Abt. Qualitätsjournalismus - heute: NZZ am Sonntag
Angenommen, Peter Sennhauser würbe für Apple als, sagen wir, offizieller "iPhone-Botschafter". Angenommen, Guido Berger fänte gegen Geld für EA, Elecronic Arts. Würden wir dann Sennhauser noch über den Weg trauen, wenn er zum Windows 7 Phone schriebe? Könnten wir noch ernst nehmen, wenn Berger Activision disste? Und was hielten wir von Medien, die ihre derartigen Machwerke publizierten?
Natürlich sind Sennhauser und Berger nicht auf der payroll der genannten Buden. Irgendwie verbietet das die Standesehre. Oder? Nicht so bei der seriösen NZZ. Ihre Sonntagsredaktion kann problemlos eine Jelmoli Botschafterin im Ressort "Stil" beschäftigen. Nun gut, Fiona Hefti sieht besser aus als viele IT-Journalisten zusammen. Auch aus dem Inneren einer Waschmaschine heraus betrachtet:

Und eine ex-Miss Schweiz ist sicher vielerlei kommerziellen Verlockungen ausgesetzt. Aber so ein bisschen die Stirn runzeln darf man da schon, ohne gleich als hoffnungslos altmodisch zu gelten, oder? Nein? Darf man nicht? Denn Mode- und "Stil"-Ressorts sind a) per definitionem korrupt und b) explizit nur erfunden worden, um an die Inseratebudgets entsprechender Branchen heranzukommen? Ok. Schon wieder dazugelernt.
Die Frau Botschafterin ist in flagranti zu ertappen heute um 11 Uhr in der 1. Etage "Herren, Kinder und Schuhe" (was für eine Kombination!) im Jelmoli an der Bahnhofstrasse, erfahren wir hier. Hätt ich nichts Besseres zu tun, würd ich dort ein Quote von ihr einholen, wie sie ihre verschiedenen Rollen unter einen Hut bringen will. Aber eigentlich interessiert's mich gar nicht. Und genau genommen müsste die entsprechende Frage an den NZZaS-Chef Felix E. Müller gehen. Dessen Antwort ("wir haben Abmachungen mit Frau Hefti... private Nebenbeschäftigungen und journalistische Arbeit sind klar getrennt..." etc. pp.) kann ich mir schon denken. (seufzend) O tempora, o mores! Kurt Imhof hilf!


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Sperrfrist: 12.02.12 11:33

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