supra, 26. Januar 2012 16:40:00 MEZ Abt. Ihr müsst draussen bleiben
Bekannt ist, dass sich Davos Jahr für Jahr während des World Economic Forum als Festung auf Zeit gegen jegliche mögliche Störgeräusche abschottet. Dieses Jahr ist man noch ein Stückchen weiter gegangen und hat auch die "Wochenzeitung" (WoZ) ausgeschlossen:
"Das Wef verweigerte uns dieses Jahr eine Akkreditierung – zunächst ohne irgendeine Begründung ..."
... schreibt die WoZ "in eigener Sache". Später habe es geheissen, dass sich alle Medien mit weniger Zulassungen zufriedengeben müssten. Eine etwas fadenscheinige Entschuldigung, denn für die WoZ, die seit 2003 regelmässig nach Davos gereist ist, bedeutet das Weniger gar nichts mehr:
"Tatsache ist: Die Sender und Zeitungen der grossen Schweizer Medienkonzerne werden hofiert. Kritischen Stimmen wie der WOZ wird der Zutritt verwehrt."
supra, 24. Januar 2012 09:34:00 MEZ Abt. Eskimo und Baby-Clown
Vielleicht bilde ich mir das immer noch nur ein oder ist die Basler Fasnacht tatsächlich etwas anders als andere Fasnächte? Bei Major auf alle Fälle nicht unbedingt. Das Traditionsgeschäft an der Greifengasse preist sein Kostümangebot wie folgt an:
"Ob Batman oder Eskimo: Bei uns finden Sie die schönsten Kostüme:
Eine kleine Auswahl: Ninja-Kostüm für Erwachsene, Bierglas-Kastüm, Hefner-Jacke, Lady Gaga Damenkostüm mit Halbmaske, Damen-Eskimokleid, Dirndl, Batman , Baby Clown, Vogelscheuche."
Ich weiss noch nicht, ob ich mich für das "Lady Gaga Damenkostüm mit Halbmaske" oder für das "Bierglas-Kastüm" (sic) entscheiden werde. Und ob's neben Eskimos auch noch glatte Negerkostüme gibt?
peyrol, 23. Januar 2012 12:27:00 MEZ Abt. Mutationen - heute: bei der Zivilgesellschaft Folgende Mutation ist uns leider bisher entgangen und soll noch nachgetragen werden. Der Verein Zivilgesellschaft meldet: "Nach 14 Jahren wird der Vorstand des Vereins Zivilgesellschaft erneuert. Der langjährige Präsident und Gründer des Vereins Zivilgesellschaft, Dr. Tito Tettamanti, hat das Präsidium an Dr. Konrad Hummler übergeben. Tito Tettamanti hat diese Gelegenheit genutzt, um ein Fazit der letzten Jahre zu ziehen und gleichzeitig die Wichtigkeit einer aktiven Zivilgesellschaft hervorzuheben." - Na, dann herzlichen Dank, Herr Dr. Tettamanti, für Ihr Engagement und viel Spass bei der neusten zivilgesellschaftlichen Investition. Einen Vorgeschmack durfte uns wohl die Tagung "Medien und Demokratie: Nur Wettbewerb sorgt für Vielfalt und Qualität" am 23. Dezember 2011 gegeben haben, für die wir uns leider aus weihnachtsvorbereitungstechnischen Gründen entschuldigen mussten.
supra, 23. Januar 2012 11:08:00 MEZ Abt. Zur Geschichte der "Basler Zeitung"
Das Regionaljournal Basel von Radio DRS vermeldete, dass der Christoph Merian Verlag plant, ein Buch über die Geschichte der Basler Zeitung herrauszugeben. Autoren sind drei Absolventen des Medienwissenschaftlichen Instituts der Uni Basel unter Leitung des ehemaligen Radiodirektors von Radio DRS Walter Rüegg.
Das Buch solle die Entwicklung der Basler Zeitung von der Fusion der Basler Nachrichten mit der Nationalzeitung bis in die jüngste Gegenwart aufzeigen, hiess es im Bericht. Dabei sollen auch die Ursachen und Hintergründe für die Krise und den Verkauf der Basler Zeitung thematisiert werden. infamy erlaubt sich nun, ein kleines Bilddokument zur Aufarbeitung der Basler Zeitungsgeschichte beizutragen.
Das Bild ist ein Dolkument aus vergangenen Zeiten und hat natürlich mit der heutigen "Basler Zeitung" ganz und gar nichts zu tun. Es handelt sich um die ehemalige Kinderbeilage der "National-Zeitung", die 1977 nach der Fusion mit den "Basler Nachrichten" in "Dr glai Bazi" umgetauft wurde.
supra, 22. Januar 2012 13:16:00 MEZ Abt. Da fehlen doch ein paar ...
