Freitag, 17. Februar 2006


Abt. bazille des Tages


Hurra, es gibt ihn noch! Und er hat auch nicht verlernt, eine hochtoxische Giftmülldeponie zur Mineralquelle umzuschreiben. Aber ob der Ivo als Nichtbasler diesen Chemiefetischismus versteht?


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Abt. Hommage à Monsieur Heine


Heute vor 150 Jahren, am 17. Februar 1856 ist er in Paris gestorben: der grosse Heinrich Heine. Ich verneige mich vor ihm, der Gedichte und andere Werke geschrieben hat, die vielen Menschen Tränen in die Augen getrieben haben - und der reaktionären Liga auf der ganzen Welt Schaum vor den Mund. Hier der Anfang der Verssatire "Deutschland - ein Wintermärchen", erstmals gedruckt 1844:

Im traurigen Monath November war's, Die Tage wurden trüber, Der Wind riß von den Bäumen das Laub, Da reist' ich nach Deutschland hinüber.

(...)

Und als ich die deutsche Sprache vernahm, Da ward mir seltsam zu Muthe; Ich meinte nicht anders, als ob das Herz Recht angenehm verblute.

Ein kleines Harfenmädchen sang. Sie sang mit wahrem Gefühle Und falscher Stimme, doch ward ich sehr Gerühret von ihrem Spiele.

Sie sang von Liebe und Liebesgram, Aufopfrung und Wiederfinden Dort oben in jener besseren Welt, Wo alle Leiden schwinden.

Sie sang vom irdischen Jammerthal, Von Freuden, die bald zerronnen, Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt Verklärt in ew'gen Wonnen.

Sie sang das alte Entsagungslied, Das Eyapopeya vom Himmel, Womit man einlullet, wenn es greint, Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, Ich kenn' auch die Herren Verfasser; Ich weiß, sie tranken heimlich Wein Und predigten öffentlich Wasser.

Ein neues Lied, ein besseres Lied, O Freunde, will ich Euch dichten! Wir wollen hier auf Erden schon Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich seyn Und wollen nicht mehr darben; Verschlemmen soll nicht der faule Bauch Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brod genug Für alle Menschenkinder, Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust, Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für Jedermann, Sobald die Schooten platzen! Den Himmel überlassen wir Den Engeln und den Spatzen.

Und wachsen uns Flügel nach dem Tod, So wollen wir Euch besuchen Dort oben, und wir wir essen mit Euch Die seligsten Torten und Kuchen.

Ein neues Lied, ein besseres Lied, Es klingt wie Flöten und Geigen! Das Miserere ist vorbey, Die Sterbeglocken schweigen.

(...)


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Novartis Glycoramin Story, neue Lieferung


Die PR-Frau von Novartis wollte die Fragen <a href=infam.antville.org target=_blank>in Sachen Glycoramin schriftlich. Voilà (sie hat sie auch per Mail erhalten...):

Die Agentur ViznerBorel schreibt, Novartis wolle Gly-Coramin als "Kult-Energiespender einer jungen und sportlichen Zielgruppe näher" bringen. Können Sie diesen Anspruch bestätigen?

Wo läuft Ihre Kampagne für die Neu-Positionierung von Gly-Coramin derzeit? Wo planen Sie sie künftig laufen zu lassen? Mit welchen Mitteln arbeiten Sie?

Das Plakat der Kampagne zeigt einen Snowboarder. Die Headline lautet "Mehr Energie". Welche Assoziationen möchten Sie im Pulikum damit auslösen?

In Basel sind die Plakate "wild plakatiert", nicht auf regulären Plakatstellen der APG oder ähnlichen Anbietern. Warum haben Sie diese Form des Aushangs gewählt?

Einige Plakate sind im Umfeld von Schulhäusern zu finden. Ist diese Position absichtlich gewählt?

Im Beipackzettel von Glycoramin wird darauf hingewiesen, dass Jugendliche unter 16 Jahren das Produkt nicht konsumieren sollten. Wie verbinden Sie diese Vorschrift mit dem jugendlichen Appeal, den Sie der Kampagne geben möchten?

