Abt. Das Ende des Journalismus
Wer ein Beispiel dafür möchte, wie sich der Journalismus im Netz selber vernichtet, sollte sich einmal die Geschichte einer Geschichte anschauen, die heute in BILD steht und zwar hier.



Die Geschichte ist offensichtlich eine Inszenierung von BILD: Weder in der Schweizerischen Mediendatenbank noch in Blogs noch auf Google News finden sich Hinweise darauf, dass irgendjemand sich darüber geärgert haben könnte, dass ein deutsches Wiesn-Playmate namens Alena Gerber die obskure Web-Sendung usgang.tv präsentiert.
BILD rief daraufhin einen Jung-SVPler an, der das gewünschte Zitat lieferte ("Alena Gerber hat eine typisch deutsche Arroganz! Auf Schweizer Sender gehören Schweizer Moderatoren. Sie soll sich eine Stelle in Deutschland suchen, nicht bei uns bleiben") - darauf basiert die ganze Geschichte, sie ist also offensichtlich inszeniert - das heisst: erfunden.
Was machen daraufhin die Online-Portale der grossen Schweizer Zeitungen? Genau, sie berichten die Geschichte als Tatsache. Weder Newsnetz noch 20min.ch noch blick.ch haben Zweifel, sie berichten, feuern ihren kommentierenden Mob an und erzeugen Klicks.



So wird aus einem Nichts auf drei (und bestimmt schon bald auf weiteren) sogenannten Nachrichtenportalen eine Aufmacherstory. Faszinierend.

UPDATE vom 29.10. hier: usgang.tv gehört zum BILD-Konzern Axel Springer. Klingelt's?

boah ...
... die ist aber auch, wie hiess das nochmal, arrogant? aber immerhin hat es zwei moppen auf infamy geschneit.

... Link

Es geht sogar noch weiter...
Im Bild-Artikel wird brüderlich auf Blick.ch verlinkt und die lassen es sich nicht nehmen alles noch ein wenig hoch zu kochen und titeln:
"Moderatorin Alena: So falsch wie ihre Brüste?"
www.blick.ch
Das dazu gehörige Interview:
www.blick.ch
Und 20Min.ch hat auch nichts besseres zu tun:
www.20min.ch
www.20min.ch
www.20min.ch
www.20min.ch
www.20min.ch
Und wahrscheinlich wurden, bis ich dieses Kommentar zu ende geschrieben haben noch einige weitere Artikel veröffentlicht.

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