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supra, 11. Dezember 2011 11:23:00 MEZ
Abt. Die "Sonntagszeitungen" zur BaZ
Die Sonntagsausgabe der "Basler Zeitung" komm erst am 8. Januar (wenn überhaupt). Und dort würden wir ja eh nichts über die Besitzverhältnisse der Zeitung lesen können. Dafür widmen sich alle heute schon bestehenden Sonntagsblätter der BaZ-Blocher-Connection. So zum Beispiel "Der Sonntag" mit Ex-BaZ-Oberrechercheur Christian Mensch, der freimütig spekuliert, dass wie weiland Roger Köppel bei der "Weltwoche" Markus Somm in die Doppelrolle von Chefredaktor und Verleger schlüpfen könnte:"Das Jahr Suter war für Blocher ein verlorenes Jahr bei der BZM, wie er auf «Teleblocher» einräumte. Doch nun fehlt Blocher ein Frontrunner, der es ihm erlauben würde in gleicher Weise im Hintergrund zu bleiben. Mit Wagner, Suter und Ospel haben bereits drei Persönlichkeiten durch Blocher einen massiven Reputationsschaden erlitten; weitere Personen von Format werden sich hüten, in diese Falle zu tappen. Der Einzige, der bereits an Bord ist: Markus Somm."
Die "NZZ am Sonntag" (nicht online abrufbar) spricht mit Bezug auf die enthüllenden Spekulationen der vergangenen Tage von einem "Drama", das sich am Aeschenplatz in Basel abspiele:"Blocher sitzt am längeren Hebel als Suter, weil er dessen Aktien laut einer vertraglichen Regelung zurückfordern kann. Die Zeit drängt. Jetzt, wo Klarheit über die Besitzverhältnisse des Medienunternehmens herrscht, ist in Basel mit einer neuen Aufwallung in der Bevölkerung zu rechnen. Immerhin hat Blocher die Öffentlichkeit am Rheinknie mit seinem Versteckspiel über ein Jahr lang zum Narren gehalten. Er drängt auf eine umfassende Sanierung des Medienhauses; Moritz Suter hat sich bisher dagegen gestemmt. Es zeichnet sich ab, dass der Umbau einen beträchtlichen Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten würde."
Das Versteckspiel Blochers kommt bei er "NZZ am Sonntag ganz und gar nicht gut an:"Die Glaubwürdigkeit Blochers ist mit der Verschleierung dieses Konstrukts ramponiert. Schawinski fragte im April 2011, ob Blocher wisse, von wo Moritz Suter das Darlehen bekommen habe. Die Antwort: «Nein, das weiss ich jetzt nicht.» Blocher weiss nicht, dass seine Tochter, mit der er eng zusammenarbeitet, in die Finanzierung des Basler Medienhauses involviert ist? Als die «NZZ am Sonntag» im November 2010 schrieb, Blocher übernehme «die Macht bei der <Basler Zeitung>», schimpfte dieser über die «salonfähige Verlogenheit» des Blattes. Der Vorwurf fällt nun auf ihn zurück."
Auch die Sonntags-Zeitung" lässt die Geschichten um BaZ/Blocher Revue passieren. Zudem lässt sie Hanspeter Lebrument, Präsident des Schweizer Verlegerverbandes, zu Wort kommen:"Was sagen Sie als Verlegerpräsident zur Informationspolitik der vermeintlichen oder tatsächlichen Besitzer der «Basler Zeitung»?
Ich finde die ganze Geschichte stossend. Es ist eigentlich die Hauptaufgabe der Presse, Transparenz zu schaffen, Wahrheiten aufzudecken. Was sich derzeit in Basel abspielt, ist aber das genaue Gegenteil.
Privatbesitz ist Privatsache. So argumentiert die Gegenseite.
Natürlich hat jeder das Recht, Anteile an einem Medienhaus zu erwerben. Aber ist der Besitz eines Verlags so ehrenrührig, dass man nicht dazu stehen kann? Diese Geheimnistuerei schadet der Branche."
Überdies Thema ist ein Vorstoss der SP, der Politikern verbieten möchte, sich an Medien zu beteiligen:"Die jüngsten Berichte über die Verbandelung von Christoph Blocher mit der «Basler Zeitung» haben Konsequenzen in der Bundespolitik: Eine Gruppe in der SP-Fraktion bereitet den Boden vor für ein Gesetz über «Geld und Politik». Kernpunkte sind ein Verbot für Parlamentarier, sich finanziell an relevanten Medien zu beteiligen, sowie die Transparenz bei der Parteien- und Kampagnenfinanzierung und die Regulierung von Lobbytätigkeiten."
Unter dem Strich also nicht eigentlich viel Neues. Und ja, auch am Sonntag wird heftig spekuliert, werden als Quellen praktisch nur die "Tele Blocher"-Sendung vom Freitag genannt. Aber sicher ist, dass gerade mit diesen, in Sachen Nennung der Quellen nicht immer vorbildlichen Berichten ein Stein ins Rollen gebracht wurde.
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