patpatpat, 11. Dezember 2011 12:20:00 MEZ Abt. Versteckspiel - heute: SoZ-Quelle von BaZ-Interna Die SonntagsZeitung zitiert wenigstens mal eine Quelle im O-Ton:
Hinter den Kulissen hat Christoph Blocher laut Recherchen der SonntagsZeitung wieder eine neue Beteiligungsstruktur für die «Basler Zeitung» eingefädelt. Diese soll in der kommenden Woche vorgestellt werden. «Direkt hat Blocher bei der BaZ nie selbst Geld gegeben, aber er war immer der Mann dazwischen», sagt eine verlässliche Quelle. «Auch im jüngsten Deal ist es Blocher, der die neuen Geldgeber gesucht hat.» Blocher sei es gewesen, der den Verkauf der Aktien der «Basler Zeitung» von Tito Tettamanti an Moritz Suter vermittelte und auch Marcel Ospel an Bord holte. «Der SVP-Politiker agierte jeweils wie ein Broker, der die Parteien zusammenbrachte», so die Quelle. Auch ein Verkauf an die NZZ sei nochmals geprüft worden. «Doch es gab keine Lösung.»
Was aber heisst "verlässlich"? Wie belegt die SoZ die Vertrauenswürdigkeit von Anonymous, der anscheinend seit längerem ("Direkt hat Blocher bei der BaZ nie selbst Geld gegeben, aber er war immer der Mann dazwischen") über intime Kenntnisse des BaZ-Blocher-Verhältnisses verfügen muss? Gar nicht. Wer aber könnte die anonyme Quelle sein?
Karl Lüond hat im Auftrag von Blocher Blochers Firmengeschichte geschrieben: "Erfolg als Auftrag - EMS-CHEMIE: Die Geschichte eines unmöglichen Unternehmens". Martin "Mindestlöhne sind Gift für den Arbeitsmarkt" Spieler, Chefredaktor der SoZ und Co-Autor des Artikels heute in der SoZ, leitete am 14. Januar 2011 eine Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation von Lüönds Buch. Lüönd hat für sein Buch recherchiert mitten in den Turbulenzen rund um die BaZ-Besitzverhältnisse. So wie Markus Somm nach seiner mehrhundertseitigen Blocher-Biographie weiterhin zu den engeren Bekannten des Herrlibergers gezählt werden muss, ist vermutlich auch Lüönd seit seiner Firmengeschichte mit mehr Interna aus dem Unversum "Blocher" vertraut, als er unter eigenem Namen schreiben darf. Am 25.8.11 leitete Lüönd eine Podiumsdiskussion mit u.a. Blocher; man ist ergo im Kontakt. Der Blick am Abend zitierte Lüönd am 5.12. in Reaktion auf Suters Ankündigung, er wolle die BaZ-Aktien breit streuen, zudem mit:
«Er [Somm] macht eine hervorragende Zeitung», so Lüönd, «doch sie wird seit einem Jahr zu Tode geschrieben, nicht zuletzt in Zeitungen jener Verlage, welche selbst die ‹BaZ› übernehmen wollten.» Dass hier «publizistische Waffen» eingesetzt würden, sei offensichtlich. Dennoch sei fraglich, ob die Leserschaft den SVP-nahen Kurs der «BaZ» als Aktionäre mittragen würde.
«Man kann eine Zeitung nicht gegen seine Leser machen. In der eher links-grünen Region Basel hat eine rechtsbürgerliche ‹BaZ› wenig Erfolgsaussichten.» Unverständlich sei auch, dass die Besitzverhältnisse noch immer nicht offengelegt wurden. «So kann keine Vertrauensbasis bei der Leserschaft geschaffen werden.»
ADDENDUM für's Protokoll: Wir hatten übrigens hier mal versucht, die Ereignisse chronologisch aufzuzeichnen, die überhaupt erst zu Suters Engagement führten.