Eugen Sorg, Textchef der "Basler Zeitung" und Ex-"Weltwoche"-Kumpan von Chefredaktor Markus Somm, hat einen langen, sehr langen Artikel über die grossen LügnerInnen der Gegenwart verfasst. Darunter findet sich die aktuelle, noch nicht erfolgreich abservierte Intimfeindin der SVP, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und zwei Kollegen des kaum weniger ungeliebten "Tages-Anzeigers" (ja, auch der Maurice Thiriet – verwunderlicherweise wird der an dieser Affäre beteiligte Blog nicht namentlich genannt).
Zumindest zwei Männer fehlen aber auf der Liste. Ihr wisst sicher alle, welche dies sind, so dass sie hier nicht extra erwähnt werden müssen. Ein Zitat wollen wir aber doch bringen, weil es die Selbsteinschätzung des Blattes so gut rüberbringt:
"Dass die BaZ unter ihrem neuen, von Blocher favorisierten Chefredaktor bis jetzt besser, vielfältiger und spannender geworden ist,
bestätigen zwar auch die Gegner. Aber nur hinter vorgehaltener Hand."
... "von Blocher favorisierter Chefredaktor". So hat man das in der "Basler Zeitung" bislang nicht lesen können! Zumindest glaubt nun ganz sicher kein Mensch mehr an die Aussage des "von Blocher favorisierten Chefredaktors", dass er von den verlegerischen Machenschaften seines Mentors nichts gewusst habe ...
ugugu, 22. Januar 2012 13:15:00 MEZ Abt. Sommbazfreier Sonntag Kann vermelden: NoBaZ-Sticker funktioniert einwandfrei. Ausserdem festgestellt: Wenige Stunden nachdem ich den Kleber angebracht hatte, outeten sich auch Nachbarsbriefkästen als bazfreie Zone. Gruppendruck oder Nachahmungseffekt? Keine Ahnung, Hauptsache es funktioniert...
bagger, 21. Januar 2012 13:14:00 MEZ Abt. Erstaunliches aus dem Osten Beim ORF in Österreich hat sich in den letzten Wochen viel getan. Angestossen von einem politisch motivierten Personalentscheid regte sich ein bemerkenswerter kollektiver Widerstand von Mitarbeitern und ORF-Stars, der zum Rückzug des Personalentscheids führte. Die ganze Angelegenheit wühlte unser Nachbarland sehr auf, hierzulande fand das Geschehen aber kaum bis gar keine Beachtung, was wohl auch daran liegt, dass Ö für die hiesigen Medien ein schwarzes Loch ist. Eigentlich schade, weil die Story viel hergibt. Aber lest selber, hier ein paar Links: www.profil.at fm4.orf.at www.youtube.com relevant.at
und natürlich noch der Spot:
Interessant ist, dass der ORF aus der ganzen Angelegenheit offenbar gestärkt hervorging, sich beim Staats-TV/Radio/Internet eine neue, emanzipierte und von Offenheit geprägte Mitarbeiterkultur abzeichnet und darüberhinaus die Verleger mit ihren Begehrlichkeiten ("ORF zerschlagen") abstinken. Interessant auch deswegen, weil die Schweizer Verleger ähnliche Forderungen stellen und z.B. unverholen die mit Gebührengeldern finanzierten SRF-Inhalte gratis weiterverwerten möchten und zudem das erfreulicherweise weitgehend werbefreie Internet-Angebot zermalmen möchten.
bagger, 20. Januar 2012 18:26:00 MEZ Abt. Gryffemähli Kehren wir wieder in die seichteren Themengebiete zurück...
Goldkehlchen zwitscherte beim Gryffemähli den 450 Herren de.wikipedia.org was vor:
Mein Töchterchen trat mit ihrem multikulti Kolibri-Kinderchor aus Glaibasel als Überraschungsgast bei den Herren der drei E beim Gryffemähli auf. „Zwölf Männer fingen sogar an zu weinen. Die haben wir beim Singen gezählt.“ Zur Belohnung gabs Schoggi in Spezialverpackung.
Auf die Frage, ob da auch Frauen waren: "Ja! Dienerinnen!" Alles klar?
gnom, 20. Januar 2012 14:44:00 MEZ Abt. TaWoIlle des Tages
So sieht er also aus, ein «tanzender und tobender Vogel Gryff». Erklärt uns die TaWo in der Bildlegende.
Autsch!
Edit: Unterdessen korrigiert. Und zeigt sehr schön, wie die «Rückseite» in dieser Form völlig überflüssig ist:
Denn was geändert wurde, bleibt weiterhin unklar. Jemand schrieb einmal dazu (unter dem Titel «Transparenz»): «Zu dieser Form von Transparenz gehört es auch, alle Änderungen am Artikel zu dokumentieren.» Stimmt. Allerdings ist die Information, dass etwas geändert wurde, so lange wertlos, wie nicht klar ist, was geändert worden ist.
