Abt. Qualitätsjournalismus


Welches Museum ist denn nun betroffen? Das im Text beschriebene oder das auf dem Bild gezeigte?

Wir haben alle vom spektakulären Kunstraub von Paris gehört. Wir wissen über diverse Online-Medien, welche fünf Werke die Diebe haben mitlaufen lassen: Ein Picasso, ein Braques, ein Matisse, ein Modigliani und ein Léger – fünf kapitale Meisterwerke der Klassischen Moderne ganz gewiss. Aber sind diese wirklich 500 Millionen Euro (nzz-online, baz-online etc.) wert? Das wären ja 100 Millionen Euro pro Bild. Für eine Landschaft von Braques und ein Stilleben von Léger? Die Tagesschau des Zürcher Farbfernsehens scheint dieser Zahl, die sie aber auf ihrer Website selber nennt, nicht so richtig zu trauen, denn in der Sendung selbst ist nur noch von 150 Millionen Franken die Rede.

Nun gut, der Euro ist auch nicht mehr ganz das, was er mal war. Aber so richtig glauben möchten wir das ja nicht unbedingt. Der stellvertretende Bürgermeister von Paris spricht in einem Interview von "un peu moins de cent million d'Euro". Kommt eigentlich schon eher hin. Aber vielleicht scheut dieser eine allfällige Staatsgarantiesumme?

Aber lassen wir das mal. Der Kunstmarkt spinnt ja eh, da können sich Preise in Minutenschnelle ändern. Interessant aber ist es zu erfahren, aus welchem Museum die Werke entwendet wurden. Im NZZ- und BaZ-online-Bericht ist vom Musée National d'Art Moderne die Rede. Das ist das Haus, das im Centre Pompidou untergebracht ist. Schwer vorstellbar, dass Diebe dort unbemerkt ein Fenster einschlagen können. Nun denn, diese Angabe ist falsch! Das betroffenen Haus ist das "Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris". Das ist nicht ganz das gleiche.

Nachtrag

Die Qualitätssendung "Echo der Zeit" von Radio DRS meldete heute:

"Picasso, Matisse, Braques, Modigliani, Léger: das ist es, was wir sehen wollen, wenn wir ein Museum für zeitgenössische Kunst besuchen."
Zeitgenössisch? Hm. Das ist nun doch etwa 40 Jahre her!


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Sperrfrist: 12.02.12 23:10

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