#Abt. bazille der Woche: Der Offizier wird Lokalchef


Landad auf, landab wird in Medien gemunkelt, dass Blocher die «Basler Zeitung» verkaufen oder abtauschen möchte. Und/oder der Uebervater und Medienguru der SVP eine Gratis-Sonntagszeitung lancieren möchte. Natürlich wird alles sogleich dementiert – was letzlich nicht viel heissen muss.

Klar und nachvollziehbar scheint jedoch, dass Blocher das Experiment BaZ abbrechen möchte. Schlicht, weil es in die Hosen gegangen ist. Und dass Chefredaktor und Haushistoriker Markus Somm sich gerne wieder näher bei Zürich sehen würde, nachdem er versagt hat im Auftrag, die Basler SVP wirklich zu stärken, ist spätestens seit seinem (missratenen) Flirt mit der NZZ-Spitze eh kein Geheimnis mehr.

Seit Jahren tun Blocher und Somm alles, um die BaZ so zu verschlanken, dass sie zum bequemen Uebernahmekandidaten wird (Aussage eines ehemeligen, aber langjährigen BaZ-Redaktors). Mittlerweile ist die Verschlankungstaktik so erfolgreich, dass die BaZ ihre Redaktoren gar nicht mehr entlassen muss, sondern dass sie alle von alleine gehen (Aussage eines amtierenden, hohen Redaktors).

Wie aber muss man nun die Nachricht interpretieren, dass Christian – «ich bin Offizier der Schweizer Armee» – Keller neu Alleinchef der Regio-Redaktion sein darf? Wortlaut Somm:

«Christian Keller, ein ebenso eigenständiger Journalist wie unerschrockener Rechercheur, wird die ­beiden Ressorts künftig leiten – zugleich tritt er als Mitglied in die Chefredaktion ein. Bisher war er als Bundeshaus-Korrespondent für die BaZ tätig.

Darf Keller also so «unerschrocken», wie er Andreas Glarners (Oberwil-Lieli) Politik kürzlich erst stützte, ...

«Vor vier Monaten, als Glarner wegen seiner Stacheldraht-Aussage durch den medialen Fleischwolf gedreht wurde (...), habe ich an dieser Stelle den beinharten Kritiker der geltenden Asylpraxis verteidigt. Denn in den Grundsätzen liegt Glarner vollkommen richtig.»
... nun auch die Basler SVP zum Sieg pushen? So quasi als letztes Aufbäumen vor dem endgültigen Crash (oder gar als Anfeuerung des letzten Brandes, der nur noch Schutt und Asche übriglassen wird)?

Denn Blochers Standpauke an die Adresse des Basler SVP-Präsidenten, der «seinen» Karren nicht weiter auf Erfolgskurs halten konnte, dürfte auch Somm getroffen haben, dessen Kampagnenjournalismus vor den Nationalratswahlen mit einem Eigentor geendet hatte.



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Sperrfrist: 23.06.22, 11:07

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