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supra, 16. Dezember 2008 14:51:00 MEZ
Abt. Aus für das Theaterfestival Basel

Das Theaterfestival Basel konnte sich aus dem Strudel nicht mehr befreien
Was infamy bereits vermutet hat, ist jetzt offiziell: Das Theaterfestival 2008, das zum Theaterfestival 2009 verschoben wurde, findet nun gar nicht statt. Gleichzeitig löst sich der Trägerverein "welt in basel" auf.
Hoppla! Dass es gleich so sehr AUS UND FERTIG sein soll, überrascht uns denn doch. Die Begründung für diesen Beschluss ist finanzieller Natur. In der Mitteilung, die von den Kulturbeauftragten der beiden Basel, Niggi Ullrich und Michael Koechlin mitunterzeichnet ist, lesen wir:"Zwar konnte die Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand letzten Endes immer gesichert werden, aber es wurde für die Direktion des Festivals, auch aufgrund erheblicher zeitlicher Verzögerung der Mittelbewilligung im Jahr 2007/2008 zunehmend schwierig, die nötigen Drittmittel von Institutionen und Sponsoren zu beschaffen. Aus dieser Entwicklung wurde es damit auch zunehmend unsicherer, eine mittelfristige Zukunftsperspektive für das Festival zu entwickeln."
Das heisst mit anderen Worten doch eigentlich, dass es für ein solches Unterfangen nicht reicht, wenn die öffentliche Hand nur für die "Grundfinanzierung" (was immer das heissen mag") geradezustehen bereit ist.
Weiter heisst es in der Mitteilung:Ohne funktionstüchtige "Homebase" erweist sich das andernorts durchaus bewährte Biennale-System als Hypothek. Was bei Film- und Musikfestivals noch angeht, ist in der aufwändigen Sparte Theater und Tanz höchst problematisch. In der Folge verdünnen sich für ein zeitgemässes und internationales Programm die Netzwerke und Partnerschaften.
Wiederum mit anderen Worten: Das bewährte Biennale-System hat sich dummerweise nicht bewährt. Und ausserdem fehlt dem Festival die "Homebase", was wiederum heisst, dass die scheinbar ausreichende Grundfinanzierung (immerhin 400'000 Franken aus dem Lotteriefonds Basel-Stadt und 350'000 aus dem Lotteriefonds BL) eben doch nicht ausreicht, denn sonst hätte sich das Festival diese Basisinfrastruktur leisten können.
Wie geht es nun weiter?Nach der ordentlichen Auflösung des Trägervereins ist das Terrain frei für ausserordentliche Ideen, unverbrauchte Initiativen und neue Partnerschaften. So gesehen...und erhofft erleidet die Tradition des Theaterfestivals einen Unterbruch aber keinen definitiven Abbruch.
Auch etwas Geld sei noch vorhanden. Nur dumm, dass die Leute, die bereit waren, die Trägerschaft für ein solches Festival aufrecht zu erhalten, verheizt sind.
Trotzdem:Der Trägerverein ist überzeugt, dass es in der Region Basel neben all den anderen Festivals ein attraktives, internationales und zeitgenössisches Tanz- und Theaterfestival braucht. Diese Meinung teilen auch die Verantwortlichen der beiden Kulturabteilungen BS/BL. Sie sind offen, die Planung und Realisation eines ambitionierten Tanz- und Theaterfestivals in der Region massgeblich zu unterstützen.
Freiwillige vorgetreten, die trotz der ungenügenden Grundfinanzierung, der Unmöglichkeit, ausreichend Sponsorengelder zu generieren und der Tatsache, dass die dringend nötige "Homebase" fehlt, ein zeitgenössisches und erst noch ambitioniertes Theater- und Tanzfestival auf die Beine stellen.
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