supra, 11. Dezember 2011 11:23:00 MEZ Abt. Die "Sonntagszeitungen" zur BaZ Die Sonntagsausgabe der "Basler Zeitung" komm erst am 8. Januar (wenn überhaupt). Und dort würden wir ja eh nichts über die Besitzverhältnisse der Zeitung lesen können. Dafür widmen sich alle heute schon bestehenden Sonntagsblätter der BaZ-Blocher-Connection. So zum Beispiel "Der Sonntag" mit Ex-BaZ-Oberrechercheur Christian Mensch, der freimütig spekuliert, dass wie weiland Roger Köppel bei der "Weltwoche" Markus Somm in die Doppelrolle von Chefredaktor und Verleger schlüpfen könnte:
"Das Jahr Suter war für Blocher ein verlorenes Jahr bei der BZM, wie er auf «Teleblocher» einräumte. Doch nun fehlt Blocher ein Frontrunner, der es ihm erlauben würde in gleicher Weise im Hintergrund zu bleiben. Mit Wagner, Suter und Ospel haben bereits drei Persönlichkeiten durch Blocher einen massiven Reputationsschaden erlitten; weitere Personen von Format werden sich hüten, in diese Falle zu tappen. Der Einzige, der bereits an Bord ist: Markus Somm."
Die "NZZ am Sonntag" (nicht online abrufbar) spricht mit Bezug auf die enthüllenden Spekulationen der vergangenen Tage von einem "Drama", das sich am Aeschenplatz in Basel abspiele:
"Blocher sitzt am längeren Hebel als Suter, weil er dessen Aktien laut einer vertraglichen Regelung zurückfordern kann. Die Zeit drängt. Jetzt, wo Klarheit über die Besitzverhältnisse des Medienunternehmens herrscht, ist in Basel mit einer neuen Aufwallung in der Bevölkerung zu rechnen. Immerhin hat Blocher die Öffentlichkeit am Rheinknie mit seinem Versteckspiel über ein Jahr lang zum Narren gehalten. Er drängt auf eine umfassende Sanierung des Medienhauses; Moritz Suter hat sich bisher dagegen gestemmt. Es zeichnet sich ab, dass der Umbau einen beträchtlichen Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten würde."
Das Versteckspiel Blochers kommt bei er "NZZ am Sonntag ganz und gar nicht gut an:
"Die Glaubwürdigkeit Blochers ist mit der Verschleierung dieses Konstrukts ramponiert. Schawinski fragte im April 2011, ob Blocher wisse, von wo Moritz Suter das Darlehen bekommen habe. Die Antwort: «Nein, das weiss ich jetzt nicht.» Blocher weiss nicht, dass seine Tochter, mit der er eng zusammenarbeitet, in die Finanzierung des Basler Medienhauses involviert ist? Als die «NZZ am Sonntag» im November 2010 schrieb, Blocher übernehme «die Macht bei der <Basler Zeitung>», schimpfte dieser über die «salonfähige Verlogenheit» des Blattes. Der Vorwurf fällt nun auf ihn zurück."
Auch die Sonntags-Zeitung" lässt die Geschichten um BaZ/Blocher Revue passieren. Zudem lässt sie Hanspeter Lebrument, Präsident des Schweizer Verlegerverbandes, zu Wort kommen:
"Was sagen Sie als Verlegerpräsident zur Informationspolitik der vermeintlichen oder tatsächlichen Besitzer der «Basler Zeitung»?
Ich finde die ganze Geschichte stossend. Es ist eigentlich die Hauptaufgabe der Presse, Transparenz zu schaffen, Wahrheiten aufzudecken. Was sich derzeit in Basel abspielt, ist aber das genaue Gegenteil.
Privatbesitz ist Privatsache. So argumentiert die Gegenseite.
Natürlich hat jeder das Recht, Anteile an einem Medienhaus zu erwerben. Aber ist der Besitz eines Verlags so ehrenrührig, dass man nicht dazu stehen kann? Diese Geheimnistuerei schadet der Branche."
Überdies Thema ist ein Vorstoss der SP, der Politikern verbieten möchte, sich an Medien zu beteiligen:
"Die jüngsten Berichte über die Verbandelung von Christoph Blocher mit der «Basler Zeitung» haben Konsequenzen in der Bundespolitik: Eine Gruppe in der SP-Fraktion bereitet den Boden vor für ein Gesetz über «Geld und Politik». Kernpunkte sind ein Verbot für Parlamentarier, sich finanziell an relevanten Medien zu beteiligen, sowie die Transparenz bei der Parteien- und Kampagnenfinanzierung und die Regulierung von Lobbytätigkeiten."
