Mittwoch, 15. April 2009


Abt. Erzreaktionäre Tendenzen - heute: in Basel-Stadt


Patrick Marcolli rechnet in der baz verdienstvollerweise vor, wer von der baselstädtischen Steuerreform profitiert - und wer nicht. Rausgekommen ist, dass im Konkubinat Zusammenlebende mit Kindern markant mehr blechen müssen. Während den verheirateten Nachbarn mit Nachwuchs teilweise zweistellige Prozente weniger abgeknöpft werden. Hallo! Wie reaktionär ist das denn? Und das bei einer rot-grünen Regierungsmehrheit und einer SP-Frau als Finanzdirektorin? Bin gespannt, wie sich die im Konkubinat lebende Eva Herzog dazu stellt!


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Abt. Freaks of Nature (II): Bronchialverästelung


Komsomolskaya Gazeta/Newsnetz

Dass sich die Luftröhre in der Lunge verästelt, ist normal. Allerdings haben die Verästelungen normalerweise nicht die Form eines Nadelholzes. Einem Russen soll diese Föhre in der Lunge gewachsen sein. Besser als Krebs! fand der um einen Teil seiner Lunge erleichterte Patient.


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Abt. Freaks of Nature - heute: in der infamy Küche


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Dass die Natur neben allerhand schnüffigem auch jede Menge abstossendes Getier bereithält, beweist dieses zugegebenermassen recht schlechte, weil in Eile und während aufgebrachten Erzählens in unserer verwaisten Küche aufgenommene Bild. Ich glaub, es handelt sich um ein abgefallenes Wespennest, aber die länglichen Würstchen sehen für mich irgendwie nach Mäusescheisse aus. Doch will ich mich aus gegebenem Anlass (dazu später mehr) nicht auf dünne Äste hinauswagen. Vielleicht kann es einer unserer Zoologiker im Publikum identifizieren.


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Abt. somalische Piraten & die Schweizer Connection


Michael Vazquez, Redaktor beim Musikmagazin URB, postete vorgestern bei der Huffington Post einen Artikel von K'Naan, einem in Kanda lebenden Rapper mit somalischen Wurzeln. Titel:

Why We Don't Condemn Our Pirates
Darin erzählt K'naan die Vorgeschichte der somalischen Piraterie und schreibt unter anderem:
A Swiss firm called Achair Parterns, and an Italian waste company called Achair Parterns, made a deal with Ali Mahdi, that they were to dump containers of waste material in Somali waters. These European companies were said to be paying Warlords about $3 a ton, whereas to properly dispose of waste in Europe costs about $1000 a ton.
Und er berichtet, dass der Tsunami 2004 containerweise den illegal verklappten Müll wieder ans Ufer gespült habe. Das steht unter anderem in diesem Artikel vom März 2005 in der Londoner Times, der auch erwähnt, was da drin war:
Somali sources close to the trade say that the dumped materials included radioactive uranium, lead, cadmium, mercury and industrial, hospital, chemical and various other toxic wastes. In 1992, Unep said that European firms were involved in the trade, but because of the high level of insecurity in the country there were never any accurate assessments of the extent of the problem. In 1997 and 1998, the Italian newspaper Famiglia Cristiana, which jointly investigated the allegations with the Italian branch of Greenpeace, published a series of articles detailing the extent of illegal dumping by a Swiss firm, Achair Partners, and an Italian waste broker, Progresso.
K'naan und die Times nennen eine Schweizer Firma namens "Achair Partners", die beteiligt gewesen sein soll am illegalen Giftmülltransport in die Gewässer vor Somalia. Ein wenig googlen führt zur Vermutung, dass damit wohl die Zürcher "Achair Commerce SA" gemeint sein könnte. Ihr Zweck:
Handel mit Produkten aller Art, speziell in den Bereichen Chemie und Recycling, sowie Organisation und Beratung von Finanzanlagen; kann Liegenschaften erwerben, verwalten und verkaufen.
Die Achair wurde am 8.3.96 aus dem Handelsregister gelöscht. Via zefix lässt sich beim Zürcher Handelsregister eruieren wer bei der Firma federführend war. Darunter ist der damals in Ibiza wohnhafte Verwaltungsratspräsident Gilbert Hoffer, der schon anno 1992 im Corriere della Sera genannt wird im Zusammenhang mit Giftmüllexporten nach Somalia.
Lo hanno confermato Gilbert Hoffer e Pier Andre' Randin, i responsabili della Achair e Partners la societa' di Chapelle sur Moudon, un villaggio della Svizzera francese, che il 5 dicembre scorso hanno firmato un contratto della durata di 20 anni con l' allora ministro somalo della sanita' , Nur Elmi, facente capo al gruppo di Ali' Mahdi. Quel giorno la societa' svizzera e' stata autorizzata ad esportare in Somalia, per 20 anni, mezzo milione di rifiuti ospedalieri e industriali, sia speciali sia tossici, all' anno, che sarebbero dovuti finire in una discarica. Quello "speciali" puo' significare radioattivi.
Hoffer und Randin kommen in weiteren Artikeln des Corriere vor! Am 28.2.2005 schrieb Frank Räther, Afrikakorrespondent des St. Galler Tagblatts in der Zeitung:
Bereits vor einem Jahrzehnt waren auch die Schweizer Firma Achair Partners und das italienische Unternehmen Progresso bezichtigt worden, in Somalia Giftmüll abzuladen. Es stellte sich aber heraus, dass diese Unternehmen nur fiktive Töchter von grösseren Konzernen waren, die ihre Abfälle billig loswerden wollten. Die Unep erklärte damals: "Wir haben es mit einer Mafia zu tun." Trotzdem versandeten alle Untersuchungen.
Ist es übertrieben zu sagen, dass offenbar auch ein paar saubere Herren aus Helvetien durchaus mitschuld sind daran, dass Bewohner der von ihnen teilweise vergifteten Küste Somalias - aus was für Gründen auch immer - zu den Waffen greifen und sich ihren Anteil am globalisierten Warenstrom holen, der vor ihrer Hüttentür vorbeizieht?


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Abt. Sendeschluss


Guet Nacht!

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Dienstag, 14. April 2009


Abt. Ironie des Schicksals


George Harrison, seit 8 Jahren tot, hat heute für sein Schaffen einen Stern auf dem Walk of Fame gekriegt; Phil Spector, der die Beatles und Harrisons erstes Soloalbum produziert hatte, einen Schuldspruch wegen Mordes.


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Abt. Blasphemie: Klinsmann als Jesus verunglimpft


Die Zeit behilft sich mit einem Foto der Zeitung, wir zeigen einen Screenshot vom Zeit-Artikel und hoffen, Klinsis Rache wird uns nicht auch noch ereilen. Jedenfalls hat die taz mit Klinsi am Kreuz einen veritablen Coup gelandet. Mich erinnert der gekreuzigte Cleansman allerdings eher an die infamy Be von Rohr-Kampagne als an den Erlöser.


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Abt. infamy visitors


Nuja, irgendwie tönt's kläglich, aber es soll welche geben, die noch weniger haben. Also bitte:


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Abt. Schämer des Tages – heute: auto emotionen


Schickt einer eine Pressemitteilung, eine Einladung zur Austellung auto emotionen, mit Bild. Und schreibt dazu:

auto emotionen - der Name der Messe ist Programm. An der Ausstellung werden automobile Träume wahr. Dafür sorgen unter vielen anderen Highlights eine Rindspeed-Sonderausstellung und eine Weltpremiere von Ueli Anliker Design.
Darüber, was es heisst, wenn der Name "auto emotionen" Programm ist, sollen andere sinnieren. Aber dass der Sonderaussteller (und wenn ich mich nicht irre einzige Autobauer der Schweiz) Rinspeed heisst, weiss ja sogar ich. Rindspeed, wie ihn der Verfasser (Mitglied SW, Schweizer Werbung, und script, Texterverband) konsequent nennt, gibt es vielleicht auf der Amphetamin-Alp ob Arosa. Nun seid ihr sicher alle gespannt, wer sowas macht. Aber Obacht: Besuch der Website erfolgt auf eigenes Risiko!


