Nordtangente / Mordtangente
klybeck.org

unter diesem link findet Ihr die Kritik der Wohngenossenschaft Klybeck am lamentablen Ergebnis der grössten und teuersten Baustelle, die Basel je gesehen hat.

Vor der Abstimmung über die Nordtangente wurde den BewohnerInnen von Basel Nord versprochen, dieser massive Eingriff werde Verbesserungen für den unmotorisierten Verkehr bringen.

Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten, die Situation für Velofahrer und Fussgängerinnen hat sich sogar verschlechtert.

Die BewohnerInnen der benachteiligten Quartiere von Basel Nord werden wohl durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs unter den Boden entlastet, die freigewordene Fläche aber wurde grösstenteils zugeteert oder aus nicht nachvollziehbaren Gründen unnutzbar gemacht.

Bis jetzt ...
... konnte ich als Voltaplatz-Anwohner der Neugestaltung durchaus einiges abgewinnen. Aber bis auf die fehlende Begrünung der Dreirosenbrücke muss ich dir eigentlich recht geben. Alles Scheisse. Wobei, die westernmässige Wasserpumpe auf dem Kiesplätzli bei der Gasstrasse find ich ganz praktisch. Ich geh mich da immer waschen.

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wie gut...
... die neu gestalteten, öffentlichen plätze von der bevölkerung aufgenommen und genutzt werden, wird sich wohl erst im verlauf der warmen jahreszeit zeigen. aber als velofahrer, der jeden tag durch Bohzl-Nord fährt, kann ich alle aufgeführten mängel bestätigen. da fällt sofort auf, dass die verkehrsplaner ganz sicher nicht selber velo fahren. unter dem strich ist die Nordtangente ein riesiges geschenk an die autofahrer.

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Wer kann die Situation besser beschreiben, ...
... als der Ober-Nordtangentenbekämpfer Fritz W., der im Buch zur Nordtangente eigentlich alles sagte, was es zu diesem Projekt zu sagen gibt:
Für Witschi gehören der Kampf gegen den Cityring mit den Baumbesetzungen, die sogenannte Gratistram-Initiative und der Widerstand gegen die Nordtangente zusammen. Er spricht von der Vorstellung einer grünen, wohnlichen Stadt auf der Basis der Mobilität der Fussgänger mit Tram- und Veloverkehr und einem gedrosselten, aufs Notwendigste begrenzten, langsamen aber durchlässigen motorisierten Verkehr. Stattdessen habe der Regierungsrat mit seiner Verpflichtung, die französische Autobahn in Basel abzunehmen, den internationalen Verkehr nach Basel gelenkt – bis fast einen Kilometer ans Stadtzentrum Claraplatz heran. „Die Folgen hat nun die Bevölkerung zu tragen: Die Autobahn zieht den Verkehr an, so wie ein Kuhfladen die Fliegen.“ Das teuerste Autobahnstück der Schweiz habe 35‘000 Quadratmeter neue Strasse gebracht – und den entsprechenden neuen Verkehr, ohne dass in dieser Verkehrsachse die oberirdischen Strassen reduziert, verkehrsberuhigt und Tempo 30 eingerichtet worden wären. „Wenn der Tunnel gesperrt ist wegen Unfällen, Revisionen und so weiter wird notgedrungen wie früher der Verkehr durchs städtische Strassennetz umgelenkt.“
Den ganzen Artikel aus dem Buch "Wanderung Basel Nordtangente" gibt es hier zum Downloaden.

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Nachbesserungsliste
Wer führt die Liste der teuren Nachbesserungen? neben der Horburgstrasse (ach, wir investieren nochmal ein bisschen in eine brauchbare Gestaltung) haben wir auch die Zweitbearbeitung Rütimeyerplatz und Theodorskirchplatz verbucht. Weitere Fälle bekannt?

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Sieh's doch ...
... mal positiv: Erstens gibt es so mehr Abwechslung im Stadtbild, zweitens war das zweijährliche Aufspitzen der Strassen just for the fuck of it auch nicht besser.

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Abt. Kunsttangente
An einigen oder wenigstens einem Ort wurde die Beschäftigung von Tiefbauunternehmen als edelste Staatsaufgabe betrachtet. Positiv ist auch, dass die Vorsteherin vom Baudep. (teilweise auch mit zwei "p" geschrieben) auf der Brücke zur Eröffnung eine Rede halten durfte "der Stadt etwas zurückgeben". Und ein rotes Metallband für 60mille das man Ausserheimischen bei jeder Kreiseldurchfahrt erklären darf. Nordtangente = Kunsttangente; Anwohnerinformation; im Grossbasel gabs sogar ein gebundenes Buch in den Briefkasten gstopft - im Kleinbasel immerhin all paar Monate ein dickes schwarzweiss Heft in allen relevanten Sprachen. Die Wintergarten-Notausgänge (die die Neugier von Nah- und Weitgereisten ebenfalls wecken) waren auch eine Nach- bzw Abbruch&Neubaubesserung.