Unter dem Strich also nicht eigentlich viel Neues. Und ja, auch am Sonntag wird heftig spekuliert, werden als Quellen praktisch nur die "Tele Blocher"-Sendung vom Freitag genannt. Aber sicher ist, dass gerade mit diesen, in Sachen Nennung der Quellen nicht immer vorbildlichen Berichten ein Stein ins Rollen gebracht wurde.
patpatpat, 11. Dezember 2011 01:57:00 MEZ Abt. Wolfgang U. reloaded - heute: Urteilseröffnung Stichworte: Daten-CD, Credit Suisse und Deutschland. Nächsten Donnerstag erfährt der mutmassliche Komplize von Wolfgang U. das Urteil gegen ihn in Bellinzona (U. war am Morgen des 29.9.2010 in Untersuchungshaft tot in seiner Zelle aufgefunden worden). Darum fasst die NZZaS heute offenbar, wie SF berichtet, nochmals zusammen, was eigentlich in groben Zügen Arthur Rutishauser letzten März im Tagi schon schrieb.
Das Bundesstrafgericht erzählt die Geschichte so:
A. [Anm. v. infamy: Komplize] wird vorgeworfen, als Angestellter einer Schweizerischen Grossbank im Jahr 2008 interne Geschäftsdokumente und Bankkundendaten von deutschen Kunden im Depotwert von ca. CHF 2 Mia. beschafft und sie mit Hilfe des inzwischen verstorbenen B. [Anm. v. infamy: Wolfgang U.] gegen Entgelt an Dritte in Deutschland übergeben zu haben. Weiter wird A. vorgeworfen, unter seiner Mitwirkung sei vom Deliktserlös ein Betrag von 921'600 Euro von Deutschland auf Bankkonti des B. sowie auf ein eigenes Bankkonto im Ausland transferiert worden; von diesen Konti habe er Geld an B. in die Schweiz weitergeleitet und Bezüge für sich selber getätigt. Auf diese Weise habe A. vom Deliktserlös mehr als 318'000 Euro erhalten.
Die Aussage, dass ein abgekürztes Verfahren beantragt wird, lässt vermuten, dass eine Art Deal zwischen der Bundesanwaltschaft und dem Beschuldigten stattgefunden hat. (...) Der Bankdatendieb muss also mit anderen Worten im Wesentlichen geständig sein. [Die Verhandlung] wird grundsätzlich öffentlich sein, wie es in Bellinzona auf Anfrage hiess. Die akkreditierten Medienleute werden vor Beginn des Prozesses auch die Anklageschrift erhalten. Dann wird sich zeigen, wie weit der Schleier über der Affäre gelüftet wird.
Die Chronologie der Ereignisse & Berichte (ohne Gewähr auf Vollständigkeit) in der Form eines Google Kalenders (1. Eintrag 15.12.2009):
supra, 10. Dezember 2011 15:34:00 MEZ Abt. Von der "Basler Zeitung" und Bredouillen Nein, nein, nein! Natürlich tut er, konnte bzw. durfte er wohl nicht Stellung nehmen zu Blochers Einfluss auf die "Basler Zeitung" (siehe Tagi von heute – nicht auf newsnetz.ch, aber auf dem iPad-App). Damit haben wir ja auch gar nicht gerechnet.
Aber irgendwie musste der BaZ-Cefredaktor von Blochers Gnaden, Markus Somm, ja Stellung nehmen zum SVP-Debakel im Vorfeld der Budesratswahlen. Im heutigen Leitartikel versucht er nun mit beinahe schon akrobatisch anmutenden Windungen, die SP in die eigentliche Verliererrolle zu drängen:
"Wer ist in der Bredouille? Die SVP – oder die SP?" ...,
... fragt Somm in der Spitzmarke zu seinem Leitartikel. Es ist natürlich eine rhetorische Frage, denn wer die "Genossin" (Somm bezeichnet sie tatsächlich so) Eveline Widmer-Schlumpf unterstützt, ist eh des Teufels. Oder in Somms Worten:
"In einer so scheinbar überlegenen Lage befand sich die Partei noch nie. Scheinbar überlegen, weil die SP könnte sich selbst betrügen. Vielleicht ahnt sie es. Allzu lange über die eigenen Verhältnisse zu leben, tut niemandem gut."
Also "die SP könnte sich selbst betrügen" steckt laut Somm in der Bredouille.
Auf der selben Seite ist noch von einer anderen Bredouille die Rede, einer aus dem Reich der Ratten:
"Nun aber punktet die Ratte. Forscher der Universität von Chicago haben herausgefunden (und im Fachorgan «Science» kundgetan), dass die Ratte gefangenen Artgenossen aus der Bredouille hilft, selbst wenn sie gar nichts davon hat."
