468: Die Nachrichten zu Osama Bin Laden lösten ein regelrechtes Twitter-Gewitter aus: In der Spitze liefen 4000 Osama-Tweets pro Sekunde über den Dienst.
Morgen früh eine Geschichte im Regionaljournal BS/BL: In gegen 500 Abstimmungscouverts (= Stimmrechtsausweis) im Bereich Lehenmatt und St. Alban fehlten die Zettel ausgerechnet für die Familiengartenfrage! Nur diese Zettel werden dieser Tage nachgereicht, in einem neutralen Couvert. Wer schon brieflich abgestimmt hat, und ergo keinen Stimmrechtsausweis (= Abstimmungscouvert) mehr besitzt, hat "Pech" gehabt! Einen zweiten Stimmrechtsausweis gibt's nicht. Nachreichen der Stimmen pro oder contra Familiengärten ist damit für jene, die ihre Stimmcouverts ohne den (fehlenden) Zettel bereits abgeschickt haben, nicht mehr möglich - auch wenn sie jetzt noch den vermissten Zettel nachgesandt bekommen. Der "Lapsus" wird mit einem Fehler der Verpackungsmaschine erklärt.
Der Maschendrahtfraktion aus SP, GLP, FDP, LDP und Gewerbeverband gehen offenbar die Argumente aus. Da muss sie zu - ich glaube, in dem Fall darf man das sagen - schmutzigen Tricks greifen. Was haltet ihr davon?
P.S. Dem pdf-File des Plagiats, zu finden auf der leider unverlinkbaren Site des 2XNein-Komitees, ist zu entnehmen, dass es am Montag, dem "2011-04-18 T 10:11:22 +02:00" erstellt wurde. Keine 48 Stunden nachdem das "Grün muss grün bleiben"-Komitee am Samstag zuvor seinen Originalflyer erstmals in der Stadt verteilt hatte. Die Druckversion speicherten sie am 20. April um 15:23 ab. Fixe Jungs, die Ideenklauer beim Gewerbeverband!
@ReallyVirtual a.k.a. Sohaib Athar hat's gelivetwittert, was in seiner Stadt vergangene Nacht abging. Hier, weil schon irgendwie historisch, eine Auswahl seiner Tweets in umgekehrt chronologischer Reihenfolge:
@cszrom The area is offlimits to everyone - and I have other commitments... #binladen
vor 6 Stunden
Ok, I give up. I can't read all the @ mentions so I'll stop trying.
At least the power is back... two shots of robusta is what I need now
vor 7 Stunden
and here come the mails from the mainstream media... sigh
Bin Laden: Per Kopfschuss erledigen und die Leiche ins Meer werfen? Wer hatte denn die Idee?
American officials said Bin Laden resisted and was shot in the head. He was later buried at sea.
Wenn ihr ihm schon so nah wart, dass ein gezielter Kopfschuss auf dieses, laut der NZZ, freundlich lächelnde Cat-Stevens-Double möglich wurde, hättet ihr ihn ja wohl auch gefangen nehmen und lebend irgendwo festsetzen können (Das war aber offenbar von Anfang an NICHT das Ziel: "The operation that killed Osama bin Laden was designed to do just that, not to take him alive, a U.S. government official told CNN Monday."). So aber steht die berechtigte und naheliegende Frage einer Bekannten auf ewig im Raum: "Ist der wirklich tot?"
Sohaib Atar twitterte live von der "Eliminierung Bin Ladens".* Allerdings wusste er gar nicht recht, was die Helikopter über Abottagatt bedeuten sollten. Na, jetzt weiss er's.
*Osama Bin Laden hat es natürlich gar nie gegeben. Aber die Legende will es so.
Wir wissen, der Nachfolger des abgetretenen Alibi-Linken in der BaZ-Chefredaktion heisst David Thommen. Ein nicht so vollgeschriebenes Blatt, was die politische Ausrichtung angeht (wenn man von der These, dass alle Journalisten eh links sind, einmal absieht). Dieser neue Vize-Chefredaktor hat nun das Tageskommentar-Wort ergriffen. Und mit seiner General-Standpauke an die Adresse der nicht institutionaliserten Kultur- und Hausbesetzerszene zeigt er deutlich, wo es auch im Lokalteil des neuen SVP-Sprachrohrs namens "Basler Zeitung" künftig langgeht.
"Alles einfach nur schlimm ..."
... übertitelt er seinen Kommentar zur Besetzung des alten Kinderspitalgebäudes vom Wochenende. Und er meint es wirklich und aus vollstem Herzen so:
"Originell kann man das am Tag danach aber nicht mehr finden. Denn wo man sonst auch hinschaut, sieht man grobe Zerstörung. Hier wurde gewütet, als ob es kein Morgen gäbe. Als ob hier nicht ein altes Kinderspital, sondern der Hauptsitz einer verhassten Folterbehörde gestürmt worden wäre.
"Verhasste Folterbehörde." Welch brachiale Wortwahl! Und es geht auch gleich in der Art und Weise weiter:
"Die ohnehin geringe Lust, diesem Publikum ein Areal zur Verfügung zu stellen, dürfte nochmals kleiner geworden sein."
Das ist eine Sprache, die doch auffällig vom Angstmacher-Duktus einer SVP geprägt ist. Da wird die ganze Szene in einen Topf geworfen; die bewegte Szene als dreckschleudernder und gar lebensgefährlicher Störfaktor! Kein Wort darüber, dass die Luxus-Überbauung des ehemaligen Kinderspitalareals nicht nur in linksextremen Kreisen umstritten ist. Kein Wort darüber, dass günstiger Wohnraum, dass wirkliche Freiräume in dieser rot-grün regierten Stadt immer mehr zur Mangelware werden.
Was hier über den Tageskommentar geschrieben wird, gilt (noch?) nicht für die eigentliche Berichterstattung auf der Lokalfront. Die kommt nach wie vor seriös und unaufgeregt daher.
Abt. Ess lebbe erste Mai! – heute: mit Blood of Gold
Der einzige wirkliche Basler Rockstar, Baschi Hausmann, gab gestern auf dem Barfi ein Konzert mit seiner Band Blood of Gold. (Wo wart ihr denn alle? Hab keinen getroffen ausser den von Sardinen & Sagres angelockten Voxi.) Plattentaufe ist am 12. in der Kaserne.