Abt. tell it like it is! - heute: Stratenwerth
Christoph Stratenwerth heute im Kulturteil der BaZ, im Streitgespräch zum Thema "Kasernenareal":

Die Schlüsselfrage ist, wie finden die Planungsprozesse statt? Ist der städtebauliche Ansatz so, dass ich eine schöne Vision habe, die ich dann im Computer visualisiere? Oder sollte es nicht zuerst um die Inhalte gehen? Was macht Habitat und Bollag am Wiesenplatz? Die beiden privaten Initiativen reanimieren den Wiesenplatz. Wer hat die Rheingasse reanimiert? Der Staat? Nein, private Initiativen. Wer hat das Gundeldingerfeld reanimiert? Gegen den Widerstand der Verwaltung ist dieses Projekt entstanden. Viele lebendige Orte in dieser Stadt sind nicht über städtebauliche Prozesse entstanden, sondern dank risikofreudigen Privaten. Die Frage ist: Ermöglicht die Politik solche Initiativen? Sie muss uns nicht zeigen, wie wir zu leben haben.
Stratenwerth, der anti-Kessler? In der Sache: Die Politik muss uns sicher nicht zeigen, wie wir zu leben haben. Umgekehrt würde ein Schuh draus: Sie sollte der demokratisch formulierte Ausdruck davon sein, wie wir leben wollen. Ist sie das heute? Und wenn sie das bei der Stadtentwicklung vielleicht nicht ist: Warum nicht? Lauter Fragen. Demokratie ist anstrengend, aber Jacques Herzog' Gottesstaat ist keine Alternative!

Du kannst jetzt de Stratenwerth schon ...
... loben hier. Du hast ja auch vollkommen recht. Er ist ja der Erfinder nicht nur der Kulturwerkstatt Kaserne, sondern der Alternativkultur überhaupt, die ja ohne jegliches staatliches Zutun funktionieren.

Kommen wir zur Sache: Stücki, Erlenmatt, Volkspart St. Johann, Messeneubau, Aeschenvorstadt, Nordtangente, Messeneubau, Basel Tattoo, Musicaltheater etc etc.: das sind die Beispiele der demokratisch-kapitalistisch geprägten Städteentwicklung.

Und wer um Gottes Willen ist denn die "Politik", die uns nicht zu zeigen hat, wie wir leben sollen? Mörgelis und Blochers "Classe Politique" etwa?

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