Die einen helfen einander aus der Bredouille, andere versuchen sie zu einfach abzuschieben.
morrow, 10. Dezember 2011 12:26:00 MEZ Abt. d Chineese kemme Während die Armada der EU Politiker dauergipfelt, scheinen die Chinesen weniger Appetit auf Hebelschirme als auf europäische Unternehmen zu bekommen.
peyrol, 10. Dezember 2011 12:20:00 MEZ Familien-Synergien reloaded Da ja nun der Tages-Anzeiger Rahel Blocher als Unterzeichnerin der Finanzgarantien für Ospel und Suter ins Spiel bringt, sei noch mal auf die fruchtbare Zusammenarbeit von BaZ und Pro Innenstadt hingewiesen, deren Präsidentin bekanntermassen Miriam Blocher ist. Beispielsweise auf den Wettbewerb: „Pro Innenstadt und die BaZ suchen das schönste Weihnachtsschaufenster“. Für hörige Töchter und andere brave Familienangehörige gibt’s da Schuhe im Wert von Fr. 359.- zu gewinnen.
morrow, 10. Dezember 2011 12:20:00 MEZ Abt. Kampfrobi for free Nachdem die US Armeeeinsätze redimensioniert wurden, scheint sich die Rüstungsindustrie einen neuen Absatzkanal ausgedacht zu haben: Mit dem Programm 1033 können die US Polizeistellen auf einer Internetseite des Verteidigungsministeriums alle möglichen schweren Waffen (u.a. Kampfroboter) kostenlos bestellen.
patpatpat, 9. Dezember 2011 16:36:00 MEZ Abt. Informationen, die... – heute: auch infamy vorliegen Informationen, die auch infamy vorliegen, wollen wir, anders als die Lohnschreiber anderer Medienkonglomerate, unserem geschätzten Publikum nicht vorenthalten. Drum präsentieren wir hier (exklusiv?):
Den Brief
Dieses Schreiben erreichte in der einen oder anderen Form in den letzten Wochen mehrere Personen, nachdem sie das Abo der BaZ gekündigt hatten, wie wir aus gewöhnlich gut camouflierten Kreisen erfahren haben. Jaja, Quellenschutz können wir auch, im Fall!
Und wir, wie alle anderen auch, sind natürlich sehr gespannt, ob es ihm „gelingt oder nicht“. Was er auch genau damit meinen mag… Der Herrliberger streitet übrigens inzwischen weiterhin jede finanzielle Beteiligung standhaft ab, schreibt persoenlich.com, sage dieser in der jüngsten Ausgabe seiner Personality Show, aber Einfluss, den habe er bei der BaZ schon... Zu sehen ab Position 22:18.
UPDATE: Im Regionaljournal spekuliert Thomas Kamber, wir würden sehr wahrscheinlich nächste Woche bereits über die "wichtige Entscheidung" in Kenntnis gesetzt. Nach Gesprächen mit Personen aus Suters nahem Umfeld vermutet Kamber, sie bedeute, dass er aus der BaZ aussteige.
UPDATE II: Im Tagi legen Rutishauser & Thiriet nach. Das Finanzkonstrukt laufe über Blochers Tochter Rahel. Bereits am Dienstag solle eine "neue Verlagsholding mit BaZ, «Weltwoche» und «Schaffhauser Nachrichten»" präsentiert werden.
Gerne hätten wir ein Faksimile eines von Rahel Blocher unterschriebenen Vertrags in der Zeitung gesehen. Gibt's aber leider nicht. Insofern...
supra, 9. Dezember 2011 08:20:00 MEZ Abt. Baz und Blocher – halt doch! Auch wenn sich bei gewissen Leute die Zweifel hartnäckig halten (siehe Beitrag unten), scheint sich das Konstrukt BaZ und Blocher vielleicht gerade wegen den wiederholten Veröffentlichungen langsam aber sicher in der Öffentlichkeit zu konkretisieren. So schreibt die NZZ aufgrund von "Informationen, die auch der NZZ vorliegen":
"Danach ist Blocher direkt oder indirekt mit einem Darlehen von 68,5 Millionen Franken bei der «BaZ» engagiert, wobei verschiedene Verträge sicherstellen, dass Suter aussteigen, nicht aber Blocher als Darlehensgeber auswechseln kann."
Man kann das als Gerüchtejournalismus abtun. Nun befindet sich aber das Büro des Basler NZZ-Korrespondents im BaZ-Redaktionsgebäude am Aeschenplatz, also an einem Ort, wo man durchaus an der Quelle sein kann, wenn sich Gerüchte verdichten. Die Tageswoche will übrigens von Blocher selbst eine Bestätigung dieser Gerüchte aufgeschnappt haben.
