Sonntag, 3. März 2013


Abt. Wahlfaules Baselbiet


Das Schlussresultat des 1. Wahlgangs der Regierungsratsersatzwahlen im Baselbiet bringt einen ausgesprochen knappen Vorsprung von nicht einmal 300 Stimmen für den SP-Kandidaten Eric Nussbaumer. Es kommt am 21. April zum 2. Wahlgang.

Auffallend (bzw. bereits Gewohnheit: bei den letzten Gesamterneuerungswahlen vor zwei Jahren lag die Beteiligung bei miserablen 33,6%) ist die ausgesprochen tiefe Wahlbeteiligung im Landkanton. Nur gerade 38,7% der Berechtigten beteiligten sich an dieser eigentlich doch bedeutenden Richtungswahl! Bei den eidgenössichen Abstimmungen war die Stimmbeteiligung mit rund 45% doch um einiges höher.

Offensichtlich interesseren sich die Baselbieterinnen und Baselbieter nicht sonderlich dafür, wer ihren Kanton allenfalls wieder aus den roten Zahlen bugsieren könnte. Befürworter einer Fusion der beiden Basel könnten dies eigentlich als Argument für einen Kanton Basel werten ...


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Samstag, 2. März 2013


Abt. Qualitätsjournalismus – heute: Die BaZ und die Riehener Wahlen


Ich gebe es zu, die Wahlen in der Gemeinde Riehen gehören nicht zu meinen vordringlichsten Interessen. Deshalb habe ich die Ausführungen von Mischa Hauswirth in der "Basler Zeitung" auch überblättert. Absolut zu unrecht, wie sich im Nachhinein herausstellt. Denn diese Ausführungen eignen sich offensichtlich einmal mehr, um die journalistische Arbeit von Hauswirth in richtige Licht zu rücken, wie Patrick Huber, Präsident Junge CVP Basel-Stadt und Riehener Einwohnerrat bemerken musste. Huber hat einen Brief an Chefredaktor Markus Somm geschrieben, den wir gier gerne in voller länge wiedergeben:

Fehler über Fehler soweit das Auge reicht S. 14; BaZ vom 2. März; Wer folgt auf Willi Fischer als Gemeindepräsident? Im Artikel von Herrn Mischa Hauswirth über die Riehener Gemeinderats- und Gemeindepräsidentswahlen haben sich derart viele Fehler eingeschlichen, dass einige Korrekturen unumgänglich sind. Ich beschränke mich daher vorerst auf die Richtigstellungen:

  • Der Gegenkandidat bei der letzten Wahl zum Gemeindepräsidenten war kein bürgerlicher Kandidat, sondern wurde lediglich von der SVP unterstützt.
  • Was die Rücktritte betrifft, hätte Herr Hauswirth durchaus einmal auch die Riehener Zeitung lesen dürfen. Willi Fischer (EVP) wird wieder antreten hingegen treten Irène Fischer-Burri (SP) und Maria Iselin (LDP) zurück.
  • Die EVP hat bei den letzten Grossratswahlen nicht 7% sondern 9,8% erzielt.
  • Die Gemeinderäte werden im Fall auch vom Volk gewählt, Herr Hauswirth! Warum soll die Verteilung nicht der “Wirklichkeit“ entsprechen? Die SVP Kandidaten wurde vom Volk (!) nicht gewählt.
  • Welche jounalistische Relevanz hat es, dass Roland Lötscher (SP, Jahrgang 1956) mal im Vorstand der Juso Schweiz war? An dieser Stelle müsste seine bald 10-jährige Arbeit also Einwohnerrat beurteilt werden, welche nicht mit einem Wort erwähnt wird.
  • Den angeblich “zu unbekannten“ Thomas Strahm kennt in Riehen jeder. Er ist Fraktionspräsident der LDP, seit 2001 Einwohnerrat, war Einwohnerratspräsident, seit 2007 Grossrat (und nicht wie geschrieben seit 2009) und wurde in ihrer Zeitung noch vor wenigen Wochen als “Galionsfigur“ der Riehener LDP bezeichnet, was auch eher zutrifft.
  • Christoph Bürgenmeier (LDP) wird als “so gut wie gewählt“ bezeichnet. Offenbar ist untergegangen, dass genau dieser Christoph Bürgenmeier schon einmal gegen Willi Fischer angetreten ist und verloren hat.
  • Einfach nur lustig ist, dass Christine Kaufmann (Fraktionspräsidentin EVP) als “zurückgezogen und eher reserviert, ja schüchtern“ beschrieben wird. Christine Kaufmann ist die wahrscheinlich aktivste Einwohnerrätin ihrer Fraktion und hält mit Abstand die meisten Fraktionsvoten.
  • Angeblich hat man kaum gemerkt, dass Daniel Albietz (CVP) im Gemeinderat ist. Das ist wahrscheinlich eine Gefühlsangelegenheit. Allerdings kann man objektiv festhalten, dass er massiv mehr Vorlagen in den Einwohnerrat gebracht hat als sein Vorgänger. Es wird geschrieben “Seine Projekte […] fanden im Einwohnerrat nur selten eine Mehrheit und wenn, dann nur in deutlich abgewandelter Form.“ Das ist schlicht und einfach falsch, weshalb wohl auch keine Beispiele erwähnt sind. Die weiteren Aussagen über Albietz und seine Partei – und das weiss ich als CVPler – sind ebenfalls falsch.
  • Eduard Rutschmann (SVP) als geradlinig und transparent zu bezeichnen steht selbstverständlich jeder Zeitung offen – zeugt allerdings auch vom politischen (Nicht) Verständnis des jeweiligen Journalisten.
Dass man in einem einzigen Zeitungsartikel eine derart grosse Menge an inhaltlichen Fehlern machen kann, habe ich nicht für möglich gehalten. Herrn Hauswirth würde ich dringend raten, einmal eine Einwohnerratssitzung zu besuchen (oder mehrere) und künftig einmal die anderen Zeitungen zu durchstöbern. Ebenfalls eine bewährte Methode ist es, die Betroffen selbst zu fragen – gelegentlich geben sie sogar Auskunft über Kandidaturen und Rücktritte. Und noch so ganz am Rande: Auf der Homepage des Grossen Rats kann man sehr einfach nachschauen, wer wie lange Grossrat ist und welche Partei, wie viele Stimmen erzielt hat. Wie kann man solche Fehler begehen?!?! Falls es sich beim erwähnten Journalisten um das Beste handelt, was die BaZ zu bieten hat, biete ich mich zukünftig gerne an, die Artikel über die Riehener Politik unentgeltlich für die Basler Zeitung zu verfassen – den Politikern, der Bevölkerung und der BaZ zuliebe.

Patrick Huber, Präsident Junge CVP Basel-Stadt, Einwohnerrat"

Wir warten gespannt auf die Reaktion der angesprochenen Zeitung.


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Abt. das leere Basel IV - heute: Stücki Business Park


Nicht nur das Stücki Einkaufszentrum ist fast menschenleer. Auch der gleich daneben gebaute Stücki Business Park. Swiss Prime Site Halbjahresbericht 6.2012, Seite 42, über denselben:

Am 11.12.2006 wurde mit HRS Real Estate AG ein Totalunternehmervertrag und am 15.05.2009 ein Nachtrag über total CHF 75.385 Mio. unterzeichnet zur Erstellung der Geschäftsliegenschaft Stücki Business Park mit fünf Gebäuden an der Hochbergerstrasse in Basel. Die Gebäude wurden im Geschäftsjahr 2011 fertiggestellt. Die für das Jahr 2012 noch ausstehenden Zahlungen von CHF 1.000 Mio. wurden im ersten Halbjahr vollumfänglich geleistet [CHF 1.000 Mio.]
Dem Halbjsahresbericht von Mitte 2012, Seite 46, entnehmen wir, dass SPS mit dem Businesspark knapp 3 Millionen pro Jahr verliert:
Basel, Hochbergerstrasse 60/ Stücki Business Park 60A–E. Anschaffungskosten: 99'865'000.0, Fair Value (nach W&P): 95'710'000.00, Halbjahres-Sollmietertrag: 3'418'141.68, Halbjahres-Leerstandsverlust: 1'443'937.20, Halbjahres-Nettomietertrag: 1'974'204.48
Im November 2012 beschloss der Grosse Rat, Swiss Prime Site (SPS) auch weiterhin unter die Arme zu greifen. In Zukunft soll der Standortförderungsfonds zwei statt einer Million jährlich erhalten. Was hat das mit SPS zu tun? Im zu 42% leeren Stücki Business Park eingemietet sind der so genannte "Basel Inkubator" ("Kantonales Gründerzentrum", erhält von 2009 bis 2014 knapp 1 Million) und der Technologiepark Basel ("Technologiepark für Unternehmen aus Hochtechnologiebranchen", erhält von 2009 bis 2019 6,6 Millionen). Beide subventionieren ambitionierte Jungunternehmer (und einen multinationalen Kunststoff-Konzern, der 200 Millionen Dollar Umsatz macht) mit günstiger Infrastruktur im halbleeren Stücki Business Park... Man darf gespannt sein auf den Jahresbericht 2012 von SPS, angekündigt auf dem 19.3.

Frühere Folgen der Serie "das leere Basel".


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Freitag, 1. März 2013


Abt. Extrablatt - heute: StaatsGENE


Nein, so ein Extrablatt wird es nie geben:

Zwar entspricht der Inhalt des fiktiven Extrablattes, hier zugegebenermassen bis zur Kenntlichkeit zugespitzt, einem möglichen Szenario, aber die SVP kommt garantiert nicht auf die Idee, Opposition anzumelden gegen die Motion von CVP-Vampir Neirynk ("Schaffung einer Datenbank zu genetischen Untersuchungen"), die voraussichtlich am 20.3.2013, zusammen mit ihrer eingesofteten SP-Version von Josiane Aubert ("Genetische Untersuchungen bei Neugeborenen und Speicherung von deren Resultaten in einer Datenbank"), zur Abstimmung kommt im Nationalrat.

Zusatzinformationen: kritische Fragen zu den Motionen (application/pdf, 73 KB) ; aufschlussreiches Streitgespräch in der Zeitung der Uni Zürich unter Adriano Aguzzi, Professor für Neuropathologie an der Universität, Andreas Papassotiropoulos, Professor für Molekulare Neurowissenschaften an der Universität Basel, Mitverfasser des Positionspapiers zur personalisierten Medizin der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und Brigitte Tag, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht an der Universität Zürich;


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Abt. Wozu Twitter? - heute: Schoggihasen!



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Donnerstag, 28. Februar 2013


Abt. Quote of the day - heute: H.P. Wessels


rheinhattan kleinhattan

Laut BZ so gesagt vom SP-Baudirektor vorgestern an der SP-Delegiertenversammlung zum Thema Rheininsel:

Wenn man tiefe Miete will, muss man eine Autobahn durchs Quartier bauen.
Wir verdanken natürlich auch diesen Diskussionsbeitrag. Allerdings nur aus purer Höflichkeit, denn wir halten ihn für weder konstruktiv, noch originell. So wär ein Schuh draus geworden:
Wenn man tiefe Mieten will auf der Rheininsel, dann übernimmt der Kanton den Boden zu 100% und gibt ihn zu günstigen Konditionen mit klaren Vorgaben im Baurecht ab.
Das ist jetzt echt nicht so schwierig, Herr Regierungsrat! Welchen Teil von "übernehmen", "Konditionen" und "Baurecht" haben Sie nicht verstanden?

Übrigens: Mit einer klaren Ansage, dass der Kanton das Steuer in die Hand nimmt und aktiv interveniert zugunsten seiner Bevölkerung und für bezahlbaren, genossenschaftlich bewirtschafteten Wohn-, Arbeits- und Lebensraum sorgt auf der Rheininsel, wäre die Gentrifizierungsdiskussion mit einem Schlag beendet.

P.S. Zur leidigen Visualisierung auf dem Bild oben meinte Wessels offenbar: "dass die oft gezeigten Hochhaus-Visualisierungen keineswegs so gebaut würden: 'Das kann ich todsicher sagen.'"