In diesem Sinne ist diesem Jemand beizupflichten - zumindest in Bezug auf die Ausbaubarkeit:
Auf den Unterschied zwischen «ausbaufähig» und «ausbaubar» kommen wir gelegentlich zurück.
supra, 20. Januar 2012 09:04:00 MEZ Abt. Vogel Gryff
Frühstück des Tages: Suur Läberli (vor ihrer Zubereitung)
infamy leidet unter der staatsmedialen Beschneidung der Meinungsäusserungs-Freiheit. Aber das Leben geht weiter. Draussen auf den verschifften Strassen. Im Kleinbasel speziell. (Ob es mit infamy nach den Abgängen von fuzzy und patpatpat überhaupt weitergehen wird, steht in den Sternen.)
Aber nun noch ein bisschen Alltag: Treue infamy-LeserInnenschaften haben sich Jahr für Jahr am Tag der drei Kleinbasler Ehrengesellschaften über ein glattes Filmli mit dem Tanz der drei Ehrenzeichen Vogel Gryff, Lia und Wild Ma gefreut oder geärgert. Dieses Jahr ist das Wetter nun so etwas von saumässig schlecht, dass wir darauf verzichten.
Wer sich trotzdem auf die Strassen wagen möchte, findet hier den Routenplan. Aus dem geht hervor, dass die die Gesellschaftsbrüder im Moment ein Frühstück in Form von Sauren Lebern einnehmen (bevor sie dann den eigenen Lebern Saures geben). Und wir sind eigentlich sehr froh, da nicht dabeisein zu müssen.
Willkommen bei dieser kurzen Tour durch infamy! Zuerst mal der Disclaimer:
infamy ist das mehr oder weniger offizielle Weblog des in.f.a.m. Medienbüro in Basel (Schweiz). Es dokumentiert und karikiert den Alltag journalistischen Schaffens (insbesondere, aber nicht ausschliesslich) in der deutschschweizerischen Medienwelt und zeichnet sich neben einem Höchstmass an News- und Nutzwert durch seinen hohen Satire-Gehalt aus.
Allfällige Ehrverletzungen wären in jedem Fall unbeabsichtigt. Wenn möglich, nennt infamy die Quellen seiner Meldungen. Wo es vergessen geht, ist auch dies unbeabsichtigt. infamy ist kostenlos und für jedermann frei zugänglich. Für Kommentare oder von Lesern gepostete Beiträge übernimmt die Redaktion keine Haftung.
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Schauen Sie sich um!
Meine Güte, was koch ich denn bloss? Look no further! Von der preisgünstigen und schnellen Hausmannsküche bis zum exotischen Leckerbissen hält das infamy Kochstudio stets eine Inspiration zum Nachkochen bereit. Unbestrittener Star im Studio ist Supra, der nicht nur mit jedem Küchenwerkzeug umzugehen, sondern auch aus den teuersten Zutaten einen schmackhaften Schnellimbiss zuzubereiten weiss.
Schnüffis, das weiss jeder Boulevard-Redaktor, ziehen immer. Und nirgends sind die Schnüffis schnüffiger als bei infamy. Nicht das verkitschte, überzüchtete und degenerierte Haustier allein steht hier im Focus, sondern ebenso das eigenwillige, bisweilen gar absonderliche Biest, das mitunter völlig zu Unrecht des Menschen bester Freund genannt wird. Namensgeber der Rubrik "Jööö, Schnüffi!™" ist übrigens der singende Hund Schnüffi, der einst in der infamy-Zentrale vorübergehend um Asyl ersucht hatte. Gott hab ihn selig!
Was dem Tierfreund das Schnüffi, ist dem Autonarr die Karre. Ob Oldtimer-Liebhaber bis oder drehzahlengeiler Technik-Fetischist – die infamy-Rubrik "Geili Kääre" hält für jeden etwas bereit. Angucken und abfahren!
Alles was kaputt geht oder schon ist, aber woran wir nicht schuld sind, wird bei infamy in der Rubrik "It's not my fault!" dokumentiert und gleichsam versorgt. Sie ahnen ja nicht, wie viele Seiten des Internets zeitweise unerreichbar sind. Würde man die nicht funktionierenden Teile abziehen, wäre das Internet viel kleiner als man uns weismachen will.
Viagra ohne Rezept, Frauen aus Osteuropa, Schwarzgeld aus Namibia: Was wäre das Internet ohne die vielen Schnäppchenangebote, die uns jeden Tag per E-Mail zugeschickt werden? Die schönsten Beispiele werden in der infamy-Rubrik "Spam of the day" verewigt. Langjährige Erfahrung zeigt: Längst nicht aller Scheiss, der einem unaufgefordert zugeschickt wird, kommt aus anonymer Quelle.
Damische Schreibfehler, hanebüchene Redewendungen, wahnwitzige Metaphern: Die beste aller Basler Tageszeitungen (es gibt ja nur eine!) ist für infamy eine nie versiegende Pointenquelle. Zu finden sind die Trouvaillen unter der Rubrik "bazille des Tages"!
Das war die Tour – aber längst nicht alles, was infamy zu bieten hat. Schauen Sie sich um, kommen Sie wieder, bleiben Sie uns treu! Weiter geht's mit einem Klick aufs Häuschen oben rechts an diesem Rahmen. Viel Spass auf infamy!