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patpatpat, 15. April 2008 11:42:00 MESZ
Abt. Verstaatlichung der Schlüsselindustrien
Was sind Staatsfonds? Eigentlich nichts anderes als riesige staatliche Geldsäcke, gefüllt mit Pensionskassenvermögen, Rohstofferträgen, Devisenüberschüssen etc.! Demgegenüber stehen "Private Equity" und "Hedge Fonds". Das sind die privaten Geldsäcke, die ihren Inhalt irgendwo gewinnbringend anlegen wollen. Die Privaten ächzen angeblich derzeit unter der "globalen Finanzkrise". Jedenfalls steht in der NZZ heute:Angesichts der globalen Finanzsituation hat die Private-Equity-Branche grössere Schwierigkeiten, sich mit Liquidität zu versorgen. Oder anders gesagt: Die haben ihre Kröten verspielt. Und keiner will ihnen mehr was leihen. Auftritt Staatsfonds! NZZ:Staatsfonds gelten demgegenüber als äusserst attraktive Investoren, da sie über fast unbegrenzte eigene Mittel und einen viel längeren Anlagehorizont verfügen. Auch gibt es keine Aktionäre, die plötzlich ihr Geld abziehen wollen und noch kaum juristische Restriktionen, wenigstens bisher, auch in Bezug auf die Transparenz. Wenn Du also einem Staatsfonds sein Geld aus der Tasche leiern kannst, bist Du auf der sicheren Seite! Entsprechend scharwänzeln die Grossbanken und andere "Finanzdienstleister" - immer laut NZZ - um die Staatsfonds aus aller Welt. Was aber heisst das, wenn der Staatsfonds aus Singapur z.B. in die UBS investiert. Dass die UBS teilverstaatlicht wird. Das ist aber nur der Anfang. Die Staatsfonds wollen offenbar gezielt in Schlüsselindustrien investieren:Der Leiter der Corporate Finance Abteilung von KPMG Schweiz, Patrick Kerler, geht davon aus, dass die Staatsfonds in den nächsten Jahren noch massiv wachsen und zu einer starken Kraft werden, mit der man rechnen müsse. Besonders interessante Möglichkeiten eröffne das den Wachstumsindustrien, die viele Mittel benötigen, aber auch zur Lancierung von kapitalintensiven Grossprojekten insbesondere im Energiebereich. Kerler spürt bei den Staatsfonds besonders grosses Interesse an Transaktionen in den Bereichen Energie, Rohstoffe und Financial Services. "Energie, Rohstoffe und Financial Services" in der Hand des Staates, irgendeines Staates. Die Axpo geht an die Kuwait Investment Authority, Novartis geht an Norwegens "Government Pension Fund Global", OC Oerlikon geht an Russlands "Stabilisation Fund". friedmann, steht der Sozialismus vor der Tür? Diesmal nicht über den Irrweg des "Sozialismus in einem Land" sondern gleich mit globalem Anspruch? Kann es Zufall sein, dass der NZZ am Sonntag vorgestern die "getAbstract" Version des kommunistischen Manifests beilag? Ich glaube nicht!
und die Wiwo meint
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patpatpat, 15.04.08 14:14
Unclever sind sie nicht:
(Wiwo:) Morgan Stanley etwa zahlt CIC für die Milliardeneinlage einen Garantiezins von neun Prozent. Der lindert aktuelle und mögliche künftige Kursverluste. Abu Dhabi kassiert für ihre 7,5-Milliarden-Dollar-Spritze in die Citigroup bis zum endgültigen Umtausch in Aktien, der in zwei Jahren beginnen wird, pro Jahr üppige elf Prozent Garantiezins. Für die vom Staatsfonds Temasek (Singapur) ebenfalls eingesammelten 7,5 Milliarden Dollar bezahlt die Citigroup sieben Prozent, garantiert jährlich bis zum Jahr 2015. Bezahlen müssen die teure Nothilfe vor allem die Altaktionäre: Ihr Anteil an möglichen Gewinnen wird verwässert, ihre Dividenden sind nicht garantiert, sondern werden reihenweise gekürzt oder gar gestrichen.
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