Wie können Sie ausschliessen, dass Unter-16-jährige, angeregt von der Kampagne, Gly-Coramin konsumieren?

Laut Beipackzettel besteht Gly-Coramin unter anderem aus 125 mg Nikethamid. Diese Substanz führt die "World Anti-Doping Agency" auf ihrer Liste der verbotenen Inhaltsstoffe. Ein Spitzensportler, der vor einem Wettbewerb auf Nikethamid positiv getestet wird, erhält eine 12 monatige Sperre. Wie kommentieren Sie vor diesem Hintergrund Ihren Anspruch, Gly-Coramin als "Kult-Energiespender einer jungen und sportlichen Zielgruppe" positionieren zu wollen?

Laut Beipackzettel sollte Gly-Coramin bei bestehender oder geplanter Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Welche Wirkungen von Gly-Coramin führen zu diesem Verbot? Wie kommentieren Sie vor diesem Hintergrund den Umstand, dass Schwanger-sein oder (nicht) Schwanger-werden-wollen gleichzeitig in der von Ihnen avisierten Zielgruppe ("jung", "sportlich") ein permanentes Thema ist?

Es sind noch 11 Tage bis zur Novartis Generalversammlung... Ob die Antworten vorher eintreffen? Bleiben Sie dran!


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Abt. Rotlicht/Redlight


So sieht ein Rotlichtlokalbesitzerkaare aus

Gleich vorweg: FDP-Regierungskandidat Hans-Peter Gass ist ein guter und braver Bürger, der seine Frau nicht mit so anstrengenden Beschäftigungen, wie etwa der Verwaltung von Bordellen, belästigt, sondern sie Hausfrau sein lässt. Aber auch das ebenfalls so saubere und brave Quartier, in dem Herr Gass wohnt, das Spalenquartier, ist nicht ganz frei von Rotlichtern, die nicht der Regelung des Strassenverkehrs dienen: So gibt es – übrigens in Sichtweite unseres Büros – den legendären Memory-Club, der gemäss Vitrine blutte Fudis aus nah und fern feilbietet.

Dies allein wäre ja nicht weiter eine Erwähnung wert ...

... wenn da nicht eben dieser oben abgebildete Kaare wäre. Dieser steht beinahe täglich, jeweils für Stunden, gleich unter unserem Fenster in der Güterumschlagzone. Seit ein paar Tagen nun klemmt die ansonsten recht fleissige und adrette Beamtin vom Verkehrsdienst keinen Bussenzettel mehr unter den Scheibenwischer dieses Wagens. Wir haben die nette Dame beobachtet, wie sie angestrengt wegschauend vorbeiging und haben uns dabei gefragt:

Wie kommt es, dass ein Nachtclubbesitzer von der Polizei verschont wird? Kann er seine Strassen-Verkehrssünden etwa mit anderen Mitteln, bzw. anderen Arten von Verkehrssünden, wieder gutmachen?

Herr Gass, übernehmen Sie!


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Abt. Ganz neue Töne


Überraschendes schallt einem entgegen, wenn man dieser Tage beim Basler Erziehungsdepartement anruft: Als Telefon-Pausenmusikkapelle trällern vier Liverpooler Knaben Namens George, Paul, Ringo und John:

"I don't care much for money"

Dabei bin ich bislang doch davon ausgegangen, dass sich dort im Moment alles, nun wirklich alles ums Geld dreht.


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Abt. Bekiffter Bazismus



Heute auf BaZ-online:

Mehr jugendliche Kiffer in Basel Doppelt so viele Jugendliche wie im Vorjahr wurden letztes Jahr in Basel beim Kiffen erwischt. Einen Grund für diese Zunahme von 90 auf 180 Fälle sieht die Jugendstaatsanwaltschaft darin, dass in der ganzen Schweiz die Hanfläden geschlossen wurden. (...) Mit der Erfassung der jugendlichen Kiffer könne deren kritisches Konsumverhalten angesprochen werden. Viele von ihnen werden zu einem Kurs über Cannabiskonsum ans Drop-In weiterverwiesen.

