BaZ-Verleger-Strohmann Moritz Suter gibt auf! Die Ereignisse rund um die einstmals beste aller Basler Tageszeitungen scheinen sich zu überschlagen.
Mit dem obigen Primeur-Link verweisen wir auf die "Tageswoche". Das möchte onlinereports.ch (leider unverlinkbar) nicht. Ganz und gar nicht. Die Onlinepostille von Peter Knechtli weist vielmehr nzz-online.ch als Quelle der ersten Minute aus. Nun aber trägt der "Tageswoche"-Beitrag als Uhrzeit seiner Aufschaltung 18.04 Uhr, während der NZZ-Beitrag von 19.30 stammt (bei Onlinereports fehlen die Uhrzeiten).
Andere Zeitungen stützen sich auf eine MEldung der Schweizerischen Depeschenagentur sda ("... schrieb er den Angestellten der Basler Zeitung in einem Mail, das der sda vorliegt"). Die Meldung trägt als Uhrzeit 19.40 Uhr.
Spielt aber eigentlich eine untergeordnete Rolle. Nur: wie hatte der Unverlinkbare vor drei Monaten erst geschrieben:
"Vielmehr hat die "Basler Zeitung" im vergangenen Jahr an Profil gewonnen. Obschon Somm an allen Ecken und Enden sparen und mit einem Jahresbudget von noch 17 Millionen Franken Vorlieb nehmen muss (in den besten Jahren standen seinen Vorgängern 27 Millionen zur Verfügung), profilierte Redaktoren scharenweise zur Konkurrenz abwanderten und treue Leser ihr Abonnement kündigten, kann sich die BaZ wieder sehen und lesen lassen. Somm baute Stellen ab, verschlankte das aufwändige Layout und setzt vermehrt auf lange, vertiefende Lesetexte."
Da ist der doch ganz ganz anderer Meinung als infamy.
Aber immerhin äussert sich der Unverlinkbare noch über die BaZ-Geschichte. Die betroffene Zeitung selber schweigt und schweigt und schweigt zur wohl brisantesten Geschichte der Stunde auf dem Platze Basel.
Nachtrag: onlinereports.ch hat nachgebessert:
"Die Nachricht kam heute Montagabend erst über die "TagesWoche", dann über NZZ online."
Moritz "Quax" Suter musste heute nach einjährigem Blindflug eine holprige Notlandung hinlegen. Offenbar hat er bis zum letzten Tropfen Treibstoff versucht, die Maschine noch hochzuziehen; am Ende riet er den Passagieren gar, heftig mit den Armen zu wedeln resp. wollte durch die Reihen gehen und Tankgeld sammeln. Das hat er bei Swissair gelernt. Aber so wie bei der Swissair hat es auch hier nicht geklappt. Rahel, was gemäss meiner Internet-Schnellrecherche "Mutterschaf" bedeuten soll, Tochter des Alt Bundesrats, Blocher, gab ihm den Befehl zum Ausstieg aus der Maschine schon vor einem halben Jahr, so denn die Gerüchteküche stimmt.
Ob und wenn ja wie schwer unser Bruchpilot verletzt ist, wird sich wohl erst in der nächsten Sonntagspresse zeigen. Aus dem einst stolzen Swissair-Jumbo ist mittlerweile eine 2-motorige Crossair geworden. Weil viele Passgiere ausstiegen, wurde es auch niemals richtig eng.
Mal sehen, wie die Medien-Experten der Robinvest den Flieger wieder zum Abheben bringen wollen. Neuer Chefpilot soll ja angeblich Filippo Leutenegger sein. Ich gehe jedenfalls schon mal in Deckung.
