fuzzy, Samstag, 26. Januar 2008, 17:29 Polizeiwillkür an Anti-WEF-"Demo" in Basel: Friedman verhaftet!
Dem per SMS ergangenen Aufruf zur spontanen Anti-Wef-Demo heute nachmittag auf dem Marktplatz hatten nur ein paar wenige Personen Folge geleistet. Die kleine Versammlung hatte sich praktisch zerstreut und man wollte auch bereits Richtung Hasenburg von dannen ziehen, als punkt 16:23 Uhr plötzlich eine Überzahl von Polizisten einen Kessel bildete, um einen der Demonstranten zu verhaften. Die Verhaftung erfolgte ohne jeden ersichtlichen Grund und daher auch zum bassen Erstaunen der an der Haltestelle wartenden Passanten. Als sich Kollege Friedman nach dem Grund für die Festnahme erkundigen wollte, sah er sich samt seiner Liebsten plötzlich selbst in der Gewalt der Blaumänner. infamy protestiert gegen die willkürliche Polizeigewalt und fordert die sofortige Herausgabe des Journalisten.
Und hier noch etwas zum Schmunzeln: Bertis Chauffeur stösst sich an der BVB-Anzeigetafel ein Horn, äh Blaulicht ab.
Zeigt mir einen Artikel in dem Blatt Makulatur, das ihr Polizeigesetz nennt (polizeigesetzbs
(application/pdf, 80 KB)
), auf den ihr euch berufen könnt! Und kommt mir nicht mit der Generalklausel (Art. 9) als Ausrede! Die gehört sowieso abgeschafft. Was ihr da abzieht, widerspricht Art. 7 auf's Krasseste!
§ 7. Die Kantonspolizei erfüllt ihre Aufgaben unter Beachtung der Gesetzmässigkeit und der Verhältnismässigkeit.
2 Stehen zur Erreichung eines polizeilichen Zwecks mehrere geeignete Massnahmen zur Verfügung, muss diejenige gewählt werden, welche die Einzelnen und die Allgemeinheit voraussichtlich am wenigsten belastet.
Wann zieht euch endlich jemand zur Rechenschaft? Was Polizeitrompete Mannhart darüber zusammendichtet, hätten Pinochets Schergen nicht besser hingekriegt! Gass, Zalunardo, zurücktreten, subito! Wenn die Linke im Parlament noch irgendwas taugen würde, machte sie denen auf politischer Ebene die Hölle heiss! Aber die Hoffnung ist wohl vergebens. FREIHEIT FÜR FRIEDMANN!
Friedman ist auf freiem Fuss und hat soeben pflichtgetreu seinen Report abgegeben: Er sei gemeinsam mit etwa 100 Leuten – die können nicht alle vom Marktplatz gewesen sein – in den Waaghof verbracht worden, wo die Stimmung ganz prächtig gewesen sein soll. Unser Held wurde nicht nur unrechtmässig seiner Freiheit beraubt, sondern sei auch beim Entfernen des Kabelbinders in die Hüfte gezwickt worden.
... bin ich bekanntlich auch schon als reaktionärer verfasser von hetzerischen anti-anti-wef-demo-hetzschriften bezeichnet worden - aber wenn die polizei grundlos leute abschleppt, hört der spass auf. in der medienmitteilung steht ausdrücklich, dass keinerlei sachschaden vorlag. vermummte sehe ich auf dem bild keine, und allzu störend für den samstägnachmittäglichen einkaufsrausch scheint mir der anlass nicht gewesen zu sein. einziger grund für die aktion war vermutlich, dass die unbewilligte demo ums verreggen gar nicht erst stattfinden durfte.
auch im namen meiner tapferen liebsten für den vielen zuspruch. das ganze war wirklich die obersauerei. ich vermute der gass hat mal nen europrobelauf gemacht hat. anstandshalber sei vermerkt, dass die bullen im waaghof sich vergleichsweise ordentlich aufgeführt haben. ausser, dass sie mir nicht in die hüfte, sondern in den handballen gekniffen haben und dort eine zwei zentimeter lange, stark blutendende rissquetschwunde hinterlassen haben. rechtliche schritte sind in vorbereitung. und nochmal: die hand voll leute hat wirklich nicht das geringste gemacht. waren aber doch mehr demonstranten anwesend waren als gemeint (im knast kannten sie immerhin ihre sprechchöre). die wurden aber zum grossen teil schon auf dem hinweg abgeschleppt und die verhaftungen gingen bis spät abends weiter.
erheiterndes detail: die bullen haben versehentlich eine komplette tschechische architekturreisegruppe verhaftet - willkommmen in host-city basel.
Der Protest der Globalisierungsgegner auf der Strasse gegen den Davoser Grossanlass verlor weiteren Zuspruch. Hatten vor Jahresfrist noch rund 2'000 Menschen demonstriert, kamen am Samstag zu den Kundgebungen in Bern, Davos und Delsberg nur noch etwa 700 Personen zusammen. Im Unterschied zu unbewilligten Kundgebungen, die die Polizei in Basel und Zürich unterband, blieb der Protest friedlich.
wenn man halt nicht weiss, wie hoch das eigene Fahrzeug ist, sollte man entweder einen Kollegen zur Durchschleusung anheuern, (an welchen es IMHO nicht mangelte) einen besseren Fahrer fahren lassen oder Solothurner Kennzeichen montieren, dann verzeiht einem vielleicht sogar noch der Vorgesetzte dieses Maleur! :-)