Verstehe ich das richtig, dass meine kids anstatt im Hanfladen nun im Drop-In lernen können, sich beim Kiffen nicht erwischen zu lassen?


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Donnerstag, 16. Februar 2006


Abt. MacFlu


Nicht ganz ohne Schadenfreude teilte uns Herr Troll via Chat mit, dass offenbar der erste (wär doch der erste?) Mac OS X-Virus im Umlauf ist. Wie es sich verbreitet? Na per iChat...


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Abt. Jöö Schnüffi! oder: Die Hamstergrippe


(Agenturen) Auch Haltern von Haustieren verlangt die Vogelgrippe mehr Vorsicht ab. Es gebe Fälle einer Übertragung des Virus von Geflügel zu Säugetieren, sagte der Vogelkundler Wolfgang Fiedler vom des Max-Planck Institut für Ornithologie am Donnerstag im ZDF-»Mittagsmagazin».

Wow, das ist Service! Danke und Chapeau! Wolfgang Fiedler hat innert kaum 30 Minuten geantwortet auf meine Rückfragen: patpatpat: Ich hab dazu eine Verständnisfrage: Was macht es mit den Haustieren, wenn sie das Geflügel fressen und so sich mit dem Virus infizieren? Erkranken die Säugetiere ebenfalls und sterben?

Fiedler: Ja. Offenbar sind die Dosen der aufgenommenen Viren dann so hoch, dass sogar Säugetiere erkranken. Dies ist bekannt aus Berichten aus Südostasien vom letzten Sommer, wonach erkrankte Schleichkatzen gefunden wurden (typische Feinde von Vögeln, die sich vermutlich besonders auf die geschwächten individuen gestürzt haben) und von Tigern, die im Zoo mit Geflügel gefüttert wurden und schwer erkrankt sind. Wenn Sie die Möglichkeit haben, das National Geographic Heft vom letzten Oktober oder November (Nr. 208) zu bekommen: dort ist ein eindrucksvolles Foto drin von Tigern in einem Zoo (war es Hanoi? ), die sterbend in ihrer Anlage liegen, dazwischen sitzen besorgte Pfleger. Diese Tiere wurden nach dortigen Angaben mit Geflügel gefüttert.

patpatpat: Sind diese Haustiere dann auch Vektoren für die Weiterverbreitung?

Fiedler: Die Übertragung Haustier - Mensch müsste über sehr intensiven Kontakt (um nicht zu sagen Verzehr) stattfinden und die Übertragung Haustier - Wildvogel würde erfodern, dass stark mit Viren durchsetzter Kot der Haustiere irgendwo so abgesetzt wird, dass Vögel damit z.B. über Oberflächenwasser in Berührung kommen. Man kann solche Szenarien nicht ausschließen, aber ich halte sie für wehr wenig wahrscheinlich.

Viele Grüße Dr. Wolfgang Fiedler - Vogelwarte Radolfzell - vogelwarte.mpg.de


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Theater Basel: Der Spartragödie zweiter Akt


Der Subventionsvertrag 2006-2010 zwischen den Kanton Basel-Stadt und dem Theater Basel ist unterzeichnet: Der Verwaltungsrat des Theater Basel und das Basler Erziehungsdepartement haben in der Auseinandersetzung um die Kürzungen der kantonalen Subventionen an das Dreispartenhaus eine Einigung erzielt, die dem Theater zumindest zu einem kleinen Teil etwas an Schnauf zurückgibt: Statt jährlichen Einsparungen von 3,5 Millionen Franken muss das Dreispartenhaus nun voraussichtlich ein Minus von ca. 3 Millionen verkraften.

Bewegt haben sich in dieser Sache in erster Linie das Theater sowie der Kanton Basel-Landschaft, während der Kanton Basel-Stadt im Prinzip nicht von seinen ursprünglichen Kürzungsplänen abrückt: Das Theater verzichtet in den kommenden fünf Jahren auf 3 statt "nur" 2,5 Millionen Franken Subventionen, die in den vergangenen Wochen immer wieder als absolutes Minimum genannt wurden. Der Kanton Basel-Landschaft seinerseits hat in Aussicht gestellt, aus der Kulturvertragspauschale zur Abgeltung von Zentrumsleistungen in der Stadt zu den bisherigen 3,8 Millionen jährlich zusätzlich rund 500'000 Franken mehr an das Theater Basel zu bezahlen. Der Kanton Basel-Stadt wiederum steuert eine Deckungsgarantie bei, falls die Steuereinnahmen der natürlichen Personen im Baselbiet diese geplante Erhöhung der Beiträge nicht erlauben sollten. Dazu kommt ein garantierter Teuerungsausgleich von einem Prozent (sofern die tatsächliche Teuerung die 2-Prozentmarke nicht überschreitet).

Der designierte Theaterdirektor Georges Delnon steht dieser Einigung mit einer "zuversichtlichen Unzufriedenheit" gegenüber. Er bleibt aber bei seiner Einschätzung, dass das Theater Basel sein jetztiges inhaltliches Niveau mit 3 Millionen Franken weniger pro Jahr nicht wird halten können. Das Theater muss also Mittel und Wege finden, eine halbe Million zusätzlich aufzutreiben: Durch die Auflösung der Rücklagen oder durch mehr Eigeneinnahmen (Eintritte oder Sponsorengelder).

Die verkündete Einigung kann also den Betrieb des Theater Basel nur kurzfristig retten. Längerfristig hoffen alle Beteiligten, von der Basler Regierung über das Theater bis zu den Baselbieter Kulturbeauftragten, darauf, dass eine Erhöhung der Beiträge aus Liestal den Theaterbetrieb längerfristig zu retten vermögen. Denn Michael Koechlin, Ressortleiter Kultur Basel-Stadt, und sein Chef, Regierungsrat Christoph Eymann, betonten auf Anfrage von infamy einmal mehr unisono, dass das Theater auf Dauer ohne ein Entgegenkommen der Baselbieter längerfristig nicht auf diesem Niveau zu halten sein werde.

Wie geht es weiter: Es folgt nun der dritte Akt: Das letzt Wort wird in den kommenden Monaten der Grosse Rat, bzw. im Falle eines Referendums das Stimmvolk haben. Theoretisch hätte der Rat die Möglichkeit, die Sparvorgaben der Regierung ganz über den Haufen zu werfen, oder aber dafür zu sorgen, dass dem Theater zumindestr die fehlende halbe Million pro Jahr ausgeglichen wird. Das Problem dabei: Die Zeit verrinnt: Am 15. September müssen Delnon und sein neues Ensemble ihre erste Spielzeit beginnen können.


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Abt. Arbeitslosigkeit senken


Das Amt Nordrügen schlägt Alarm. Zum Einsammeln toter Vögel stünden nur vier Mitarbeiter und ein Auto zur Verfügung, hieß es. Deshalb sollen jetzt Land und Bund im Kampf gegen die Vogelgrippe helfen. Auch der Einsatz von Arbeitslosen zum Bergen toter Tiere wird erwogen. (Spiegel Online)


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Abt. Nur no e paar Daag bis ...


Leider hat der Filmer den kompetenten Kommentar des in der Mitte stehenden Tambouren abgeklemmt. Wir alle - und ich meine wirklich alle - hätte etwas zu lernen gehabt.


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Abt. Welcome to the club!


smokeball.ch/blog

Unser lieber Kumpel und Kunde Dimi hat heute sein Smokeball-Blog offiziell eröffnet. Wir freuen uns auf viele lustige Anekdoten mit Roman Signer, Pipilotti, Kate Moss und natürlich Herrn Westermann himself.


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Abt. Keintunnel CH
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