Abt. Blochers BaZ: Jetzt will die Regierung Klarheit
Über die Blocher-BaZ-Connection ist in den letzten Tagen viel geschrieben worden, nur nicht in der "Basler Zeitung" selber. Das soll sich nun ändern, "wünscht" die <a href=www.medienmitteilungen.bs.ch" target="blank">Basler Regierung:
"Regierungsrat wünscht Transparenz über die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse bei der Basler Zeitung ...,"
... heisst es in einer Regierungsmitteilung von heute. Das gab es wohl noch nie, dass eine Regierung von einer Zeitung die Offenlegung der Besitzverhältnisse verlangt. Aber es ist auch absolut aussergewöhnlich, dass sich eine Zeitung, die eigentlich der Veröffentlichung verpflichtet ist, sich so standhaft weigert, dieses zu tun. Die baselstädtische Exekutive betrachtet nun ihre Forderung nach Transparenz als Pflicht:
"Der Regierungsrat ist gemäss der baselstädtischen Verfassung verpflichtet, die Unabhängigkeit und Vielfalt der Information zu unterstützen. Medien erfüllen in einer Demokratie eine wichtige Rolle, indem sie die Meinungsvielfalt abbilden und breiten Kreisen der Bevölkerung ermöglichen, sich eine eigene, unabhängige Meinung zu bilden. Was die Basler Zeitung angeht, ist das nur möglich mit einer raschen Offenlegung der Eigentumsverhältnisse."
Überdies "verlangt" (sic!) der Regierungsrat, dass auch der industrielle Teil des Unternehmens, das heisst der Druckereibereich, weitergeführt wird.
Mal sehen, was uns entgegenspringen wird, wenn wir morgen die BaZ durchblättern werden ...
Auf infamy-Art vom Kopf auf die Füsse gestellt, heisst das Duo, das 2008 - 2010 über 1'000 mutmassliche deutsche Steuerhinterzieher der gerechten Strafe zuführte, ab sofort "Robin & Hood"! Gestern erzählte die NZZ ihre Sicht auf deren Taten. Sie titelte:
Wie Deutschland die CS ausspionieren liess
Das ist eine Geschichte über zwei Männer, die sich eigentlich gar nicht kannten und trotzdem gemeinsam die Grossbank Credit Suisse ausnahmen.
"ausnahmen"? Merke, erstens: Wenn Du gegen Belohnung hilfst, Steuerhinterziehern das Handwerk zu legen, sagt die NZZ, Du nähmest die Bank aus. Aber weiter im Text:
Die Geschichte geht so: (...) Der Bankmitarbeiter stahl Daten von deutschen Kunden, und der IT-Unternehmer [infamy: Er heisst Wolfgang U., und alle, die wollen, ausser der NZZ, kennen auch seinen Nachnamen] bot sie dem Finanzministerium Nordrhein-Westfalen an. (...) Wie sich diese nämlich ganz genau zugetragen hat, ist nicht klar. (...) Erstens: Der österreichische Mittelsmann ist heute tot. Der 42-Jährige hat sich im September 2010, zwei Wochen nach seiner Verhaftung, im Regionalgefängnis Bern erhängt. Zweitens: Der Schweizer Datendieb ist heute «eine Art untergetaucht», wie ein Bekannter erzählt. Drittens: Die Credit Suisse äussert sich nicht zum Fall. Die Bank hat kein Interesse daran, über einen fehlbaren Mitarbeiter und dessen Vorgehen zu informieren. Zu gross ist die Angst vor Nachahmungstätern. Viertens: Die Bundesanwaltschaft äussert sich nicht zum Fall.
Hood ist tot, Robin nach Deal mit der Bundesanwaltschaft (das schreibt allerdings 20min vor über einem Monat, nicht die NZZ) untergetaucht (erscheint er am Donnerstag um 10 Uhr zur Urteilseröffnung in Bellinzona?), die Bank mauert: ein Steilpass für eine wirklich gute, harte, ausführliche Recherche. Was die NZZ aber tatsächlich zu "Robin & Hood" an Belanglosigkeiten herausgefunden hat ist:
Die Anekdote, die ein Bekannter dazu erzählt, tönt abenteuerlich – was nicht zwangsläufig heisst, dass sie nicht stimmt: Zufällig hätten die beiden im gleichen Fitnesszentrum trainiert, und zufällig habe der Credit-Suisse-Mitarbeiter vertrauliche Unterlagen liegen gelassen. Der Unternehmer habe diese dann ebenso zufällig gefunden und Kontakt mit seinem späteren Komplizen aufgenommen.
