlung Ludwig heisst Andrea Bignasca. Und ist ganz so neu nicht, denn er ist der aktuelle Vizedirektor des staatlichen Museums, in dem er seit 1997 arbeitet. Er wird Anfang 2013 den langjährigen Chef Peter Blome ablösen.

Und doch will Bignasca, der nach eigenen Angaben sehr viel nachgedacht hat über den sinkenden Zuspruch des Hauses beim Publikum, vieles verändern. Er will weg vom Kunstmuseum der Antike und hin zu einem kulturhistorischen Museum, das vermehrt themenorientiert arbeitet. Über die zentralen Themen der Antike – Macht, Kommunikation, Religion, Erziehung, Sport, Mythos – soll es künftig auch darum gehen, ("wieso nicht auch einmal auf provokative Weise") Gegenwartsgeschichte zu hinterfragen.

Diese Ansätze gefallen dem Basler Kulturminister Guy Morin ganz besonders. Er betonte, dass Bignasca aber auch ganz einfach durch seine Person habe überzeigen können, u.a. durch seine direkte und mediterrane Art.

Mediterrane Art? das passt doch ganz gut zu einem Haus, das vornehmlich Objekte aus dem mediterranen Raum der Antike zeigt.

Und noch etwas zur Zukunft. Zur mittelfristigen Zukunft: Morin setzt sich nach wie vor mit Nachdruck für einen Neubau des Naturhistorischen Museums beim Bahnhof St. Johann ein. Dieser würde im Basler Urmuseumsbau an der Augustinergasse Platz schaffen für ein neues Antikenmuseum. Die Planungsvorlagen lägen bereit, jetzt müsse nur noch die Finanzministerin Eva Herzog von diesem Projekt überzeugt werden. Diese wiederum hätte nun nach der verlorenen Abstimmung um die Senkung der Unternehmensgewinnsteuern eigentlich genügen Geld im Sparkässeli ...


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Abt. Passivrauchen - heute: Autoabgase


Wer nahe an vielbefahrenen Strassen wohnt, dessen / deren Blutgefässe verkalken schneller. Das hat eine vor gut zwei Jahren veröffentlichte Studie des Schweizerischen Tropen- und Public-Health Instituts in Basel festgestellt. Auslöser sind die Feinstäube, die der motorisierte Strassenverkehr verursacht. Das damals geführte Interview mit Hauptautor Nino Künzli:

Passivrauchen ist im Kern: Abgase anderer einatmen. Auch Autoabgase. Wenn also ab 23.9. das Passivrauchen verboten ist, wird der gesamte nicht-elektrische Strassenverkehr in Helvetien zum Stillstand kommen. Nicht zuletzt darum unterstützen wir die Kampagne der "Swiss Tobacco Lobby":


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Abt. Radio für Erwachsene - heute: DLF


Vielleicht ist @dradio der einzige im Dreyeckland "over the air" empfangbare Sender, der tatsächlich das Label "für Erwachsene" tragen darf (Heebs AG mit der entsprechenden Behauptung im Namen hat übrigens am 2. Juli das Zeitliche gesegnet). Jedenfalls sendet dradio werktäglich von Mitternacht bis 1 morgens, glücklicherweise unbelästigt von irgendwelchen Quotentaliban, ein ausgezeichnetes, tagesaktuelles Kulturmagazin namens "Fazit" (die Theaterkritikerinnen müssen auch schon mal aus der Première raus ans Telefon hechten, um ihre Eindrücke brühwarm zu schildern), eine Übernahme von DRadio Kultur. Die Zwischenmusik in der Ausgabe von heute Mittwochmorgen: Songs vom seit gestern erhältlichen Album "Just Tell Me That You Want Me - A Tribute To Fleetwood Mac". Hier nachzuhören:

(Bei "Gold Dust Woman" hat Beck als Produzent mitgewerkelt. Man hört's!)


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Montag, 13. August 2012


Abt. Cyborg - heute: Netzhautprothesen


Ab 21 Uhr wird hier das Paper zugänglich sein (und hier ergänzendes Material mit techn. Details) von Sheila Nirenberg und Chethan Pandarinath mit dem recht spektakulär klingenden Titel:

Retinal prosthetic strategy with the capacity to restore normal vision
Im Pressetext dazu steht:
In normal eyes, the visual signal is translated into different patterns of electrical pulses as it passes from one cell to another and finally to the ganglion cells that communicate with the brain. The authors determined the code that directs this series of translations and built a prosthetic device containing an encoder that translates the external visual world into patterns of electrical pulses similar to those produced by the normal retina. In blind mice, ganglion cells stimulated by this method fired correctly nearly 90% of the time. Mice were able to discern facial features and visually track an image. According to the authors, the findings present essential building blocks for developing a highly effective retinal prosthetic device.
Nirenberg hat an der TEDMed 2011 schon mal von ihrer Forschung berichtet. Hier ihr Vortrag:

Und da der hochspannende Q&A-Teil, in dem sie ganz am Schluss konkret wird, wie das Teil aus Implantat auf der Netzhaut und Spezialbrille aussehen soll, das in ein paar Jahren Blinde vielleicht sehend machen kann:

Crazy!

Nachtrag: Beim Versuch zu verstehen, wie das funktioniert, bin ich auf den Begriff "Optogenetik" gestossen. Ein Teil der Retinaprothese scheint damit zu operieren. Hier ein ZEIT-Artikel, der davon handelt - und worin Basel vorkommt...

P.S. In den Kommentaren bei TEDMed hat jemand verlinkt zu einem Video, worin Mary Lou Jepsen erzählt, wie weit wir angeblich sind darin, unter gewissen Bedingungen, die bildhaften Vorstellungen in unserem Kopf auf ein externes Display zu bekommen: Ich denke im fMRI an einen rosa Elefanten, und, Boom!, auf dem Bildschirm im Kontrollraum erscheint ein rosa Elefant.


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Abt. éducation permanente - heute: Privacy & Security


Ob jemand von @umantis (remember "Abt. Mogelpackung? - heute: Bewerbung im Web") das diesjährige Symposium der Stiftung für Datenschutz und Informationssicherheit besuchen wird? Am 29.8.2012 geht's an der ETHZ unter dem Titel "Wo sind die Daten?" um das Kernproblem von umantis.com und Verwandten:

Bei Datenbearbeitungen in Unternehmen und Verwaltung werden zunehmend Dritte mit einbezogen. Dabei werden einzelne Dienstleistungen ausgelagert oder die gesamte Datenbearbeitung wird von Dritten erbracht. Waren solche ausgelagerte Datenbearbeitungen bisher meistens übersichtlich und transparent, sind die Verhältnisse heute komplexer und wenig transparent. Die technologische Entwicklung hin zur virtualisierten Infrastruktur bringt neue Möglichkeiten. Das klassische «Outsourcing» wird abgelöst von «Cloud Computing» – ein Begriff, der auch bei näherer Betrachtung nebulös bleibt. (...) Die Sicherheit der Daten muss gewährleistet werden, sie muss aber auch überprüfbar bleiben.
nota bene: "überprüfbar"!


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infamous for 8572 Days
Sperrfrist: 14.04.25, 05:43

Kontakt:
infamy-Kollektiv
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Foto: Fonzi Tromboni Gestern abend war grosses Fotoshooting im Studio zu Sankt...
by fuzzy (26.02.24, 11:55)
Abt. Keintunnel CH
Mehr Infos hier: https://www.umverkehr.ch/referendum
by bagger (23.09.23, 11:32)