patpatpat, 7. November 2011 23:51:00 MEZ Abt. Atombomben - heute: Transport à la Pakistan Wenn Dich das nächste Mal so ein Gefährt überholt in Islamabad,
liegt unter der Plane vielleicht eine Atombombe, schreibt "The Atlantic" und titelt wohl treffend "The Ally From Hell":
Nuclear-weapons components are sometimes moved by helicopter and sometimes moved over roads. And instead of moving nuclear material in armored, well-defended convoys, the SPD [Strategic Plans Division] prefers to move material by subterfuge, in civilian-style vehicles without noticeable defenses, in the regular flow of traffic. According to both Pakistani and American sources, vans with a modest security profile are sometimes the preferred conveyance. And according to a senior U.S. intelligence official, the Pakistanis have begun using this low-security method to transfer not merely the “de-mated” component nuclear parts but “mated” nuclear weapons.
supra, 7. November 2011 10:11:00 MEZ Abt. Der Mediensieger von Basel
Mit höchst lobenden Worten äussert sich der ehemalige LNN-Chefredaktor und CEO von Vogt-Schild auf infosperber.ch über seinen ehemaligen Mitarbeiter und heutigen Medienkleinunternehmer pkn, auch bekannt unter dem schönen Namen Der Unverlinkbare. Bezugnehmend auf die Lancierung der Tageswoche schreibt Müller:
"Gäbe es jetzt eine BMM, eine Basler Medien-Meisterschaft: Auf dem obersten Podest stünde als wahrer «Winner» pkn., Peter Knechtli, der kleinste, mit seinem OnlineReports."
BMM! Was für eine grandiose Idee. Dass es sich um den Kleinsten handelt, wollen wir mal nicht in Abrede stellen. Und zum Rest äussern wir uns nicht. Wir zitieren nur weiter:
"Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors: Keine"
Das musste doch mal gesagt bzw. geschrieben werden. Doch, Interessenlosigkeit hin oder her: Ganz so schön sieht die Welt des Unverlinkbaren nach seinen eigenen Angaben heute nicht mehr aus:
"Die Lancierung der TagesWoche mit ihrer Web-Plattform ist auch ganz konkret ein Angriff auf OnlineReports.ch"
.. lässt er sich zitieren. Ich hab das irgendwie anders verstanden mit der Tageswoche.
patpatpat, 6. November 2011 17:04:00 MEZ Abt. Kinderarbeit - heute: bei Novartis Entspannen! Nein, natürlich nicht so, wie Du jetzt meinst! Das war nur ein billiger Trick, um Deine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Jedenfalls weiss ich nichts von wirklicher Kinderarbeit bei Novartis. Natürlich müssen keine flinken, kleinen Kinderhände die Novartispillen drehen. Aber schlucken müssen die Kinder sie. Insofern: Kinderarbeit. Schlucken, um den Umsatzeinbruch beim Blockbuster Diovan zu bremsen, schrieb das Fachportal bionity, als letztes Jahr die EU-Pharma-Beurteilungsagentur in ihrer Evaluation des Antrags auf Zulassung für Kinder und Jugendliche zu einem positiven Schluss kam:
Diovan war 2009 mit einem Umsatz von 6 Milliarden Dollar das wichtigste Medikament für Novartis. Allerdings stehen 2011 und 2012 Patentabläufe für das Medikament an. In der Regel büßt ein Originalprodukt nach dem Patentablauf durch die Konkurrenz von Nachahmermedikamenten (Generika) deutlich an Umsatz ein. Die Beantragung der Zulassung für Kinder ist eine Möglichkeit den Umsatzausfall abzumindern.
Leider gibt's aber in der EU offenbar zu wenig Kinder mit Bluthochdruck, die Novartis ausreichend stützen könnten. Drum u.a. wird Nyon geschlossen. Weil die Monopolrente von Novartis auf Pillen mit dem Wirkstoff Valsartan drin, wegfällt, wenn der Patentschutz darauf, der seit 1991 besteht, endet. 20 Jahre Exklusivität und jährliche Milliardenverkäufe davon und kaum bringen andere den Wirkstoff in Pillenform zum selben Preis oder günstiger, zieht Novartis die Notbremse? Im Communiqué vom 25.10. lesen wir:
Der [Quartals-]Umsatz der Diovan Gruppe (USD 1,4 Milliarden, -7% kWk) ging weltweit zurück, was auf die im ersten Quartal erfolgte Einführung eines Generikums von Valsartan in bestimmten Märkten zurückzuführen war. Die Produkte der Diovan Gruppe behaupteten ihre Position als weltweit meistverkaufte Markenmedikamente zur Blutdrucksenkung mit einem Anteil von 13,5% am Weltmarkt der Blutdrucksenker (Januar bis August 2011) gegenüber dem Marktanteil von 13,4% im selben Zeitraum des Vorjahres.