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Auf der einen Seite war der damals 25-jährige Mitarbeiter der Credit Suisse. Er stammte aus Asien, wohnte in einer Zürcher Landgemeinde und hatte eine Freundin aus Tschechien. Auf der anderen Seite war der fünfzehn Jahre ältere Österreicher, der geschieden war, in Winterthur wohnte und einen IT-Betrieb in der Ostschweiz führte. Die beiden hatten ursprünglich nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun, wie Recherchen der «NZZ am Sonntag» ergaben: Der Credit-Suisse-Angestellte besuchte das Gymnasium, flog aber wegen mangelnder Leistung von der Schule. Er sang in einem Chor und interessierte sich für Autos. Der Unternehmer dagegen wuchs in österreichischen Tirol auf, wohnte in verschiedenen Ortschaften in der Schweiz und war leidenschaftlicher Gleitschirmflieger.
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Gesichert hingegen ist: Die zwei Männer flogen auf, weil sie die 2,5 Millionen Euro aus Datendiebstahl und Datenverkauf auf Konten in Deutschland, Österreich und Tschechien verschoben. Ein Teil des Geldes landete bei der tschechischen Freundin des Bankmitarbeiters, die früher in der Schweiz als Prostituierte gearbeitet hatte.
Woher weiss die NZZ, dass die tschechische Staatsbürgerin in der Schweiz als Sexworkerin arbeitete, als ihr damals 25jähriger Freund (die eine Hälfte von Robin & Hood) mit Wolfgang U. (die andere Hälfte von Robin & Hood) unterwegs war? Das Blatt sagt darüber kein Wort. Das Blatt schweigt, wie das Grab von Wolfgang U., von dem wir übrigens nichts Neues erfahren darüber, was ihn in den Tod getrieben hat. Was ziemlich sicher die eigentliche Geschichte wäre. But who cares?
Heute verschickt die SDA den Text ihres am Bundesstrafgericht offenbar akkreditieren Journis, der die Anklageschrift vorliegen hat und drum ein paar präzisere Details des Falls kennt.
Frage: Ihre Neulancierung, die "Landliebe", ist ein grosser Erfolg. Kann sich die "SI" da was abschauen?
Heller: Diese Frage treibt mich natürlich auch um. Und die Antwort lautet: ja. Zum Beispiel im Bereich Wandern. Das ist der meistverschlafene Trend in der Schweizer Medienszene. Die "Schweizer Illustrierte" wandert nächsten Sommer sicher auch.
Das erklärt immer noch nicht, warum Kutti MC ins KKL ging zur Ringier-Feier anlässlich 100 Jahre SI (= "Schweizer Illustrierte", NICHT "Sozialistische Internationale"!). Man hatte ihm bisher mehr Stilsicherheit zugetraut.
Auf onlinereports.ch (leider unverlinkbar) gelesen:
Gegen 3.45 Uhr wurden im St. Johanns-Park an der Elsässerstrasse ein junger Schweizer (16) und ein Deutscher (18) von einer Gruppe mit "orientalischem Aussehen" angegriffen und verletzt.
Der Unverlinkbare bezieht sich bei dieser Beschreibung, wie übrigens auch die "Basler Zeitung" auf eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft, die wiederum verlinkbar ist.
Aber leider hilft diese Beschreibung als "Fahndungshilfe" nicht wirklich weiter, so dass wir uns hier gezwungen sehen, mit einem Bild weiterzuhelfen: