Sonntag, 27. November 2011


Abt. Was wirklich geschah - heute: bei Strauss-Kahn


In der "New York Review of Books" erzählt der 76jährige investigative Journalist Edward Jay Epstein, minutengenau wie's wirklich war. Die infamy-Version scheint doch nicht korrekt zu sein...


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Samstag, 26. November 2011


Abt. Herzschrittmacher


"Lo stimulatore cardiaco" nennt Christoph Marthaler sein aktuelles Opernprojekt, das gestern im Theater Basel Premiere hatte. Ein schöner Titel, der lautmalerisch klingt wie "La forza del destino" oder "Un ballo in maschera" – eben sehr opernhaft. Das Lautmalerische sei denn auch der Ursprung des Titels gewesen, sagt Marthaler in einem Interview mit der "Tageswoche". Mit der Zeit sei der Titel aber mehr und mehr Programm geworden, ergänzt er.

Wie präsentiert sich dieser Herzschrittmacher nun auf der Bühne? Es beginnt sehr marthalerisch. Die Bühne von Duri Bischoff könnte auch von der langjährigen Marthaler-Weggefährtin Anna Viebrock sein: ein Querschnitt durch ein Dienstleistungszentrum aus den 1950er-Jahren mit einem Gewirr an Treppen, die vorne auch in den Orchestergraben führen, der in eine "fumare"- und eine "non fumare"-Zone aufgeteilt ist. Die Bühne ist so etwas wie das architektonisch umgesetzte Herz mit Arterien und Venen, durch die das Blut fliesst bzw. die stets etwas orientierungslos wirkenden Menschen strömen: Stägeli uff, Stägeli ab, oweh!

Der Abend ist der ebenso eingängigen wie gefühlsbetonten Musik von Giuseppe Verdi gewidmet: Zwei Dirigenten mit langen Bärten geben den Auftakt zur Ouvertüre, die aber nicht richtig in Gang kommen will, sondern in einer Endlos-Spirale nicht über zwei Takte hinauskommt und zum Schluss in musikalische Versatzstücke zerfällt. Beeindruckend, wie die Musiker des Sinfonieorchester Basel diese Herausforderung und all den weiteren, die folgen, meistern. Mit grosser Spiellust und toller Präsenz.

Und eben: Es beginnt sehr marthalerisch. Auf der Bühne haben sich inzwischen die typischen Marthalerfiguren eingefunden. Dem Chor sei Dank sind es dieses Mal ganz viele. Und zu einer schön geschmetterten Chorpassage weiden Chirurgen im Vordergrund einen riesigen Schwertfisch aus. Hervor kommen sie Gegenstände, die man wohl auf eine einsame Insel mitnehmen würde: ein Buch, ein Telefon, Gummistiefel etc. Und im Hintergrund tragen zwei Arbeiter im Blaumann ein Klavier treppauf und treppab, ohne wirklich ein Ziel zu kennen oder auch nur anzustreben.

Um diese etwas verzweifelte Suche nach einem Weg oder einem Ausweg geht es an diesem Abend, der alles in allem nachdenklicher und ernsthafter ist als andere Produktionen des Schweizer Bühnenkünstlers. Natürlich begegnet man auch hier den in sich zusammenfallenden und mit der Sprachlosigkeit kämpfenden Menschen. Diese Mal aber kämpfe diese Menschen mit dem unabdingbaren Ende ihres Seins, mit dem Tod.

Wunderbar der Schluss des zweistündigen Abends: die Solistinnen und Solisten, darunter Opernsänger, Schauspieler und auch eine Tänzerin, versuchen im leeren Raum, der sich kurz vor dem Ende auftut, wieder Fuss zu assen. Das heisst, sich singend wieder in die monoton vor sich hinplätschernde Musik einzuklinken. Aber es gelingt nicht. Die Stimme versagt, die Kraft reicht nicht mehr. Und ganz zum Schluss stehen sie alle hinter den geschlossenen Schiebetüren au Milchglas, die sich nun gar nicht mehr öffnen lassen. Ausgeschlossen vom Leben.


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Freitag, 25. November 2011


@Tageswoche: Gebt Ihr ...


... wirklich so rasch auf?

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Abt. Roche-Bau und Roche-Bau


Roche hat ein neue Forschungszentrum eröffnet. 250 Millionen Franken kostete es, entworfen wurde es von Roches Hausarchitekten Herzog & De Meuron.

Aber den Bau kenn ich doch, dachte ich beim betrachten des Bildes. Und in der Tat: Nicht weit weg vom Neubau steht eines der Vorbilder.

Den Architekten nun einen Strick daraus zu drehen, wäre aber ungerecht. Man steht zur Ähnlichkeit:

"Die Gestaltung des Neubaus von Herzog & de Meuron knüpft an die von Otto Salvisberg geprägte Architektur von Roche an und führt damit eine langjährige Tradition der Arealentwicklung fort."

Mit dieser langjährigen baulichen Tradition dürfte nun bald aber gebrochen werden, wenn wiederum Herzog & De Meuron die Bauten zum Himmel wachsen lassen werden.


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Abt. Medienmitteilung des Tages


Nicht, dass es in irgendeiner Weise in diesen Blog passen würde, aber weil uns Radio Grischa immer weder über seine emsigen Tätigkeiten informiert, wollen wir für einmal eine Zusendung veröffentlichen:

Radio Grischalanciert am 17. Dezember zum dritten Mal die Snow Night4free. 555 Personen werden zum kostenlosen Nachtskifahren mit einem grossen Rahmenprogramm eingeladen. Die Vergabe der Tickets startet am Montag, 28. November um 08.00h auf www.radiogrischa.ch.

