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Abt. Hach, welch eine Überraschung!
Über 57 Prozent der Abstimmenden in der Schweiz haben bekanntlich für die Verankerung eines Minarettverbots in der Schweizerischen Bundesverfassung gestimmt. Das gfs-Forschungsinstitut hatte ein diametral anderes Resultat vorhergesagt, was nun das Institut für Politikwissenschaft der Uni Bern nicht davon abhielt, die Umfrage für die traditionelle Vox-Analyse eben durch dieses Institut durchführen zu lassen. Mit der Vox-Analyse will man jeweils die Beweggründe der Abstimmenden genauer ergründen. Die laut der besten aller Basler Tageszeitungen überraschenden Resultate:

Mit dem Ja zur Minarettverbots-Initiative wollten die Stimmbürger ein symbolisches Zeichen gegen die Verbreitung des Islams in der Schweiz setzen.
Hach, wie überraschend. Aber buddeln wir weiter in den Vox-Ergründungen ...
Das Stimmverhalten zur Minarettinitiative war stark vom Links-Rechts-Gegensatz geprägt: Die Linke lehnte sie mit über 80 Prozent Nein-Stimmen deutlich ab; die Rechte stimmte ihr fast ebenso klar zu. Entscheidend für den Ausgang der Volksabstimmung war deshalb das Verhalten der politischen Mitte.
... und wir können vor lauter Überraschung kaum mehr Luft holen. Bei einem Ja-Stimmen-Anteil von 57 Prozent sollen nicht nur die Rechten und Rechtsextremen den Ausschlag gegeben haben?

Wirklich Überraschendes lesen wir nun aber bei den Beweggründen, die zum generellen Verbot des Baus von Minaretten geführt haben sollen:
Konkrete Kritik an den in der Schweiz lebenden Muslimen gaben nur 15 Prozent der Ja-Stimmenden als Entscheidmotiv an. Die Zustimmung zum Minarettverbot kann damit nicht als generelle Ablehnung der in der Schweiz lebenden Muslime interpretiert werden.
Aha? Also waren es doch mehrheitlich ästhetische Bedenken, denn ...
Zudem erklärte sich eine Mehrheit von 64 Prozent aller Stimmenden voll oder ziemlich davon überzeugt, dass sich die schweizerische und die islamische Lebensweise gut vertragen. Auf das Stimmverhalten wirkte sich diese positive Einschätzung aber nicht aus. Auch diejenigen, welche von einer sehr guten Verträglichkeit ausgehen, stimmten dem Verbot des Baus neuer Minarette mit einem Ja-Anteil von 56 Prozent zu.
Also wenn eine grosse Mehrheit findet, dass sich die islamische und schweizerische Lebensweise gut vertragen würden, gegen was wollten diese denn gleichzeitig ein symbolisches Zeichen setzen?

Die Antwort auf diese Frage hätte uns doch vielleicht sogar wirklich überraschen können.

oh ja
Gestern morgen kams auf DRS3 (info3) mit Interview und allem. Musste auch lachen, das Geld liegt eben auf der Strasse. Ein Klassiker in der Kategorie "Überraschende Studien" ist für mich: "Warum ist Aldi so erfolgreich": www.stern.de (um den Grund Nr.1 vorwegzunehmen: Es ist der Preis).

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