Von wegen Polizeiübergriffe:
Die BaZ berichtet einseitig!


Zwei Studenten, die zu ihrem eigenen Schutz ein bisschen getätschelt und dann in sicherer Entfernung von den sie bedrohenden Hooligans verwahrt wurden; böse Neger, die die armen Ordnungshüter mit deren eigenen Waffen erschiessen wollen; Demonstranten, die wegen jedem Bobo gleich eine Pressemitteilung verfassen: In der heutigen BaZ nimmt Polizeidirektor Jörg Mölle-Schild Stellung zu den jüngsten Vorwürfen gegen seine Polizei.

J.S. Sie sprechen von einer Häufung. Ich muss dem widersprechen. Erstens: Ich behaupte, es gibt heute vielleicht sogar weniger solche Fälle als früher. Zweitens ist da die Berichterstattung. Ich stelle in der Basler Zeitung seit einiger Zeit fest, dass es in diese Richtung geht – wie ein roter Faden: Negativserie.

BaZ: Sie behaupten, früher habe die Polizei härter durchgegriffen. Haben Sie dafür Belege – oder ist das einfach so ein Gefühl von Ihnen?

J.S. Ja, das ist meine Einschätzung. Ich war selber zehn Jahre lang Staatsanwalt. Ich denke daran, wie früher in der Rheingasse «geklopft» wurde, wie bei Demonstrationen vorgegangen wurde. Vieles davon wäre heute nicht mehr möglich. Ich denke nicht, dass heute von der Polizei häufiger widerrechtlich vorgegangen wird. (...) Ich sehe in Ihrem Blatt in letzter Zeit wie einen roten Faden eine Tendenz zu negativer Berichterstattung über die Polizei. Ein Beispiel: Sie haben von armen Studenten gesprochen, die fälschlicherweise verhaftet worden seien. Das waren besoffene Jugendliche, die gegenüber der Polizei randaliert haben und in die Ausnüchterungszelle gesteckt wurden.

BaZ: Es gibt Zeugen, die das bestreiten. Im Artikel kamen alle Seiten zu Wort. J.S.: Meinetwegen. Aber die Schlagzeile «Polizei verhaftete die Falschen» ist mir zu einseitig. (...) In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden zwölf Strafverfahren gegen Korpsangehörige angestrengt – wegen Amtsmissbrauch, Körperverletzung, Tätlichkeit, Amtsgeheimnisverletzung. Zur gleichen Zeit wurden 35 Polizisten im Dienst verletzt. 46 Beamte haben Gewaltdrohungen gegen sich angezeigt und 166 Verzeigungen wurden wegen Delikten gegen Beamte ausgesprochen. In diesem Spannungsfeld ist es nachvollziehbar, dass auch mal eine Gegenreaktion erfolgt. (Quelle: BaZ)



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