Abt. Fröhliche Wissenschaft



Die Mär vom extrem eisenhaltigen Spinat hält sich hartnäckig seit 125 Jahren, geht aber auf einen Fehler eines Experten im Jahr 1890 zurück, dem entweder die Kommastelle von 3,5 mg Eisen/100g Spinat auf 35 mg verrutschte oder der einfach getrockneten Spinat testete. OK, 3,5 mg ist immer noch viel Eisenateil, aber das ist nicht herausragend viel; Erbsen enthalten 5 mg, Linsen gar 6 mg.
Ähnlich verhält es sich mit der Bevölkerungskatastrophe, die sei nämlich glatt erfunden, wie uns ein Bericht in der www.taz.de über Prof. Gerd Bosbach aufklärt. Bosbach ist Statistik-Experte und legt dar, auf welch' wackligen Füssen all die langfristigen Prognosen zur Überalterung der Gesellschaft stehen, die uns nicht nur in deutschen Medien pausenlos um die Ohren gehauen werden. Und er erklärt auch, welche massiven wirtschaftlichen Interessen hinter der vermeintlichen Vergreisung der Gesellschaft stehen. Z.B. die Interessen der Versicherer, die uns mit Horrorszenarien über künftig unbezahlbare Renten- und Gesundheitskosten ihre private Vorsorge verkaufen wollen.
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast:
Bosbach untersuchte viel und stellte fest: "Die Prognosen der Wirtschaft halten in der Regel nicht mal ein halbes Jahr der Realität stand."
Wirtschaft und Politik bevorzugen langfristige Prognosen, die lassen sich je nach Interesse auslegen, taugen aber so gut wie nichts, 50 Jahre vorausgucken sei "Kaffeesatzleserei". Dagegen würden die weitaus zuverlässigeren 5-Jahres-Prognosen kaum beachtet, würden diese doch zu konkretem Handeln Anlass geben. Bosbach kommt zum Schluss: "Die Demografie ist eine Zauberformel zur Durchsetzung von rücksichtslosen Einschnitten ins Sozialsystem." Und eine von Bosbachs Forderungen an die scheinheiligen Überalterungs-Prediger ist, sie sollten heute was für die gute Entwicklung von Kindern und Jugendlichen tun; statt sie mit, ich nenne es mal "popeymässigem Spinat", verrückt zu machen.
Hier noch ein kleines Beispiel für nützliche Statistik aus einem Bericht der www.sonntagszeitung.ch aus dem Sommer 2013 über Schulhäuser:
"Die Bildungsexperten des Bundesamtes für Statistik rechnen vor, dass in acht Jahren über 62'000 Schüler mehr in die obligatorische Schule gehen als heute. 930'000 Schülerinnen und Schüler sind es im Jahr 2021, der höchste Wert seit Einführung der Statistik 1980."



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Sperrfrist: 04.06.20 13:27

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