Bis zum Stand von heute Morgen haben sich folgende Prominente als Special-Guests angemeldet: Rekha Datta, Vize Miss Schweiz 2008 Miriam Rickli, Miss Schweiz Finalistin Tobias Rentsch, Mister Schweiz 2001 Urs Althaus, Schauspieler & Schriftsteller André Dosé, Unternehmer, ex CEO Swiss und Gulf Air

Beiliegend finden Sie die ausführliche Medienmitteilung sowie Bildmaterial. Gerne stehen wir bei Rückfragen zur Verfügung und freuen uns über eine Veröffentlichung in Ihrem Medium.

Soviel Vize- und andere Missen und so in einer einzigen Nacht? Da muss man ja fast hin. Und damit Ihr wisst, wie das in etwa abläuft, zeigen wir nun hier auch noch eines der mitgelieferten Bilder:


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Donnerstag, 24. November 2011


Abt. NZZ wartet auf den Absturz der "Basler Zeitung"


Das, was im Titel steht, stimmt so direkt natürlich nicht. Aber die BaZ-Beobachter-Gruppe "Rettet Basel" verweist in ihrem aktuellen Newsletter auf ein Interview, das der Tages-Anzeiger am 19. November mit NZZ-Herausgeber Konrad Hummler geführt hat. Die Aussagen Hummers :

"Bemüht sich die NZZ weiterhin um die «Basler Zeitung»?

Diese wurde uns leider weggeschnappt. Was kommt, ist offen. Sicher ist: Wenn jemand zu klein zum Überleben ist, ist es nicht die NZZ, sondern die BaZ.

Sie bleiben also an der BaZ interessiert?

Wir wollen im Konsolidierungsprozess der Schweizer Medien eine aktive Rolle spielen. Ein Angebot an den jetzigen Eigentümer habe ich mit dieser Aussage aber nicht platziert.

Sie kennen den Eigentümer?

Ich habe meine Vermutungen.

Ist es nicht Moritz Suter?

Dazu will ich nichts sagen.

Warum darf die Öffentlichkeit nicht erfahren, wem die BaZ gehört?

Ich verstehe das Bedürfnis nach Transparenz. Gleichzeitig ist es aber so, dass eine AG auf Französisch Société anonyme heisst. Es liegt in der Natur einer AG, dass der Aktionär anonym ist.

Eine Übernahme könnte unter Umständen ein Weg vom Regen in die Traufe bedeuten. Ob nämlich der im rechtsbürgerlichen Politspektrum angesiedelte NZZ-Herausgeber den Chefredaktoren-Posten auswechseln würde, wäre wohl nicht so gewiss.

Aber auch das sind nur Vermutungen.


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Mittwoch, 23. November 2011


Abt. Neue Landtiere - heute: Octopus


Was 20min als aussergewöhnlich bezeichnet, dass ein Octopus an Land geht,...

... ist de facto ein weltweit... ... immer häufiger... ...zu beobachtendes... ... Phänomen:

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Abt. Kantonshoheit - heute: Krebsregister


Man denkt, es sei im reichsten Land der Welt eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass schon lange irgendwo kontinuierlich und professionell und einheitlich statistisch erfasst wird in einem nationalen Krebsregister, welche Krebse in der Schweiz wo auftreten, wie sie verlaufen usw. Fehlanzeige. Zwar kennen die allermeisten Kantone sowas. Basel-Stadt hat schon lange eines. Aber beispielsweise der Kanton Bern findet ein Krebsregister weiterhin nicht nötig: (Karte: nicer) Diese Woche tagt übrigens im Messezentrum die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung.


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Dienstag, 22. November 2011


Abt. R.I.P. Georg Kreisler


468: Georg Kreisler ist tot. Der Kabarettist und u.a.Musiker starb mit 89 Jahren in Salzburg "nach einer schweren Infektion". Er lebte von 1992 bis 2007 in Basel. www.georgkreisler.de

Weiss jemand, warum er 2007 Basel verliess und nach Österreich zurückkehrte? Antwort gab er z.T. selber: www.georgkreisler.de Ich fand ihn grossartig.


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Abt. Die Kunstmuseums-Erweiterung im Film


Filmli ab

Ein Gang durch den geplanten Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel gefällig? Hier wird es möglich (leider Flashvideo, also nicht i-Türilüü-tauglich).


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Abt. Hilferuf in Sachen... - heute: Studiostandort


Das "Webjournal" hat einen Vortrag des SRF-Direktors Rudolf Matter vor der Statistisch-Volkswirtschaftlichen Gesellschaft gestern Abend mitverfolgt. Seinem Bericht entnehmen wir:

Wie Matter sagte, komme für den neuen Standort aber nicht das alte Radio-Studio auf dem Bruderholz in Frage, da es weder geeignet noch in baulich genügendem Zustand sei. Er rief die nicht sonderlich zahlreich erschienenen Vertreter aus Wirtschaft und Politik der Region Basel dazu auf, ihm bei der Suche nach einem geeigneten Standort behilflich zu sein. Sobald das Lokal gefunden sei, beginne der "sofortige Umzug". Insgesamt darf Basel damit rechnen, künftig rund 250 Mitarbeiter der Kulturredaktion von SF DRS in Basel zu beschäftigen.
Und ich dachte, mich auf Christian "Recherche" Mensch verlassend, schon, die Kuh sei vom Eis. Aber offenbar...


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Abt. The revolution will be - heute: youtubized


Livestream vom #tahrir Platz:

(via TagesWoche)

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Mehr Infos hier: https://www.umverkehr.ch/referendum
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