Unter dem Strich braucht nun doch wirklich nicht allzu viel Fantasie, um dieses Konstrukt als glaubwürdig einzuschätzen. Wie kann sich ein Chefredaktor, der sich öffentlich als politischer Jünger Blochers outet, in einer Zeitung halten, die eben durch diesen Kurs laufend an Leser verliert, wenn er nicht eine klare, durch viel viel Geld gestützte politische Mission zu erfüllen hat?
Nun gut. Jetzt kann man natürlich behaupten, dass die NZZ selber ein Interesse hat, die BaZ durch die Streuung von Gerüchten in Schieflage zu bringen, weil sie noch immer daran interessiert sei, die Zeitung einzuverleiben, was sie ja auch gar nicht verbirgt:
"Die «BaZ» würde aber gut zur Mediengruppe passen: «Sie würde von einer Kooperation, bei aller publizistischen Unabhängigkeit, wirtschaftlich erheblich profitieren können.»
So zitiert die NZZ den CEO der NZZ-Mediengruppe Albert P. Stäheli.
Übrigens: Wer käme denn als offensichtlich nicht genannt sein wollender Informant in Frage? Martin Wagner zum Beispiel. Oder gar Moritz Suter selbst, der vielleicht zu merken beginnt, dass es schwierig sein könnte, die Geister, die die Geldgeber hinter ihm gerufen haben, wieder loszuwerden.
patpatpat, 8. Dezember 2011 22:20:00 MEZ Abt. hauchdünnes Eis - heute: SP Basel & "rettet Basel!" Halten wir kurz fest: Weder Sonntag noch Tagesanzeiger noch Weltwoche noch NZZ heute (noch onlinereports bereits am 14. Juli!) belegen ihre Behauptungen darüber, dass und wie Blocher die BaZ kontrolliere. Jedenfalls nicht bis dato. Keine Mitwisser, die "on the record" und zitierfähig auspacken; keine zugespielten Dokumente, die reproduziert werden; kein involvierter (Kantonal-)Banker, dem der Kragen öffentlich platzt; kein Zeuge, der namentlich dazu steht, dass er Moritz Suter über Markus Somm hat herziehen hören; laut NZZ soll SP-Nationalrat Beat Jans von Suter einen Brief erhalten haben, worin letzterer schreibe "Der Chefredaktor hat es sich redlich erarbeitet, dass ihm jemand den Spiegel vorhält", und "der prompt in den Medien landete", aber "in den Medien" ist nichts von dem Brief zu finden (die massgebliche SMD findet zu "jans, blocher, brief" nur den offenen Brief VON Jans AN Blocher) UPDATE: "in den Medien" war der "Blick am Abend", Basler Split, vom 27.10., Seite 16, Pardon, mein Fehler, dass ich das nicht fand! (unten auf der Seite: Nachdruck von Kurt W. Zimmermanns Kolumne "Basler sind die dümmsten Zeitungsleser"); nichts und niemand, der die "Omertà" bricht, nicht Suter, nicht Blocher, nicht ihre Entourage, nicht ihre Gegner, nicht mal die Journalisten, die behaupten sie verfügten "über Informationen, die belegen", aber z.B. die SP Basel und "rettet Basel!" agieren, als ob das alles bereits hieb- und stichfest bewiesen wär. Das nur kurz, ohne zu werten (obwohl's mir schwer fällt)..., für's Protokoll.
P.S. Suters irgendwie zum BAA geleakter Brief an Beat Jans belegt vor allem dessen Intellektuellenfeindlichkeit und rhetorische Übung darin, Kritik abzufedern. Wenn Jans in die Zeilen einen Beweis für Suters Abneigung gegen Somm reininterpretiert, ist das primär Projektion.
supra, 8. Dezember 2011 15:24:00 MEZ Abt. Politspektakel Auf ihrer Website verkündet die SVP noch, dass der "Fall Zuppiger" nicht zum Fall Zuppigers führe:
"Die SVP-Spitze wurde vor der Nomination über die Angelegenheit informiert. Sie hat in der Folge Abklärungen vorgenommen und den Sachverhalt geprüft. Die Sache ist seit Längerem abgeschlossen. Alles wurde ohne Schaden für Dritte geregelt. Zwischen den involvierten Parteien wurde eine Stillschweigevereinbarung abgeschlossen.
