Abt. Theater 2.0 in der Kaserne Basel


Das Ganze ist mir ein wenig peinlich: Die Stimme, die mich übers Handy von der KaBar (Kasernen-Bar) weg in die Webergasse geführt hat, fordert mich auf, hoch zu sehen: "Siehst du die Frau dort oben am Fenster, die dir freundlich zuwinkt?" Ich sehe sie: Eine Thailänderin in einem rot erleuchteten Fenster ... Am Schluss führt der kleine Stadtspaziergang vor ein Schaufenster am Claragraben. Hinter der Scheibe sehe ich quasi als Voyeur eine Frau, die voller Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit steckt und, wie sie sagt, auf mich gewartet hat ...

So nahe ist Theater selten. "Eine audiovisuelle Peepshow für je einen Beobachter" nennt sich die Aktion der Zürcher Theatergruppe mit dem etwas verschwurbelten Namen "mikeska:plus:blendwerk". Sie ist eine von zahlreichen theatralischen Mikroperformances, mit denen der Kulturkosmos Kaserne Basel seine neue Ära unter der Direktion von Carena Schlewitt einläutet. Auf dem Kasernenplatz stehen 13 Autos im "Stau", in jedem findet etwas statt, theatralisch, verschroben, befremdlich, amüsant, laut oder ganz und gar lebensnah.

In einem Bauwagen vor dem Rossstall wird der Zuschauer, die Zuschauerin selber zum Akteur/zur Akteurin – Theater 2.0 quasi. Eine freche Geschichte, irritierend und sehr unterhaltsam zugleich – mehr sei hier aber nicht verraten ausser: es lohnt sich, sich auf die Aktion "Dein Reich komme" von Dries Verhoeven einzulassen. Und wer weiss, vielleicht endet sie für den einen oder die andere sogar mit unerwartetem Mehrwert?

Los geht es auf dem Areal der Kaserne Basel heute Donnerstag Abend mit Wiederholungen am Freitag und Samstag. Hingehen und reingucken. Man kann sich danach, mit echten Erfahrungen im Rücken, viel fundierter darüber beschweren, dass die Kaserne längst nicht mehr das bietet, was früher mal oder so ....

supa supra!
Du wärst eigentlich der bessere Alois Bischoff für die beste aller...

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