P.P.S. Die BZ berichtet von Parteidelegiertenversammlungen? Das ist ja richtiger Lokaljournalismus von altem Schrot und Korn, wie man's gerne hat. Ab und zu jedenfalls!


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Mittwoch, 27. Februar 2013


Abt. Prost! - heute: BPA in Bier & Cola


Lars Fischer brachte mich darauf, mal nach Bisphenol A in Dosengetränken zu googlen.

Schnell "bpa, alu, can" eingegeben und kurz darauf ist, via diesen Artikel bei treehugger, die Analyse der kanadischen Gesundheitsbehörde mit dem naheliegenden Titel "Survey of Bisphenol A in Soft Drink and Beer Products from Canadian Markets" (backup, Textversion) schon gefunden. Die Werte:

Ergo: 1. In (kanadischem Dosen-) Bier & Cola hat's. Und 2. die Konzentrationen liegen damit grob geschätzt bei rund 1% von jenen, die die westschweizer Zeitschrift femina vor einiger Zeit in Nahrungsmitteln in Konservendosen fand.


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Abt. Visualisierungen - heute: Neue Gruppe Bahnhof


@GaudenzWacker vom Regionaljournal Basel / Baselland besuchte gestern offenbar die Versammlung der "NGB". Er hat verdankenswerterweise geknipst, was dort zu sehen war:

Was auf dem obigen Bild in der ersten Zeile aussieht wie ein auf dem Rücken liegendes Insekt, ist der Vorschlag der Dürig AG

für die Realisierung einer "Unterführung SBB reloaded", wie sie auf der Bauengabe der SBB

2011-09-29 14.14.36

für ihr "Stapelvolumen" aus dem Hause HdM (what else?)

2011-09-29 14.18.42

unterirdisch bereits vorgespurt ist.


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Abt. next big thing - heute: Sitzverbote


Die Produzentin von TED Media liess uns gestern wissen:

Sitzen ist also das neue Rauchen, lernen wir von Nilofer Merchant. Was daraus folgen wird, ist ganz klar: Ein generelles
Sitzverbot!
Jetzt lacht ihr noch darüber. In ein paar Jahren werdet genau ihr auf dem Stadtplan mit der Lupe eine Beiz suchen müssen, wo's noch ein Asseoir hat!

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Abt. R.I.P. - heute: Stéphane Hessel


Das Gespräch mit ihm auf TRFKADRS2 a.k.a. SRF 2 Kultur:
Ein 95-Jähriger ruft zum Widerstand - Stéphane Hessel
"TRFKADRS2" = "the radio formerly known as DRS2"

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Dienstag, 26. Februar 2013


Proudly present:


Swissbow und die Basler Zufallstreffer präsentieren stolz die ersten beiden von meiner Wenigkeit erdachten und designten und von Andres Stöckli (Swissbow Custombows) gefertigten Prototypen. Nicht bräunlich (pffffrrrt) aber, wegen Verzicht auf Tropenholz grünlich: Jagdrecurve Bertinator II

und Laminierter Steinzeitbogen «Möllegabet» der Swissbow Primitiv Editition!


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Abt. Was macht eigentlich... - Heute: A. C. S.


Alain Claude Sulzer, Schriftsteller, kandidierte in Italien als "Giulio Aloisi, Tourismusfachmann" für irgendwelche Zentristen (Aloisi, Alain; Giulio, Sulzer: Was für eine durchsichtige Wahl des Pseudonyms!):

P2200052

Oder ist es Giulio Aloisi, der sich hierzulande als "Alain Claude Sulzer, Schriftsteller" ausgibt (Alain, Aloisi; Sulzer, Giulio: Was für eine durchsichtige Wahl des Pseudonyms!)? Wir bleiben dran!


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infamous for 8568 Days
Sperrfrist: 14.04.25, 05:43

Kontakt:
infamy-Kollektiv
Basel
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Foto: Fonzi Tromboni Gestern abend war grosses Fotoshooting im Studio zu Sankt...
by fuzzy (26.02.24, 11:55)
Abt. Keintunnel CH
Mehr Infos hier: https://www.umverkehr.ch/referendum
by bagger (23.09.23, 11:32)