Für die SVP-Parteileitung ist wichtig, dass Bruno Zuppiger die Sache in Ordnung gebracht hat. Deshalb bestand auch kein Grund, eine Nomination in Frage zu stellen. Die Sache ist für die SVP damit erledigt."
Offensichtlich doch nicht ganz. Seit Mittag ist die Partei am beraten, was sie nun doch zu tun gedenke. Zuppiger weg?
Derweilen denkt die NZZ darüber nach, was denn dazu geführt haben könnte, warum ausgerechten die "Weltwoche" Zuppigers Verfehlungen veröffentlich hat, und kommt dabei auf ganz interessante Verschwörungstheorien. Etwa, dass der Abschuss des Kandidaten eine Taktik sei, die SVP in die Opposition oder zumindest in die ihr so behagende Rolle des Opfers der Classe politique zu treiben.
Dafür spricht, dass BaZ-Chefredaktor Markus Somm in seinem letzten Leitartikel am vergangenen Samstag die SVP im Falle einer Nichtwahl des zweiten Bundesrats bereits zum "moralischen Sieger" erkoren hat. Und dafür spricht auch das Editorial von Roger Köppel in der "Weltwoche", dass die SVP lieber auf den zweiten Bundesratssitz verzichten solle, als ihn auf Kosten der FDP zu erkämpfen:
"Es ist der Plan der Linken, das bürgerliche Lager zu spalten und auf drei Bundesratssitze einzudampfen. Die SVP sollte sich nicht hineinziehen lassen und nur den Sitz von Widmer-Schlumpf attackieren. Bekommt sie ihn nicht, kann sie in die Opposition gehen oder mit einem einzigen Bundesrat in der Regierung bleiben."
Ach?
Aber warten wir doch mal ab, was die SVP jetzt beschliesst.
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Meine Güte, was koch ich denn bloss? Look no further! Von der preisgünstigen und schnellen Hausmannsküche bis zum exotischen Leckerbissen hält das infamy Kochstudio stets eine Inspiration zum Nachkochen bereit. Unbestrittener Star im Studio ist Supra, der nicht nur mit jedem Küchenwerkzeug umzugehen, sondern auch aus den teuersten Zutaten einen schmackhaften Schnellimbiss zuzubereiten weiss.
Schnüffis, das weiss jeder Boulevard-Redaktor, ziehen immer. Und nirgends sind die Schnüffis schnüffiger als bei infamy. Nicht das verkitschte, überzüchtete und degenerierte Haustier allein steht hier im Focus, sondern ebenso das eigenwillige, bisweilen gar absonderliche Biest, das mitunter völlig zu Unrecht des Menschen bester Freund genannt wird. Namensgeber der Rubrik "Jööö, Schnüffi!™" ist übrigens der singende Hund Schnüffi, der einst in der infamy-Zentrale vorübergehend um Asyl ersucht hatte. Gott hab ihn selig!
Was dem Tierfreund das Schnüffi, ist dem Autonarr die Karre. Ob Oldtimer-Liebhaber bis oder drehzahlengeiler Technik-Fetischist – die infamy-Rubrik "Geili Kääre" hält für jeden etwas bereit. Angucken und abfahren!
Alles was kaputt geht oder schon ist, aber woran wir nicht schuld sind, wird bei infamy in der Rubrik "It's not my fault!" dokumentiert und gleichsam versorgt. Sie ahnen ja nicht, wie viele Seiten des Internets zeitweise unerreichbar sind. Würde man die nicht funktionierenden Teile abziehen, wäre das Internet viel kleiner als man uns weismachen will.
Viagra ohne Rezept, Frauen aus Osteuropa, Schwarzgeld aus Namibia: Was wäre das Internet ohne die vielen Schnäppchenangebote, die uns jeden Tag per E-Mail zugeschickt werden? Die schönsten Beispiele werden in der infamy-Rubrik "Spam of the day" verewigt. Langjährige Erfahrung zeigt: Längst nicht aller Scheiss, der einem unaufgefordert zugeschickt wird, kommt aus anonymer Quelle.
Damische Schreibfehler, hanebüchene Redewendungen, wahnwitzige Metaphern: Die beste aller Basler Tageszeitungen (es gibt ja nur eine!) ist für infamy eine nie versiegende Pointenquelle. Zu finden sind die Trouvaillen unter der Rubrik "bazille des Tages"!
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