Diese Diovan-Generika kommen übrigens u.a. von Tochterunternehmen von Novartis. Ein apothekennahes Branchenportal schreibt dazu:
Für die Generikabranche gehört der Patentablauf von Valsartan im November zu den Großereignissen des Jahres. Rund 3,5 Millionen Mal wurde der Angiotensin-Antagonist in verschiedenen Varianten laut Arzneiverordnungsreport im Jahr 2009 zu Lasten der Krankenkassen verordnet; der Durchschnittspreis pro Packung lag bei 100 Euro. Den Mutterkonzern Novartis im Rücken, hat Hexal Mitte Juni das erste Generikum vorab auf den Markt gebracht - zum gleichen Preis wie das Originalprodukt.
In ihrer Firmenchronik bezeichnet sich Novartis 2005, nach der Übernahme von "Hexal" und "Eon Labs" als "Weltmarktführer für Generika". Man ist versucht zu denken: Ob als Novartispräparat oder als gleich- oder ähnlichpreisiges Generikum aus der Küche einer Tochter macht für den konsolidierten Konzerngewinn eigentlich kaum einen Unterschied. Und wenn der Preis nach 20 Jahren Monopolrente etwas nach unten rutscht, aber der Marktanteil konstant bleibt (wie Novartis schreibt), heisst das, dass der Stoff a) benötigt wird, und b) dank tieferer Preise der künftige Marktanteil von Originalpräparat und Novartistöchtergenerikum zusammen ev. sogar steigt. Ein Indiz dafür ist die Aussage im Novartis-Communiqué vom 25.10.:
Besonders erfolgreich waren wir in China, wo wir im dritten Quartal auf Konzernebene einen Zuwachs von 42% (+35% kWk) erzielten. Um diese Wachstumsdynamik fortzusetzen, entwickeln wir unser Portfolio der Division Pharmaceuticals in China weiter, wobei führende Marken wie Diovan für kräftige Zuwächse sorgen.
Umso stossender und nicht nachvollziehbar erscheint die Streichung der vielen Arbeitsplätze! Aber Behörden und Medien, ausser vielleicht work, sind offenbar durchsetzt von Novartisverstehern.
patpatpat, 4. November 2011 11:36:00 MEZ Abt. Je nach Blickwinkel - heute: auf den Überschuss 20% bis 30% des mutmasslichen helvetischen Staatsüberschusses von 1,4 Milliarden stammen aus der Roche-Pensionskasse. 430 Millionen flossen beim "Immobiliendeal des Jahres" 2010 / 2011 von dort in die Bundeskasse. Im Gegenzug gingen per 1.1.2011 rund 150 Häuser mit etwa 2'600 Wohnungen (Durchschnittspreis ergo Fr. 165'000.- pro Wohnung), die der Bund in einer Auffanggesellschaft namens "SAPOMP Wohnbau AG" ("sapomp" für "sapeurs pompiers" = Feuerwehr) hielt, nach einem öffentlichen Bieterverfahren in den Besitz der Pensionskasse von Roche über (infamy berichtete).
Rein theoretisch hätte man sich damals auch eine gemeinnützigere Variante ausdenken können, um die von konkursiten Wohnbauförderungsbegünstigten (man könnte auch sagen: Immobilienblasenopfer der frühen 90er Jahre) stammenden Häuser wieder zu verkaufen, bei der am Ende die Immobilien wieder denen gehört hätten, die drin wohnen, wodurch sie mit ihrem Mietzins nicht, wie jetzt, die sicher sehr anständigen Pensionen der Roche-Angestellten im Ruhestand hätten mitfinanzieren müssen. Aber der Zug ist schon lange abgefahren.
Der Bund hätte ja zum Beispiel den Boden behalten und die Häuser im Baurecht abgeben können, wie's in Basel eine Initiative für den Kanton fordert (full disclosure: Ich kenne die InitiantInnen, und finde den Ansatz unterstützenswert).
supra, 4. November 2011 10:46:00 MEZ Abt. Kampagnenjournalismus Wir haben hier an dieser Stelle immer wieder darüber berichtet. Die "Basler Zeitung" sägt kräftig und stetig am Stuhl von Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass. Dabei wird heftig aufgebauscht, werden Vor- und Anwürfe zum Teil auch aus dem Ärmel geschüttelt, Hauptsache, der Sicherheitsdirektor bekommt sein Fett weg.