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Nachbesserungen II
Bahnhofplatz:

- nachträgliche Erhöhung der runden Plexiglasscheibe über dem Parking. Bei Nässe drohte zuvor Sturzgefahr für Passanten.

- nachträgliche Aufhübschung bzw. Passantenbehinderung mit Pflanzenkübeln

- während Messen: peinliches und billiges Infozelt für Besucher. Ist das repräsentativ für Basel? Ojeoje.

- nachträgliche Signalisierungen für mehr Sicherheit

im Bahnhof (ist da der Bund verantwortlich?):

- nachträgliches versetzen der blauen Hautpanzeigetafel, weil sie zunächst abseits der Passantenströme lag und ohne Feldstecher nicht lesbar war.

- nachträglich erstelltes Infohäuschen auf der Passerelle

- in Diskussion: wie man das Gedränge während den Stosszeiten entschärfen kann. Was nichts anderes heisst als: Der renovierte Bahnhof hat für Passanten von Anfang an nie wirklich funktioniert - nur rentiert für die Betreiber. Rendite ist wichtiger als Funktionalität - auch bei einem öffentlichen Bau.

Clarastrasse und wos sonst noch Platz hat (aber kein grün): nachträgliches Aufstellen von mobilen (hässlichen) Pflanzenkübeln, die im Unterhalt wohl teurer sind, als eine fixe Begrünung.

Grundsätzlich: Was vom BVD bei der Planung als künftige "Flaniermeile" verkauft wird, entpuppt sich m.E. im Nachhinein oft als lieblose Ödnis. Ist ausladend.

Da hat der Macht habende Kantonsbaumeister Fritz wohl eigene Vorstellungen von "flanieren". Warum ist der Herr eigentlich nicht abwählbar? Und was ist das eigentlich für einer? Schon lange im Amt. Ist der noch integer?

Grundsätzlich empfinde ich vieles, was das BVD anstellt, lieblos, angedacht, aber nicht durchdacht, an den Bedürfnissen der Fussgänger vorbei geplant. Der Fussgänger ist wohl nicht so wichtig. Darum darf er sich vielleicht bald mit einem Günstigkieselplfaster in der Basler Innenstadt begnüngen.

Basels Bau- und Planungspolitik wirkt auf mich recht zufällig, irgendwas hier und dort. Konzeptloses Stückwerk mit wenig Wertschätung für den Bürger zu Fuss.


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Vergessen
Offensichtlich haben es viele Leute schon vergessen oder nie erlebt, wie sich früher die Lastwagen durch die Horburg- und Elsässerstrasse gequält haben. Obwohl der neue Voltaplatz verkehrstechnisch so schlecht wie möglich geplant und gebaut wurde, und das gilt nicht nur für Velofahrer, sonder auch für Auto- Lastwagen- Tramfahrer und Füssgänger, kommt man mit allen Verkehrsmitteln besser durch das ganze Nordtangentengebiet.
Und wieso muss immer alles begrünt werden? Sobald die Stadtgärtnerei irgendwo war, darf man bekanntlich überhaupt nichts mehr machen. 1. August und Silvester waren doch witzig auf der Brücke.

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Ich erinnere gerne noch an die Fotostory
zur Eröffnung...

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Ich bin ...
... ein begeisterter Anhänger des neuen Voltaplatzes. Ich behaupte ohne zu übertreiben, dass es der schönste Platz von Basel ist. Besser hat mir eigentlich nur der alte gefallen.

Dann erinnere ich halt an die infamy Berichterstattung zur Nordtangenteneröffnung feat. Riesenrad und Holbein†.

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Lieber und netter Onkel
Dass man mit allen Verkehrsmitteln und zu Fuss besser durch die von der Nordtangente untertunnelten Gebiete kommt, ist ja wohl nicht erstaunlich: der ganze Transitverheer ist ja jetzt unten drunter.
Eine bessere Gestaltung wäre auch ohne übertriebene Bepflanzung zu haben gewesen.
Fast noch interessanter dünkt mich die Frage, ob man das ganze auch noch schlechter hätte machen können....
Das wäre vielleicht eine Idee für einen Wettbewerb!

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Sperrfrist: 13.02.12 13:21

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