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Abt. It's not my fault! – heute: Bob Dylan im Joggeli


Habt ihr ja sicher alle mitgekriegt, dass heute der Tambourine Man in der Joggelihalle spielt. Von ebendort, also von der Internetseite der St. Jakobshalle, stammt der obige Screenshot. Ich würde sagen, da hat sich der Veranstalter für den Pressetext mit einer Google-Bildsuche beholfen – und nicht gemerkt, dass er einer Fotomontage aufgesessen ist. Oder, auch möglich, es war ihm wurscht.


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Abt. don't believe the hype! - heute: Befreiungsaktionen


Auf hoher See vor Somalia, Dämmerung, leichter Seegang, an einem Kriegsschiff hängt ein 30 Meter langes Seil, daran zieht es dieses Geschwür, ein Rettungsboot, hinter sich her: Darin hocken seit ein paar Tagen drei 18jährige Halbstarke, die den Kapitän eines Rostkutters in ihrer Gewalt haben. Auf dem Kriegsschiff: Ein Trupp von very trigger happy Navy Seals. Sie haben durch ihre Nachtsichtgeräte das Boot im Schlepptau im Visier. Sie sehen sogar durch die Scheiben des Kahns. Dann plötzlich strecken zwei der drei Typen im Kahn gleichzeitig (!) ihre Köpfe aus den Lucken UND der dritte hält - ebenfalls gleichzeitig - der Geisel die AK-47 an die Stirn. Das erkennen die Killermaschinen von der Navy klar und deutlich. Damit ist der Schlüsselreiz für sie gegeben: Mit drei Präzisionskopfschüssen strecken sie die drei Halbstarken nieder. Wer glaubt denn einen solchen Schmarr'n! Nur weil's in der NYT steht, muss es ja noch lang nicht stimmen!

Acting with President Obama’s authorization and in the belief that the hostage, Capt. Richard Phillips, was in imminent danger of being killed by captors armed with pistols and AK-47s, snipers on the fantail of the destroyer Bainbridge, which was towing the lifeboat on a 100-foot line, opened fire and picked off the three captors. Two of the captors had poked their heads out of a rear hatch of the lifeboat, exposing themselves to clear shots, and the third could be seen through a window in the bow, pointing an automatic rifle at the captain, who was tied up inside the 18-foot lifeboat, senior Navy officials said. It took only three remarkable shots — one each by snipers firing from a distance at dusk, using night-vision scopes, the officials said. Within minutes, rescuers slid down ropes from the Bainbridge, climbed aboard the lifeboat and found the three pirates dead. They then untied Captain Phillips, ending the contretemps at sea that had riveted much of the world’s attention. A fourth pirate had surrendered earlier.
Kurt Pelda beschreibt die Szenerie ähnlich in der NZZ. CNN erzählt die Geschichte so im Video und so im Text. Während er bei der NYT gefesselt im Boot gefunden wurde NACH der Befreiungsaktion (siehe oben), schreibt der Spiegel, Phillips habe versucht zu fliehen, sei ins Wasser gesprungen und die Seals hätten erst danach abgedrückt, als die Piraten auf den Fliehenden gezielt hätten. Die FAZ ist sich nicht zu blöd, die Geschichte zu betiteln mit:
Drei Kopfschüsse in rauher See
Man darf gespannt sein, ob Richard Philipps je frei erzählen kann, wie seine Entführer umgebracht wurden. What the hell, am Ende geht's ja eh wieder nur um die Bodenschätze!


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Abt. Abstimmung, eidgenössische


Bevor Ihr nun alle am 17. Mai ein überzeugtes JA in die Urne legt: Komplementärmedizin kann barbarisch und bestialisch sein - zumindest wörtlich genommen.


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infamous for 8600 Days
Sperrfrist: 14.04.25, 05:43

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