An vorderster Front ist der umtriebige Crime-Mapper Mischa Hauswirth am Werk, flankiert durch den Chefredaktor, aber auch durch den neuen Ressortchef Basel-Stadt der Zeitung. Wir wollen hier nun eine Auswahl von entsprechenden Artikeln aufzählen: Angefangen mit der vom ersten Staatsanwalt Alberto Fabbri mitlancierten Kampagne gegen das Ansinnen Gass', als Sicherheitsdirektor die Kriminalstatiostik präsentieren zu können, über die aufgebauschten "Krawalle" am Voltaplatz bis zu einem Militärgerichtsfall gegen einen Chefbeamten aus Gass' Departement, der mit dessen Baslet Tätigkeit ganz und gar nichts zu tun hat.
Die Auswahl beginnt im Sommer und ist unvollständig (wir wollen ja nicht meterlange Beitrage posten)
22.06.2011
Gass und Fabbri im Machtkampf
Justizdirektor und Erster Staatsanwalt streiten sich um IT und Kriminalstatistik
Insider spekulieren über die Motive von Hanspeter Gass
Obwohl Synergieeffekte und fachliche Notwendigkeit angezweifelt werden, will der Justizdirektor die Veränderungen vorantreiben
«Die Gewaltentrennung würde aufgeweicht»
Der Erste Staatsanwalt Alberto Fabbri kämpft für die Unabhängigkeit seiner Behörde
23.06.2011
Gass erhält wenig Unterstützung
Im Machtkampf mit dem Ersten Staatsanwalt findet der Justizdirektor kaum Helfer
07.07.2011
Fabbri erzielt Teilerfolg gegen Gass
Justizdirektor verzichtet auf eine Übernahme der Staatsanwaltschaft-Informatik
02.09.2011
Chefbeamter muss vor Gericht
Militärjustiz führt Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Freiheitsberaubung
27.09.2011
Polizei war im Bild, griff aber nicht ein
Justizdirektor Hanspeter Gass (FDP) schweigt zu den Krawallen in Basel Nord
Die Frage nach der Verantwortung
Politiker und Parteien werfen der Regierung zu laschen Umgang mit Gewalttätern vor
28.09.2011
Kritik an Justizdirektor Gass
Bürgerliche Politiker halten Einsatzdoktrin der Polizei auf dem Voltaplatz für verfehlt
20.10.2011
«Villa Rosenau ist ein rechtsfreier Raum»
Polizeibeamtenverband kritisiert Regierung im Umgang mit autonomen Chaoten
21.10.2011
Saubannerzüge in Kauf genommen
Die Behörden wissen seit Jahren um die Gefahr von linken Chaoten – und tun nichts
29.10.2011
4000 Franken Busse für Chefbeamten
Mitarbeiter des Justiz- und Sicherheitsdepartements verurteilt (versehen mit der ebenso merkwürdigen wie augenfälligen Schlussbemerkung: "Bis dahin ist das Urteil nicht rechtskräftig – so lange darf die Frage nicht gestellt werden, ob ein wegen fahrlässiger Geschäftsführung verurteilter Chefbeamter weiter auf seinem Posten bleiben darf.")
01.11.2011
Die Gefängnisse sind proppenvoll
Einbruchtouristen und Asylsuchende aus Nordafrika sorgen für angespannte Situation (dass die Gefängnisse NICHT proppevoll sind, erfahren die Leser erst irgendwo unten im Artikel, was den Aurtoren aber nicht daran hinderte, dies im Titel als Behauptung stehen zu lassen)
Ein beispielhaftes Müsterchen noch zum Schluss. Am 25.10.2011 stand in der "Basler Zeitung":
«Novartis kommentiert das Thema Voltamatte nicht.» Dies liess Novartis auf Anfrage der BaZ mitteilen, nachdem Telebasel am vergangenen Mittwoch berichtet hatte, Novartis habe bei den Behörden wegen der Besetzer auf der Voltamatte interveniert, weil Mitarbeiter von Besetzern angepöbelt worden seien. Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass (FDP) sagte dazu am Freitag an einer Medienorientierung, eine solche Novartis-Beschwerde habe die Regierung nie erreicht."
Dieser Bericht ist eine kleine, verschämte und nicht als solche ausgewiesene Berichtigung einer Bemerkung des Chefredaktors Markus Somm in der Ausgabe vom 22.10.2011:
"Novartis ist einer der besten Steuerzahler des Kantons Basel-Stadt – doch als gelangweilte Häuserbesetzer am Voltaplatz begannen, Angestellte des Pharma-Unternehmens, die sich auf dem Weg zur Arbeit befanden, hin und wieder anzupöbeln, und Novartis sich bei den Behörden deshalb beschwerte – da geschah nichts. Kein Polizeieinsatz, keine Kontrolle, geschweige denn eine Räumung der illegal errichteten Holzverschläge mitten auf dem Platz; keine Hilfe vom Staat für den Weltkonzern ..."
Man will sich ja durch Tatsachen nicht allzu sehr aus dem Konzept bringen lassen.
Hauswirth und co. werden sicher dranbleiben.
Wir auch.
patpatpat, 3. November 2011 22:43:00 MEZ Abt. Freikaufen - heute: Schweiz zahlt angebl. 10 Mrd. Die Huffington Post fährt eine Reutersgeschichte, die auf "sources briefed on the matter" beruht:
The government of Switzerland has proposed a multibillion-dollar settlement with U.S. authorities over allegations that it helped wealthy Americans avoid billions of dollars in U.S. taxes, according to sources briefed on the matter.
The proposed civil settlement, put forward in recent months by Swiss authorities to the U.S. Internal Revenue Service, would cover all banks in Switzerland, numbering about 355, sources briefed on the matter said. It could reach $10 billion or more, said a source briefed on the matter.
Radebrechend übersetzt heisst das vermutlich: Der Bundesrat will für gut 10 Millarden Dollar 355 Schweizer Banken von weiteren Klagen aus den USA wegen Beihillfe zur Steuerhinterziehung freikaufen.
Schon im Juni fuhr Reuters von derselben Autorin, Lynnley Browning, eine ähnliche Geschichte. Damals hiess es allerdings erst, die Schweiz und die USA seien sehr weit in den Verhandlungen.
UPDATE 10:23 - Blick hat in Bern nachgefragt. Die Schweiz dementiert.
UPDATE 14:42 - Auch die NZZ hat nachgeftragt und kommt, nach dem Dementi der Schweiz, zum Schluss: "Mit dem jüngsten Reuters-Artikel lässt sich nun die Autorin, die amerikanische Reporterin Lynnley Browning, erneut dafür einspannen, als verlängerter Arm des DOJ [Departement of Justice] und dessen medialen Druckversuchen zu agieren."
patpatpat, 3. November 2011 21:15:00 MEZ Abt. Schleichwerbung - heute für: Kutti MC Morgen Freitag, so sagt Helvetiens Beck, komme seine neue Scheibe in die Läden. Und das sind deren Appetizer:
supra, 3. November 2011 19:41:00 MEZ Abt. BaZ und TaW Die Tageswoche läuft langsam an. Und bleibt dennoch seriös. Heute wird sogar die grosse Konkurrentin zitiert:
"Wie die Basler Zeitung berichtet hat, rücken die Grünen von ihrem Nein ab."
Es geht um die unsägliche Baselbieter Sparpolitik im Fachhochschulbereich, die heute in der "Basler Zeitung" einmal mehr süffig und kompetent reportiert und kommentiert wurde. Irgendwie scheint de Baselland-Redaktion wie weiland das gallische Dorf der grossen SVP-Welle unter Somm zu trotzen, was heute nicht das erste und – hoffentlich – nicht das letzte Mal konstatiert werden konnte.
Nur dumm, dass mich als Stadtbasler Lokalchauvinist nicht wirklich abschliessend zu befriedigen vermag.
patpatpat, 3. November 2011 12:58:00 MEZ Abt. man sollte... - heute: mehr Kottan schau'n
Unter anderem weil Tibor Zenker, einer der Söhne des Kottan-Erfinders, ganz anregende Bücher (Band 1, Band 2) schreibt, die vielleicht auch von den Damen und Herren der #occupy Bewegung durchaus mit Gewinn gelesen werden könnten.
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Alles was kaputt geht oder schon ist, aber woran wir nicht schuld sind, wird bei infamy in der Rubrik "It's not my fault!" dokumentiert und gleichsam versorgt. Sie ahnen ja nicht, wie viele Seiten des Internets zeitweise unerreichbar sind. Würde man die nicht funktionierenden Teile abziehen, wäre das Internet viel kleiner als man uns weismachen will.
Viagra ohne Rezept, Frauen aus Osteuropa, Schwarzgeld aus Namibia: Was wäre das Internet ohne die vielen Schnäppchenangebote, die uns jeden Tag per E-Mail zugeschickt werden? Die schönsten Beispiele werden in der infamy-Rubrik "Spam of the day" verewigt. Langjährige Erfahrung zeigt: Längst nicht aller Scheiss, der einem unaufgefordert zugeschickt wird, kommt aus anonymer Quelle.
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